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Keine faire Entscheidung!

Frühzeitig Saisonende: Rob Collins darf in Spiel sieben nicht mitmachen. Foto: IMAGO

Frühzeitig Saisonende: Rob Collins darf in Spiel sieben nicht mitmachen.
Foto: IMAGO

Die Deutsche Eishockey-Liga hat Haie-Stürmer Rob Collins für Finalspiel sieben gesperrt. Und greift damit in den Ausgang des Endspiels ein.

KOMMENTAR

Ja, in einem Finale geht es ums Gewinnen. Nicht darum, sich neue Freunde zu machen. Wer Meister werden will, der muss seine Stärken kennen. Und die Schwächen des Gegners mindestens genau so gut. Deshalb ist es auch zumindest legitim, was der ERC Ingolstadt während der gesamten Finalserie gegen die Kölner Haie gemacht hat. Hohe Aggressivität, einige Provokationen, um das Nervenkostüm des Krupp-Teams auf die Probe zu stellen. So lange die Aktionen auf dem Eis auf beiden Seiten mit gleichem Maß gemessen werden, ist alles in Ordnung. Das gilt sowohl für die Schiedsrichter als auch für die Dach-Organisation, in diesem Fall die DEL.

Mit der Sperre für Rob Collins hat sich die Liga von diesem Streben allerdings weit entfernt, zu Ungunsten der Haie. Dass Collins für einen Stockstich im Getümmel gesperrt wird, sein Gegenüber Ziga Jeglic allerdings ungestraft davon kommt, ist ein ungeheuerlicher Eingriff in den Verlauf der Finalspiele, der die Haie im Extremfall die Meisterschaft kosten kann. Und der die DEL in einem schlechten Licht dastehen lässt. Denn gerade in einem siebten Spiel ist mit Sperren Vorsicht geboten, denn im Anschluss hat keine Mannschaft mehr die Möglichkeit eine Niederlage wieder auszugleichen. Natürlich wird die Meisterschaft nicht automatisch durch die Sperre eines Spielers entscheiden, womöglich noch nicht einmal das eine Spiel. Aber es könnte sein. Wenn die Haie verlieren, wird man sich diese Frage stellen. Und es ist nicht die Aufgabe der DEL mit Wahrscheinlichkeiten zu argumentieren. Die Aufgabe der DEL ist eine faire Entscheidungsfindung. Und die ist in dem Fall nicht gegeben.

Thomas Werner