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FC: Widerstand gegen Geißbockheim-Erweiterung

Einst Schmuckstück, nun Sanierungsfall: das Geißbockheim, die Heimat des 1. FC Köln Foto: pa/Rolf Vennenbernd

Einst Schmuckstück, nun Sanierungsfall: das Geißbockheim, die Heimat des 1. FC Köln
Foto: pa/Rolf Vennenbernd

Die Pläne des 1. FC Köln, das Gelände am Geißbockheim zu erweitern, stoßen nicht überall auf Zuspruch: Eine Bürgerinitiative versucht die Expansion zu verhindern.

Seit fast zwei Jahren arbeitet der 1. FC Köln an einer Erweiterung und Renovierung des Geißbockheim-Geländes. Der Masterplan der „Geißböcke“ sieht die Errichtung eines Leistungszentrums neben dem Franz-Kremer-Stadion sowie neue Trainingsplätze in der direkten Umgebung vor. Zuletzt stimmte der Stadtentwicklungsausschuss Anfang Dezember der Einleitung des Planverfahrens zu und stellte somit die Weichen zur Erweiterung des Vereinsgeländes im Kölner Grüngürtel (Köln.Sport berichtete).

Das stößt nicht überall auf Gegenliebe: Am vergangenen Wochenende hat sich in Lindenthal eine Bürgerinitiative gegründet, die sich den Erhalt des Grüngürtels in seiner jetzigen Form auf die Fahne geschrieben hat. „Die Sache nimmt nun deutlich Fahrt auf“, äußerte sich Jan Henin, Initiator der Bürgerinitiative, beeindruckt von der positiven Resonanz. Knapp 50 Beteiligte hatten sich zur Gründung getroffen, neben Anwohnern der angrenzenden Stadtteile zählen nach Angaben der Bürgerinitiative auch Vertreter und Vertreterinnen von verschiedenen Naturschutzorganisationen zu den Mitgliedern.

Die Forderungen sind klar: „Der Äußere Grüngürtel soll weiterhin der Grüngürtel für alle bleiben“, heißt es in einem Schreiben. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung und der veröffentlichten Meinung seien viele Kölner gar nicht einverstanden mit den Expansionsplänen des 1. FC Köln. So kritisieren die Naturschützer, dass ein großer Teil der öffentlichen Parkanlage „privatisiert“ werden solle und durch das Vorhaben das Landschaftsschutzgebiet beeinträchtigt werde. Alternative Standorte, die anstelle des Geißbockheims infrage gekommen wären, seien nur unzureichend geprüft worden. Die Initiative wolle nun eine breite Öffentlichkeit für den Schutz und Erhalt des Grüngürtels mobilisieren. „Erklärtes Ziel ist eine Verhinderung des Neubaus der Fußballplätze und der Gebäude im Grüngürtel“, so die Bürgerinitiative, die auf den Widerstand gegen ein mögliches Leistungszentrum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf der Jahnwiese verweisen: „Die Kölner haben schon einmal gezeigt, dass sie sich für den Erhalt ihres Grüngürtels erfolgreich einsetzen können.“

Schon vor Monaten versuchte der FC in einem offenen und öffentlichen Bürgerdialog, die Bedenken der Anwohner und Naturschützer zu zerstreuen. Ein Vorhaben, das viele Kritiker überzeugte. Nicht nur deshalb hatte der Bundesligist Ende Dezember nach langen und intensiven Gesprächen Grünes Licht für ihr Vorhaben seitens der Stadt erhalten. Elf verschiedene Areale (neun innerhalb Kölns, zwei außerhalb) wurden überprüft – aus dieser Analyse sei das Gelände am Geißbockheim als der geeigneter Standort hervor.