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Köln.Sport

„Ich wäre gerne Weltmeister geworden!“

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Das größte Spiel: Weber (l.) im WM-Finale 1966 gegen England. Foto: IMAGO

Das größte Spiel: Weber (l.) im WM-Finale 1966 gegen England.
Foto: IMAGO

Seinem Heimatverein, der Sportvereinigung Porz, wo er das Kicken gelernt hat, dort acht Jahre als Jugendlicher dem runden Leder hinterherjagte, und mit 18 Lenzen schließlich das Trikot des 1.FC Köln überzog, ist er heute noch eng verbunden und auch ordentliches Mitglied. Der ehemalige Sportstudent und Inhaber der Trainerlizenz (Diplom 1967) fiebert, so oft er Zeit hat, an der Außenlinie mit, wenn die Herren oder Jugendmannschaften der SpVg in der Kreisliga A auf Punktejagd gehen.

Wolfgang Weber bringt seinen bekannten Namen vor allem in puncto Sponsorensuche für seinen Porzer Club ein.
„Es ist nicht einfach, Geldgeber für einen Verein eines gewöhnlichen Stadtteils hier in Köln zu finden. Die Identifikation der Sponsoren mit den Stadtbezirken ist oftmals nur gering. Der 1.FC Köln dominiert natürlich in Sachen Popularität und hat somit die größte Anziehungskraft für Werbepartner. Da ist Sponsoring in Siegburg und Troisdorf fast leichter als in Porz, da diese Gemeinden mehr eigenen örtlichen Charakter mitbringen”, weiß der Kölner um die Schwierigkeiten im Geschäftsalltag des Sports mit den runden Leder. Sein größter Wusch: Die komplette Erneuerung des alten, schon ergrauten Vereinsheims seiner Sportvereinigung.

„Unser Konjunkturpaket sah erst kürzlich den Bau neuer Umkleidekabinen vor, daher sind wir jetzt finanziell klamm”, erzählt Weber, der trotzdem optimistisch ist, dass das neue Vereinsheim zum 100-jährigen Jubiläum 2019 steht. Der dreimalige Pokalsieger mit dem FC, der von 1978 bis 1980 ein Gastspiel als Coach von Werder Bremen gab, bringt sich darüber hinaus sehr engagiert, an vorderster Front auch abseits des Fußballs, in die Belange seiner kölschen Heimat ein. Als Teilnehmer des Projekt „Spielplatzpate” der Stadt Köln, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinderspielplätze rund um Köln sauber und in Schuss zu halten, kümmert sich der Altinternationale um die Sauberkeit der Spielstätte „Stresemannstraße” in Porz-Finkenberg, und prüft regelmäßig die Funktionalität der dort zur Verfügung stehenden Spielgeräte.

Auch in dem, unter seiner Mitarbeit aufgebauten Bürgerverein Porz, ist Weber am Ball. Ziel der Initiative: Reinerhaltung des Wohnortes Porz, insbesondere des nahen Rheinufers. „Es herrscht nicht viel Sauberkeit in den Kölner Stadtteilen. Sie sind oft verschmutzt wie auch Porz-City, wo ich wohne,” beklagt der Ex-Fußballer die große Unachtsamkeit der Anwohner. Oft seien die Zuständigkeiten zur Reinigung der Bezirke in den Ämtern der Stadt nicht geregelt, stellt der Kölner fest, der unverschleiert anspricht, was ihn bedrückt. Er wolle mit gutem Beispiel voran gehen, und hoffe, dass sich viele Bürger dem Anliegen zur Reinhaltung der Domstadt anschließen. „Ein sauberes Köln ist mir wichtig”, betont er mit kölschem Herzen.

Weber, der sich sehr über die geglückte Rückkehr in die Bundesliga freut, und noch immer Mitglied des Vereins am Grüngürtel ist, möchte sich selbst nichts vorwerfen müssen, versucht zu helfen, wo er kann. In Bezug auf seine fußballerische Laufbahn bedauert der Porzer allerdings ganz offen und ehrlich: „Ich wäre gerne zu meiner aktiven Zeit Weltmeister geworden. Daran hatte ich mal eine ganze Weile zu knabbern. Zudem hätte ich die WM 1974 gerne noch mitgenommen “, gesteht Weber.

Wolfgang Weber ist und bleibt unverwüstlicher Kölner mit uneingeschränkter Zuneigung zu seinem FC. Und einer, der nach seiner sportlichen Laufbahn keine Scheu hat, mit anzupacken. Auch im Alter von nun 70 Jahren nicht.

Andrej Retiet

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