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FC: Fünf Erkenntnisse vom 1. Spieltag

Der 1. FC Köln ist mit einem Auftaktsieg in die Mission Wiederaufstieg gestartet. Das Debüt von Markus Anfang ist geglückt – hier sind unsere fünf Erkenntnisse vom 1. Spieltag.
Auftaktsieg

Haben gut lachen: Neuzugang und Torschütze Rafael Czichos (l.) und der sehr starke Timo Horn nach dem 2:0-Auftaktsieg beim VfL Bochum. (Foto: imago/DeFodi)

1 Timo Horn ist der mit Abstand beste Torwart in der 2. Liga.

Einen Torhüter vom Kaliber eines Timo Horn in der 2. Liga zu sehen, ist angesichts der Klasse des gebürtigen Rondorfers ohnehin schon außergewöhnlich. Wie er jedoch in den Drangphasen des VfL die Null hielt, einen Kruse-Kopfball artistisch über das Tor lenkte oder die Bochumer Angreifer um Sidney Sam zur Verzweiflung trieb, zeigt ganz klar: Der FC hat den mit Abstand besten Schlussmann der 2. Liga zwischen den Pfosten, der in vielen Spielen allein durch seine Präsenz im Strafraum ein entscheidender Faktor sein kann.

2 Der FC hat die Liga angenommen.

Rennen, beißen, grätschen – und das bei Temperaturen jenseits der 33 Grad: Wie der FC in Hälfte Eins und nach dem Platzverweis von Jorge Meré in den letzten 25 Spielminuten kämpfte und sich dem Gegner in den Weg schmiss, zeigte: Markus Anfang und sein Team haben von Spieltag Eins hinweg verstanden, worauf es eine Spielklasse unter der Bundesliga ankommt. Darunter litten ein wenig Spielfluss und -kultur, die Kölner demonstrierten jedoch eindrucksvoll, dass sie trotz anderen Anspruchs auch über die „Drecksarbeit“ kommen und ein erfolgreiches Spiel absolvieren können.

3 In der Defensive gibt es noch viel Arbeit.

Trotz „Zu-Null“ dürfte es für jeden Zuschauer offensichtlich gewesen sein: Vor der Defensive des 1. FC Köln liegt noch eine Menge Arbeit. Das Rezept für die Arbeit gegen den Ball ist noch nicht vollständig ausgereift, es basiert aktuell noch darauf, den Gegner möglichst gar nicht erst in Ballbesitz kommen zu lassen. Wird dann auch noch das Pressing überspielt, laufen die rot-weißen meist hinterher – so auch am Samstag gegen die schnellen Kruse und Sam. So kam der VfL gerade in der ersten Halbzeit zu einigen Torchancen, hätte einen Elfmeter kriegen müssen und war das allgemein aktivere Team. Es liegt am Trainerteam, Lösungen zu finden, auch wenn der gewünschte Druck einmal nicht direkt zum Ballgewinn führen sollte.

4 Jhon Córdoba ist auch ohne Tore wichtig für den FC.

Was der viel gescholtene Jhon Córdoba im Ruhrstadion über 90 Minuten abspulte, war extrem beeindruckend. Als erster Verteidiger und Anführer der Kölner Pressing-Spitze entnervte er die Bochumer Defensivspieler ein ums andere mal, zeigte seine absolut außergewöhnliche Physis. „Würde er doch nur auch mal ein Tor schießen“, mögen einige FC-Fans auch nach dem Auftaktsieg gegen Bochum gedacht haben. Doch Córdoba, ein mannschaftsdienliches Arbeitstier, hat bewiesen, dass er vor allem Räume und Lücken reißen, Bälle festmachen und in Gefahrensituationen auftauchen kann. So kann er dem FC auch helfen, wenn er nicht mehr zum Knipser wird – auch wenn er sich langsam einfach mal mit einem Tor belohnen muss.

5 Das neue System braucht noch Zeit.

Markus Anfang predigt es, seit er am Geißbockheim ist, in Bochum wurde es erneut offensichtlich: Das neue, komplexe und auf Räumen basierende FC-System braucht noch Zeit, bis es alle Spieler instinktiv verinnerlicht haben. Zu oft noch wurden gegen den VfL andere Wege gewählt, als man im Vorhinein eingeübt hatte, auch der von Anfang favorisierte, flache Spielaufbau, gelang noch zu selten. Das war laut Coach auch dem starken Gegner geschuldet, dennoch ist es der Anspruch der Kölner, ihre Spielidee gegen jedes Team in dieser Liga konsequent durchzusetzen. Nun heißt es eine Woche lang: Üben, verinnerlichen, verbessern. Denn mit Union Berlin steht am kommenden Montag schon der nächste Hochkaräter an.