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Haie entzaubern Meister Mannheim

Den vierten Saisonsieg unter Dach und Fach: Haie-Urgestein Mirko Lüdemann (l.) und Torschütze Patrick Hager Foto: imago/mika

Den vierten Saisonsieg unter Dach und Fach: Haie-Urgestein Mirko Lüdemann (l.) und Torschütze Patrick Hager
Foto: imago/mika

Traumtore, Schlägereien und ganz viel Willen: Die Kölner Haie rufen gegen die Mannheimer Adler alles ab und schlagen den amtierenden Meister mit 5:2.

35 Sekunden vor Schluss war klar, dass die Mannheimer Adler in Köln erneut kein Land sehen sollten. Alex Weiß schob den Puck lässig zum 5:2-Endstand ins leere Tor des amtierenden Meisters und bescherte den Kölner Haien nach zwei bitteren Heimspiel-Pleiten wieder einen Erfolg vor den eigenen Fans. Es war der Schlusspunkt einer spektakulären Partie, die auf Seiten der überzeugend aufspielenden Gastgeber besonders die Neuzugänge geprägt hatten.

Im ersten Drittel mussten die knapp 10.000 Zuschauer in der Lanxess-Arena allerdings befürchten, dass sich eine Art Heimfluch über den KEC gelegt hat. Das Team von Niklas Sundblad ackerte, spielte, schoss – aber traf das Tor nicht. Die Mannheimer dagegen zeigte sich eiskalt: Nachdem Haie-Goalie Gustaf Wesslau einen Alleingang von Jon Rheault noch wegfischte (5.), war er gegen den von Jamie Tardif abgefälschten Schuss dann machtlos (10.). Es folgten wütende Angriffe der Kölner, doch Mannheims Nationaltorwart Dennis Endras war mehrfach zur Stelle.

Es musste erst ein Überzahlspiel der Gäste aus der Kurpfalz her, damit die Haie zurück ins Spiel fanden. Johannes Salmonsson fing einen Pass ab, zog auf und davon und ließ Endras im direkten Duell per Rückhandschuss keine Chance (22.). Die Emotionen kochten nun hoch: Erst schnappte sich Ryan Jones Mannheims Nikolai Goc zum Tänzchen, kurz danach war Nick Latta zum Jubel von Mannschaft und Fans klarer Punktsieger im Faustkampf gegen Danny Richmond. Das Momentum war nun endgültig auf Seiten des KEC, der in Überzahl erneut zuschlug. Doch die Schiedsrichter verweigerten dem Treffer von Philip Gogulla wegen Torraumabseits die Anerkennung (26.).

Das stoppte die Haie allerdings nur kurz: Eine Traumkombination über Mirko Lüdemann und Ryan Jones schloss Per Aslund zum 2:1 ab. Ein Wahnsinnstor des schwedischen Neuzugangs (32.)! Das Sundblad-Team war nun komplett oben auf: Jones verpasste das dritte Kölner Tor nur knapp, ehe Shawn Lalonde nachlegte. Von rechts überwand der kanadische Verteidiger Endras zum 3:1, die Lanxess-Arena stand endgültig Kopf (37.). Während Mannheim wie ein Team spielte, das bereits Meister wurde, agierte der KEC wie eines, das Meister werden will. Hungrig, giftig und körperlich enorm präsent: Ein starker Auftritt der neuformierten Haie! Kurz vor der Drittelsirene im Mittelabschnitt klingelte dann noch zweimal das Torgestänge: Erst testete Andreas Falk das Aluminium, dann rettete die Latte beim Hospelt-Schuss für den geschlagenen Wesslau (40.).

Das hohe Tempo, das beide Teams in den ersten 40 Minuten anschlugen, verflachte im Schlussdrittel etwas. Die Haie kontrollierten die Partie, Mannheim rannte etwas hilflos an. Und brannte es einmal doch vor dem Kölner Tor, war der starke Wesslau zur Stelle. Der schwedische Schlussmann strahlte eine enorme Ruhe aus und verlieh seiner Hintermannschaft die nötige Sicherheit. Als das Spiel gen Schlusssirene plätscherte, wurde es doch nochmals spannend: Jochen Hecht verkürzte für die Adler in Unterzahl zum 2:3 (56.). Nur kurze Zeit später nahm Patrick Hager dann allerdings die Spannung aus der Partie: Der Angreifer klaute hinter dem Tor die Scheibe und schob sie dann Nationalmannschaftskollege Endras durch die Schoner (58.). Das vierte Tor eines Neuzugangs an diesem Abend. Endgültig entschied dann Weiß den Klassiker zugunsten der Haie – die Fans in der Lanxess-Arena feierten das Team noch Minuten nach der Schlusssirene.

Durch den souveränen Sieg über den amtierenden Meister ist das Sundblad-Team nicht nur zurück in der Erfolgsspur, sondern festigt auch seine Position in der Spitzengruppe der DEL. Derzeit belegen die Haie nach sechs Spielen mit elf Punkten den sechsten Rang. Am Sonntag geht es für den KEC zu den Grizzlys Wolfsburg, die derzeit auf dem vierten Platz rangieren.