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Flüchtlinge: Kölner Sport kritisiert Stadt

In der Halle des Deutzer TV am Reitweg sollen 200 Flüchtlinge untergebracht werden Foto: Deutzer TV

In der Halle des Deutzer TV am Reitweg sollen 200 Flüchtlinge untergebracht werden
Foto: Deutzer TV

Die Belegung der Schulturnhalle in Deutz durch Flüchtlinge wird zum Zankapfel zwischen dem organisierten Kölner Sport und der Stadt. Es seien auch andere gefordert, so der Stadtsportbund.

Erneut wird eine Schul-Turnhalle von der Stadtverwaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Beschlag genommen: In der Vierfach-Turnhalle am Deutzer Reitweg sollen demnächst 200 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Schul- und Vereinssport muss auf andere Hallen ausweichen und teils sogar ausfallen.

„Die Situation hat sich dramatisch verschärft“, erklärte Sozialdezernentin Henriette Reker angesichts des zunehmenden Flüchtlingsstroms, der auch an Köln nicht vorbeigeht. „Wir haben eine Ressource benötigt, die schnell zur Verfügung steht“, so Reker. Wie lange die Turnhalle genutzt werden soll, ist noch unklar. Die geplante Sanierung der Halle im Mai könnte jedoch verschoben werden.

Der organisierte Kölner Sport kritisierte das Vorgehen scharf. „Zum wiederholten Mal nimmt das Dezernat für Soziales ohne die zuletzt zugesagte, frühe Einbindung des organisierten Sports eine belegte Sporthalle für die Unterbringung von Flüchtlingen in Beschlag. Ohne Vorlauf, nur mit geringsten Informationen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme des Stadtsportbunds Köln und der Sportjugend Köln.

Der Sport habe seinen konstruktiven Beitrag in der Flüchtlingsfrage geleistet. Sporthallen und
Sporträume wurden zur Verfügung gestellt, Vereine und ihre Übungsleiter arbeiten für und mit den Flüchtlingen. „Aber nun ist es an der Zeit, dass auch alle anderen Gesellschaftsbereiche großzügig Räume, ob belegt oder unbelegt, zur Verfügung stellen“, so die Vertreter des organisierten Sport. Es gehöre nicht zu den Kernaufgaben des Sports, dies alleine zu tragen. „Wir fordern ein, dass in dieser prekären Situation Denkverbote aufgehoben werden und Messehallen, Gewerberäume, kirchliche Räume, Kulturbetriebsräume und auch städtische Räume als Wohnraum zur Verfügung gestellt werden.“