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Köln.Sport testet: Hoch hinaus

Köln.Sport-Redakteur Philippe Rasch testete für uns den Blackfoot-Hochseilgarten am Fühlinger See, der vor kurzem dort eröffnete.

Nordrhein-Westfalens größter freistehender Hochseilgarten wurde am Fühlinger See eröffnet. Köln.Sport ging klettern und spürte das Outdoor-Feeling.

Den ganzen Morgen schüttet es wie aus Kübeln. Kein guten Voraussetzungen für eine ausgiebige Klettertour, oder? „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, denke ich mir, als ich die Redaktion in Richtung Fühlinger See verlasse. Fühlinger See? Klettern? Richtig gehört! Eingebettet in das Landschaftsschutzgebiet im Kölner Norden ist in den vergangen drei Jahren ein riesiges Hochseil-Paradies entstanden.

Alles doppelt gesichert

Als ich die Pforten des Blackfoot-Camps betrete, hat es endlich aufgehört zu regnen. Die Sonne kommt sogar hervor. Spontan macht sich ein Urlaubsgefühl in mir breit: die Aussicht auf den Sandstrand des Sees, das Wasser, die Korbstühle. Aber ich bin ja nicht zur Erholung hier. Begrüßt werde ich von Tobias Altvater, dem Leiter des Camps, das neben dem Kletterpark noch diverse andere Outdoor-Aktivitäten bietet (siehe Kasten). Doch heute geht es in den Hochseilgarten.

Da es meine Kletter-Premiere ist, frage ich natürlich zuerst nach der Sicherheit und welche Voraussetzungen ich mitbringen müsse. „Keine Sorge“, lacht Altvater. „Erst letzte Woche hatten wir einen 78-jähren Gast hier, der so begeistert von unserem Kletterpark war, dass er gar nicht mehr aufhören wollte.“ Auch in punkto Sicherheit sei der Hochseilgarten auf dem neusten Stand. „Alles doppelt und dreifach gesichert“, macht mir der Kletterexperte Mut.

Dann geht’s los: Ich erhalte meine persönliche Schutzausrüstung, bestehend aus Helm, Klettergurt und den zwei Sicherheitshaken mit voneinander abhängigen Verschlussmechanismen. „Ein versehentliches Aushängen ist so überhaupt nicht möglich“, erklärt mir Altvater. Überhaupt sei der Hochseilgarten mit einem rundumlaufenden Sicherheitssytem ausgestattet. Wer einmal gesichert loskraxelt, dem kann nichts passieren.

Die Bildergalerie zu unserer Reportage

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Nach einer ausführlichen Einweisung in die Kletter-Technik steige ich über eine wacklige Strickleiter auf eine gut neun Meter hohe Plattform. Der dicke Baumstamm, an dem das Podest befestigt ist, schwankt bedenklich mit dem Wind.

Adrenalin schießt mir ins Blut. Vor mir liegt der blaue Parcours, der sogenannte „Eagle Walk“. Sechs verschiedene Routen gibt es insgesamt, alle unterschiedlich schwer und mit kleinen „Gemeinheiten“ ausgestattet. Dazu die Mega-Seilbahn und ein spezieller Team-Parcours.

Um die nächste, knapp sechs Meter entfernte Plattform zu erreichen, bleibt mir nur der Weg über ein faustdickes Tau. „Zum Glück habe ich keine Höhenangst“, rufe ich Tobias Altvater hinterher. Der routinierte Kletterer beobachtet meine Aktionen von weiter entfernten Plattformen. Denn: Nach der Einführung ist man auf sich alleine gestellt. „Trotzdem haben wir immer alles im Blick und können sofort eingreifen, wenn jemand nicht mehr weiter weiß oder aussteigen will“, erklärt der Camp-Leiter.

Weiter geht’s über schwingende Tonnen an eine Holzwand, in deren kleinen Aussparungen ich mich so sehr festkrallte, dass ich schon nach kurzer Zeit die Anstrengung spüre. Hinter mir klafft nur der neun Meter tiefe Abgrund. Ich bin zwar gesichert, habe aber dennoch ein mulmiges Gefühl im Magen. Nervenkitzel pur!

Nach diversen weiteren waghalsigen Manövern stehe ich in nunmehr knapp zwölf Metern Höhe buchstäblich vor dem Nichts (siehe Bilderstrecke unten). Nach einem Schritt ins Leere schwinge ich, nur am Sicherheitsseil hängend, in eine Seilwand.

Highlight Mega-Seilbahn

Dann wartet das absolute Highlight des Parks auf mich: „Stairway to Heaven“ – die Mega-Seilbahn. Über eine Wendeltreppe geht’s rauf auf die höchste Plattform. 19 Meter. Ich packe die Griffe der Seilbahn und schieße freihängend über 300 Meter durch die Luft, vorbei an Bäumen und übers Wasser. Wieder festen Boden unter den Füßen, kann ich nicht anders und laufe zurück zur Wendeltreppe. Das Outdoor-Feeling hat mich gepackt.