fbpx

FC-Ultras boykottieren Derby

Fans Südkurve 1. FC Köln Choreographie

Im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach muss der 1. FC Köln auf die Unterstützung von Teilen seiner Fans verzichten.
Foto: imago/Sven Simon

Der Boykott geht in die nächste Runde: Beim Derby des 1. FC Köln in Mönchengladbach werden die „Geißböcke“ auf die Unterstützung von Teilen ihrer Fans verzichten müssen.

„So wichtig kann kein Spiel sein, auch wenn es sich um ein Derby handelt“ – mit diesen Worten verkündet ein Großteil der Fanszene des 1. FC Köln seinen Boykott für das am 20. Februar stattfindenden Derby bei Borussia Mönchengladbach. Das verkündete der Interessensverband „Südkurve Köln e.V.“, ein Zusammenschluss verschiedenster FC-Fanklubs, auf seiner Homepage. Bereits beim Hinspiel, das die „Geißböcke“ mit 1:0 für sich entscheiden konnten, hatten die Hardcore-Anhänger aus Protest gegen Sanktionen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf die Unterstützung ihres Teams größtenteils verzichtet.

„Diese Entscheidung fällt uns sehr schwer, wird aber von weiten Teilen innerhalb unserer Gemeinschaft mitgetragen“, heißt es in dem Statement. „Bereits beim Heimspiel gegen Mönchengladbach in der Hinrunde haben wir unseren Unmut über die Punkte des „Sicherheitspapier“ der DFL bekundet und daran erinnert, wie wir mit vielen FC-Fans und FC-Fanclubs im Jahre 2012 gemeinsam protestiert haben. Auch diesmal werden wir die gegen uns erhobenen Maßnahmen nicht hinnehmen“, betont der „Südkurve Köln e.V.“. Für das brisante Derby in Mönchengladbach, das zuletzt an Karneval 2015 von Ausschreitungen überschattet wurde, stehen den FC-Fans aus Sicherheitsgründen nur die Hälfte der üblichen Ticketmenge zu, statt 5.400 Karten erhalten die Kölner nur 2.700 Tickets. Darüber hinaus wird jede Eintrittskarte ausschließlich personalisiert herausgegeben.

Bereits beim Hinspiel im September hatten beide Fanlager gegen diese Maßnahmen protestiert, der Gästeblock im RheinEnergieStadion blieb nahezu leer. Beim FC hatte das Verhalten der eigenen Anhänger für Missstimmung gesorgt, es hagelte nicht nur seitens der Vereinsverantwortlichen Kritik an der Entscheidung der Ultras. Nun also der Verzicht auf das Rückspiel: Die Sicherheitsmaßnahmen würden „von DFB und Politik als Instrument genutzt, um zu suggerieren, dass ‚alles dafür getan‘ wird, das Risiko bei Spielen zu minimieren. Doch soll man wirklich den Schutz seiner Persönlichkeitsrechte über Bord werfen, um Darsteller dieser politischen Schmierenkomödie zu werden?“, fragen die Anhänger in ihrer Stellungnahme und ergänzen: „Auch wenn wir uns als Fanszene aufgrund der Geschehnisse beim letzten Gastspiel in Mönchengladbach hinterfragen mussten, nehmen wir es nicht hin, nun als ‚Sicherheitsrisiko‘ eingestuft zu werden!“