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HEUL LEISE! Bootcamp statt Malle-Tour

Bootcamp ASV Köln

Herausforderung angenommen: Köln.Sport-Redakteur Stefan Kühlborn nimmt am achtwöchigen ASV-Bootcamp teil, um seine Fitness zu verbessern
Foto: Stephan Ehritt

Acht Wochen lang nimmt unser Redakteur am Bootcamp des ASV Köln teil, um seine Fitness zu verbessern.  Regelmäßig schildert er an dieser Stelle seine Erlebnisse und Erfahrungen rund um das knallharte Trainingsprogramm. Ganz nach dem Motto: HEUL LEISE!

Seit Sonntag ist die Amateurfußball-Saison 2015/16 Geschichte. Für mich als passionierter Hobby-Kicker, dem seine Leidenschaft schon unglaublich viele schöne Momente beschert hat, die ihn aber auch verdammt viel Zeit kostet, beginnt damit eine der schönsten Phasen der Saison: die Sommerpause! Mindestens vier Wochen lang die Beine hochlegen, Jogi Löw einen erfolgreichen Bundestrainer sein lassen und gar nicht erst daran denken, welche Höllenqualen mich in der unter Fußballern innig geliebten Vorbereitung auf die neue Saison erwarten werden (Stichwort Shuttle-Run-Test etc. pp.).

Traditionell wird das Saisonende in Fußballerkreisen ausgiebig zelebriert. Neben dem obligatorischen Grillabend ganz oben auf der Liste: Die Party-Tour nach Mallorca. Auf der Deutschen noch immer liebster Insel geben Profi- wie Hobbykicker zum Ende der Saison ein letztes Mal so richtig Gas. Es soll sogar Spieler geben, deren Talente in Sachen Ausdauer oder Zweikampfführung am Strand vom Ballermann das erste Mal wirklich zum Vorschein treten.

Während nun also meine ehemaligen und zukünftigen Mitspieler tagsüber am Strand liegen und abends im „Bierkönig“ auf den Tischen tanzen, sitze ich in Köln vor meinem Laptop und schreibe diese Zeilen. Was ist dieses Jahr schief gelaufen? Nunja, mich hat der Ehrgeiz gepackt. Ich weiß nicht, woher er kam und wie er von mir Besitz ergreifen konnte – doch auf einmal war er da! Dürfen wir vorstellen? Deine Grenzen… so habe ich es auf der Homepage des ASV Köln gelesen. Mit einer Mischung aus Angst und Neugierde klickte ich auf den Artikel: ASV-Bootcamp, acht Wochen Training, zwei Einheiten pro Woche, die dir alles abverlangen werden. Hälst DU das durch?

Halte ICH das durch? Gute Frage. Und eine Frage, auf die ich eine Antwort will!

Anmeldung beim ASV-Bootcamp

Anmeldung zum Bootcamp:Vor Trainingsstart führt Coach Till (re.) noch Körpergewichtsanalyse, Muskelfunktionstest und Ausdauertest mit unserem Redakteur durch.
Foto: Stephan Ehritt

Entschluss gefasst, auf ans Werk. Und so stehe ich ein paar Tage später in der ASV-Geschäftsstelle, um mich für das erste Fitness-Bootcamp meines Lebens anzumelden. Bevor ich allerdings mit dem Programm starte, gilt es meine Ausgangslage festzustellen.

Die Ausgangslage: Ich bin 28 Jahre alt, tobe mich viermal pro Woche mindestens zwei Stunden auf dem Fußballplatz aus und erkunde je nach Lust und Laune immer mal wieder läuferisch den Kölner Grüngürtel, wo es mich dann auch an die Trimmfit-Stationen zieht. Bei einer Körpergröße von 1,92 Meter bringe ich 89,5 Kilogramm auf die Waage (ist okay, war aber definitiv schonmal besser!).

Die Körpergewichtsanalyse, die ich gemeinsam mit Fitness-Coach Till durchführe, ergibt, dass ich über 40 Kilogramm fettfreie Maße verfüge und mein Körperfettgehalt 17,5 Prozent beträgt (Halt! Das ist definitiv zu viel). Der für mein Viszeralfett errechnete Wert beträgt fünf. Viszeralfett, das ist das „böse“ Fett, das die inneren Organe umgibt und in Verbindung mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzinfarkten steht. „Viszeralfett-Werte von eins bis fünf sind in Ordnung“, erklärt mir Fitness-Trainerin Nora, die gemeinsam mit Till das Bootcamp leitet. In Ordnung also, mh naja, ich glaube da geht mehr. Kampf dem Viszeralfett – könnte mein Trainingsmotto lauten!

Der Muskelfunktionstest ergibt, dass Beinstrecker und Beinbeuger gut funktionieren, Brust- und Wadenmuskulatur machen ebenfalls einen voll funktionstüchtigen Eindruck. Einzig bei beiden Hüftbeugern ist die Muskulatur leicht verkürzt. Da hat meine Arbeitsposition im Sitzen einen nicht unerheblichen Anteil dran.

Zum Abschluss steht der Ausdauertest auf dem Fahrrad-Ergometer an. Fit wie ein Fahrer bei der Tour-de-France bin ich zwar nicht (und werde ich wohl auch nicht mehr werden), doch insgesamt bin ich doch ganz zufrieden. Die Basis ist okay. Doch Potenzial, meine Fitness zu steigern, ist auf jeden Fall vorhanden!  Die Ausgangslage damit abgeschlossen, geht es nun an den Part, den jeder Sportler im Vorfeld einer neuen Herausforderungen oder Trainingsform berücksichtigen sollte: Setzt euch ein Ziel!

Mein Trainingsziel: Das Stichwort lautet „Körperfett“. Ich will das achtwöchige Trainingsprogramm nutzen, um den Fettgehalt meines Körpers zu senken! „Hier ist auf jeden Fall noch Potenzial“, bestätigt Nora (Danke für die schonungslose Ehrlichkeit!). Damit einhergehend hoffe ich, Ausdauer und Kondition steigern zu können, damit die „Höllenqual“ Sommervorbereitung in diesem Jahr vielleicht doch zumindest ein kleines bisschen erträglicher ausfällt.

Mit meinen Zielen im Gepäck und frohen Mutes kann es jetzt also ans Training gehen! Ich bin gespannt, freue mich auf neue Erfahrungen und Trainingsreize, motivierte Mitstreiter und eine spannende Zeit! In der kommenden Woche berichte ich an dieser Stelle dann über die ersten Einheiten. Tut es weh? Bin ich stark genug? und natürlich: Halte ich durch?

In diesem Sinne,

HEULT LEISE!

Stefan Kühlborn