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HEUL LEISE! Sport tut weh

Bootcamp ASV Köln

Herausforderung angenommen: Köln.Sport-Redakteur Stefan Kühlborn nimmt am achtwöchigen ASV-Bootcamp teil, um seine Fitness zu verbessern
Foto: Stephan Ehritt

Acht Wochen lang nimmt unser Redakteur am Bootcamp des ASV Köln teil, um seine Fitness zu verbessern. Regelmäßig schildert er an dieser Stelle seine Erlebnisse und Erfahrungen rund um das knallharte Trainingsprogramm. Ganz nach dem Motto: HEUL LEISE! 

***Teil 1: Bootcamp statt Malle-Tour***

***Teil 2: Von Kniebeugen und Bären***

***Teil 3: Ich Chef, Du nix***

***Teil 4: Der Sommer unseres Lebens***

Die gute Nachricht vorweg: Die erste Woche des zweiten Teils unseres glorreichen Fitness-Bootcamps verlief ohne einen einzigen Regentropfen! Das, was wir schon gar nicht mehr zu träumen gewagt hatten, ist tatsächlich passiert: Nach der Montagseinheit verschwand Coach Nora in den Katakomben und als sie zurückkam, hielt sie einen Kasten Fassbrause in den Händen.

Für mich persönlich war es allerdings der einzige Lichtblick der montäglichen Trainingseinheit. Denn so richtig in Tritt gekommen bin ich zum Wochenstart nicht. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich den deutschen Sieg gegen Italien und den Gänsehaut-Moment unseres kölschen EM-Fahrers Jonas Hector zu ausgiebig gefeiert habe oder mir der sonntägliche Besuch im Kölner Zoo nicht bekommen ist. Auf jeden Fall hatte ich am Montag das Gefühl, ich würde zum ersten Mal in meinem Leben Sport machen.

Schwerfällig, unbeweglich, unmotiviert. Jede Bewegung war eine Qual. Und dabei dachte ich doch, dass ich nach den ersten vier Wochen Bootcamp nun so richtig durchstarten könnte, hatte mir sogar schon eingebildet, dass erste Erfolge sichtbar sind. Und nun? Nix, nada, niente, nothing. Bei den Treppenläufen hatte ich das Gefühl, fast stehen zu bleiben, so langsam kam ich mir selber vor. Und auch in Sachen Kraft lief nicht wirklich viel zusammen. Ein herber Rückschlag, den ich mir so eigentlich gar nicht erklären konnte.

Und so blieb die kühle Fassbrause in meinen Händen das einzige, das einzig Positive, das ich aus dieser Trainingseinheit mitnehmen konnte. Doch Unterkriegen lassen ist nicht. Und dementsprechend habe ich mir fest vorgenommen, am Mittwoch alles in die Waagschale zu werfen, richtig Gas zu geben und ein Training der Extraklasse auf die Tartanbahn zu zaubern.

Sport beim ASV Köln

Versprechen eingelöst: Die Sonne scheint und Coach Nora belohnt unsere Standhaftigkeit mit einem erfrischenden Kaltgetränk nach vollrichteter Arbeit
Foto: ASV Köln

Und die Vorzeichen hätten besser kaum sein können: erneut traumhaftes Wetter und „optimale Bedingungen für neue Bestzeiten“. Dieser Spruch vom Stadionsprecher galt zwar den Teilnehmern vom ASV-Sportfest. Trotzdem eine gute Motivationsspritze für ein hoffentlich erfolgreicheres Training. Auch wenn mein Körper noch immer nicht wirklich wieder im Aktiv-Modus angekommen war. „Wichtig ist, dass man auch dranbleibt, wenn es mal nicht so läuft“, hatte Coach Till mir vor dem Training noch mit auf den Weg gegeben. Als Fachmann weiß er, dass der Körper nicht immer zu Höchstleistungen fähig ist und dass auch der Kopf immer mal wieder Probleme macht.

„Ein Training bedeutet für den Körper grundsätzlich erst einmal puren Stress. Er wird dann stärker, weil er merkt, dass er der Belastung nicht gewachsen ist. Wenn man über Wochen hinweg die Belastung steigert, kann es natürlich passieren, dass man mal in ein Loch kommt, aber da geht es auch wieder raus.“ Ich merke jedoch, dass der Weg aus dem Loch kein leichter ist. Ich fühle mich nach den ersten Übungen schon extrem fertig und schwitze schon nach dem Warmmachen wie Italiener vor Elfmetern gegen Manuel Neuer.

Doch ich halte durch. Und was Tim mir mit auf den Weg gegeben hat, bestätigt sich: „Gerade wenn man die Einheiten, vor dem es einem am meisten graut, hinter sich gebracht hat, ist es ein geiles Gefühl.“ Und in der Tat: ich fühle mich gut, weil ich es durchgezogen habe, obwohl Geist und Körper in dieser Woche wirklich schwach waren. Ich hoffe, in der sechsten Trainingswoche wieder eine deutliche Verbesserung zu spüren.

In meiner jetzigen Verfassung hatte ich im Gecko-Duell mit Anna nämlich überhaupt keine Chance. Zwar habe ich die Übung zumindest sauber hinbekommen, doch Anna war wesentlich schneller unterwegs! Respekt dafür, doch ich gebe mich noch lange nicht geschlagen! Zum Abschluss des Mittwochstrainings ließ dann auch Till eine Runde Fassbrause springen. Feine Geste und ein erfrischender Lichtblick am Ende einer für mich persönlich enttäuschenden Trainingswoche. Doch Aufstecken ist nicht. Darum gilt für mich: gut erholen und dann frisch wieder ans Werk. Dann klappts auch wieder mit der Leistungssteigerung.

In diesem Sinne,

HEULT LEISE!

Stefan Kühlborn