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Last-Minute-Gegentor: FC vergibt Sieg

Kevin Volland (TSG Hoffenheim) und Jonas Hector (1. FC Köln) im Zweikampf

Entriss dem FC mit seinem Treffer zwei sicher geglaubte Punkte: Hoffenheims Angreifer Kevin Volland
Foto: imago/Jan Hübner

Trotz starker Leistung holt der 1. FC Köln nur einen Punkt in Hoffenheim. Für Ärger sorgt das Gegentor in der Nachspielzeit.

Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, als in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena die Emotionen bei den Verantwortlichen des 1. FC Köln nochmals völlig hochkochten. Die TSG Hoffenheim hatte soeben den äußerst glücklichen 1:1-Ausgleich erzielt und somit den „Geißböcken“ noch zwei sicher geglaubte Punkte entrissen. Stein des Anstoßes: Der eingewechselte FC-Youngster Lukas Klünter wurde vor dem Gegentor bei seinem Bundesliga-Debüt unsanft zu Fall gebracht und blieb liegen. Hoffenheim spielte den Ball jedoch nicht ins Aus, sondern traf zum umjubelten 1:1 – für die Kraichgauer ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf, für den FC ein Rückschlag im Rennen um einen einstelligen Tabellenplatz.

„Ich sehe da ein Foul“, sagte FC-Sportgeschäftsführer Jörg Schmadkte nach der Partie im „Sky“-Interview und echauffierte sich: „Wir beerdigen als Liga dieses Wochenende den Fair-Play-Gedanken. Wir haben es am Freitag gesehen, dass ein Ball nicht ins Aus gespielt wird. Und haben es jetzt gerade wieder gesehen. Klar, man kann sagen, dass der Existenzkampf groß ist, aber ich würde mir wünschen, dass es anders abgeht“, so der 52-Jährige. Schon zuvor hatte der FC Pech, als Schiedsrichter Deniz Aytekin ein Handspiel des Hoffenheimers Ermin Bikakcic im Strafraum übersah. Dabei hatte der FC nach dem Remis vor allem Grund auf sich selbst sauer zu sein: Über lange Strecken hatte die Elf von Trainer Peter Stöger die Partie nach allen Regeln der Kunst dominiert, verpasste aber gegen schwache Hoffenheimer die frühzeitige Entscheidung.

Schon in der ersten Halbzeit dominierten die Kölner, zeigten sich aber zu häufig ungenau bei der letzten Aktion, so dass große Chancen Mangelware waren. Spätestens in der 37. Minute hätte der FC allerdings in Führung gehen müssen: Der auffällige Leonardo Bittencourt bediente Anthony Modeste mustergültig, doch der Ex-Hoffenheimer verzog freistehend vor dem TSG-Tor knapp. Auch nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild: Die „Geißböcke“ erspielten sich viele gute Ansätze, konnten dies aber aufgrund eigener Ungenauigkeiten nicht in Torgelegenheiten ummünzen. Nachdem Volland zweimal knapp die Hoffenheimer Führung verpasste, schlug der FC endlich zu: Jonas Hector wurde links freigespielt und bediente Simon Zoller, der sein Comeback nach Muskelverletzung mit dem 1:0 krönte (69.).

Bis in die Nachspielzeit hinein schien es, als würde der Treffer des Angreifers das goldene Tor des Tages sein. Bis Klünter liegen blieb und sich der FC im Rückwärtsgang nicht clever genug anstellte. Volland nutzte die Unachtsamkeit aus und schob die Kugel nach Timo Horns unglücklicher Parade ins leere Kölner Tor ein. „Ich will keinem einen Vorwurf machen, ob er den Spieler da liegen sieht oder nicht. Wir müssen natürlich weiterspielen, müssen das besser verteidigen. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, betonte Nationalspieler Hector gegenüber dem „kicker“. In der Tat fehlte dem FC abermals ein Stück Cleverness, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten oder gar die Partie vorzeitig zu entscheiden. Am Ende kostete dies die „Geißböcke“ zwei Punkte – dennoch ist das Remis ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Auf den Relegationsplatz hat die Stöger-Elf vor dem Derby gegen Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr) sieben Punkte Vorsprung.