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Fortuna: Das Ergebnis stimmt

Hamdi Dahmani und Fortuna Köln bezwingen Tabellenschlusslicht Regensburg Foto: IMAGO/Eibner

Hamdi Dahmani (l.) und Fortuna Köln bezwingen Tabellenschlusslicht Regensburg
Foto: IMAGO/Eibner

Der SC Fortuna Köln bezwingt Regensburg durch ein Tor von Sascha Marquet mit 1:0 (1:0). Die 1.320 Zuschauer im Südstadion erleben eine Premiere im deutschen Profi-Fußball. Als Schiedsrichter Malte Dittrich im Kölner Südstadion zur Halbzeit pfiff und die Spieler in den Katakomben verschwanden, schritt Uwe Koschinat zum Mikrofon und sorgte mit dem ersten Halbzeitinterview eines Trainers für ein Novum im deutschen Profi-Fußball. Die Idee dazu hatte der Fortunen-Coach höchstselbst. „Nach dem Spiel ist das Stadion immer recht schnell leer. Daher habe ich gedacht, das ist mal was Neues. Keine Ahnung, wie es bei den Fans ankommt, aber wir sind eben ein familiärer Klub und da sollen die Fans auch die Chance haben, ein Stück weit in meinen Kopf reinzugucken und Informationen zu bekommen, statt irgendeine Cheerleader-Show vorgesetzt zu bekommen.“

Und so stand Uwe Koschinat am Spielfeldrand Rede und Antwort und sprach davon, dass man den Gegner auf keinen Fall ins Spiel kommen lassen dürfe und unbedingt auf das zweite Tor gehen müsse. Für Treffer Nummer eins hatte nach einer knappen halben Stunde Sascha Marquet gesorgt, der nach einem von Thomas Kraus verlängerten Dahmani-Eckball am zweiten Pfosten frei stehend einschieben konnte (27.). Der Neuzugang von Alemannia Aachen war für Kristoffer Andersen (Knorpelschaden im Knie) in die Mannschaft gerückt und wusste auf der Doppelsechs neben Markus Pazurek zu überzeugen. Spielerisch setzten die Hausherren gegen die mit den Ex-FC-Spielern Lukas Sinkiewicz und Aias Aosman angereisten Regensburger zwar nur selten Glanzpunkte, wenn dann versuchten sich vor allem Johannes Rahn und Cauly Oliveira Souza  an schnellen Kombinationen.

Dass Koschinat in der Pause vom Ausbau der Führung sprechen durfte, hatte die Fortuna allerdings auch den Gästen, insbesondere Stürmer Benedikt Schmid zu verdanken. Die Nummer elf des SSV Jahn stand nach einer Ecke mutterseelenallein am Kölner Fünfmeterraum, sein Kopfball ähnelte allerdings eher einer Rettungsaktion, denn einem Torabschluss (37.).

Was ihr Trainer gefordert hatte, konnten die Kölner im zweiten Durchgang dann allerdings nur spärlich umsetzen. Zwar prüfte Dahmani Jahn-Keeper Stephan Loboue aus der Distanz (49.), viel mehr kam von den Südstädtern zunächst allerdings nicht mehr. Regensburg riskierte mehr und kam in der Schlussphase zu einigen durchaus hochkarätigen Möglichkeiten. Ein artistisch eingesprungener Fallrückzieher von Gino Windmüller strich dabei ebenso knapp am linken Torpfosten vorbei (71.), wie ein Kopfball des eingewechselten Daniel Steininger (72.). Die Gäste hatten sich den Ausgleich in dieser Phase längst verdient, wie auch Koschinat nach der Partie eingestand: „Es wäre für uns sicherlich schwer geworden, nochmal ins Spiel zurückzukommen, wenn Regensburg getroffen hätte.“

Doch die schwächste Offensive der Liga blieb ihrem Ruf treu und so stand nach 90 Minuten Fortunas Saisonsieg Nummer sieben zu Buche. Keeper André Poggenburg blieb zum bereits neunten Mal in dieser Spielzeit ohne Gegentreffer und die Kölner vergrößerten den Vorsprung auf die Abstiegsplätze am letzten Hinrundenspieltag vorübergehend auf acht Punkte. „Wenn man sich vor Augen führt, dass wir zwischenzeitlich fünf Spiele in Folge nicht gepunktet haben, stehen wir wirklich optimal da“, konnte Uwe Koschinat zufrieden den Gang in die Kabine antreten. Zufrieden angesichts dreier Punkte, einer überaus gelungenen Hinrunde und seiner innovation Idee, die Fans bereits zur Halbzeit in seine Gedanken mit einzubeziehen.