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Fortuna siegt mit 4:2 im Derby

Quelle: IMAGO

Jan-André Sievers (r.) und Fortuna Köln haben das Derby gegen Viktoria (l., Jannik Löhden) für sich entschieden.

Trotz zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand hat Regionalligist Fortuna Köln im Derby gegen Viktoria am Ende die Oberhand behalten. Während und nach dem Spiel kracht es zwischen den Coaches Uwe Koschinat und Claus-Dieter Wollitz.

Das mit Spannung erwartete Derby des Zweiten gegen den Dritten der Regionalliga West bekam zusätzliche Brisanz – wenn es die überhaupt noch brauchte – durch die Niederlage der Sportfreunde Lotte am Freitagabend in Essen. Der Sieger im Südstadion würde also punktgleich mit dem bisherigen Spitzenreiter sein und die Tabellenführung übernehmen.

Die Anfangsphase lief in etwa so, wie sich das Claus-Dieter Wollitz und seine Viktoria gedacht hatten. Zwar mussten die Gäste neben den Ausfällen von Mike Wunderlich (Sperre) und Timo Staffeldt (Verletzung) kurzfristig auch noch auf den Japaner Hamanaka Masatoshi verzichten. Der Matchwinner des Spiels gegen Schalke in der Vorwoche hatte sich im Abschlusstraining einen Bänderiss zugezogen.

Dennoch: Die Höhenberger hatten die Offensive der Fortuna im ersten Durchgang hervorragend im Griff und gingen nach 20 Minuten durch David Müller in Führung. Gut 15 Minuten später wurde Fatih Candan durch die Mitte hervorragend freigespielt, die Rettungsversuche von Fortuna-Keeper André Poggenborg und Innenverteidiger Daniel Flottmann kamen zu spät – 0:2! Die Partie schien auf einen Auswärtssieg hinauszulaufen, präsentierte sich die Fortuna bis zu diesem Zeitpunkt doch recht herz- und ideenlos.

Das änderte sich schlagartig kurz vor dem Seitenwechsel, als Ex-Viktorianer Ercan Aydogmus mit dem Kopf auf 1:2 verkürzte. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Was zu diesem Zeitpunkt viele hofften, aber noch keiner ahnen konnte: Die zweite Hälfte spielte nur noch Fortuna Köln. Bis auf eine Großchance von Silvio Pagano (58.) kam von Viktoria offensiv fast nichts mehr. Im Gegensatz zu Pagano, der mit seinem Lupferversuch an Poggenborg scheiterte, machte es Tobias Steffen besser. Der für den verletzten Laux eingewechselte Außenstürmer belebte das Spiel der Südstädter ungemein und belohnte sich mit dem 2:2 (59.) und leistete per Eckball auch noch die Vorarbeit zum 3:2 durch Kapitän Daniel Flottmann (80.).

Von Viktoria kam nicht der erwartete Gegenschlag, stattdessen machte Aydogmus in der 85. Minute mit seinem elften Saisontreffer alles klar. Das Südstadion bebte, der Sieg wurde ausgelassen gefeiert und auch auf der Pressekonferenz ging es später noch hoch her. Viktoria-Coach Wollitz warf Koschinat und seinen Kollegen vor, ihn und seine Spieler beim Ausgleich nach einer Stunde massiv beleidigt zu haben und zeigte sich auf die Entschuldigung von Koschinat hin unversöhnlich. Wollitz kündigte jedoch an, in den restlichen Partien mit seinen Schützlingen nun besonders Gas geben zu wollen, um die Scharte der Derbyniederlage – ganz nebenbei die dritte in Serie – auszumerzen.