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Nach Fan-Ausschreitungen: 1. FC Köln holt Punkt in Nizza

Zum Auftakt in die Gruppenphase der Conference League hat der 1. FC Köln 1:1 gegen OGC Nizza gespielt. Die Begegnung wurde von Fan-Ausschreitung vor dem Anpfiff überschattet.

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Ausschreitung auf der Tribüne: „Fans“ beider Mannschaften prügeln sich und Leuchtfeuer fliegen in die Menge. (Foto: IMAGO / Treese)

Eigentlich wollte der 1. FC Köln in Nizza ein wundervolles Fußballfest feiern. Seit Tagen waren tausende FC-Fans in der Stadt an der Côte d’Azur im Süden Frankreich unterwegs und feierten ihren Verein. Doch bevor das Spiel am Donnerstagabend angepfiffen wurde, gab es auf den Tribünen massive Fan-Ausschreitungen mit Verletzten. Bengalische Leuchtfeuer flogen zwischen „Fans“ der beiden Vereine hin und her. Bei der Rückkehr in den Block wurden die Beteiligten mit FC-Trikots von den wahren FC-Fans mit „Wir sind Kölner und ihr nicht“ empfangen. Ein klares Zeichen der Fußballfans des 1. FC Köln gegen die Aktion einzelner.

Die UEFA verschob den Anpfiff (ursprünglich 18:45) und rief eine Sicherheitskonferenz ein, die entscheiden sollte, ob das Spiel überhaupt angepfiffen werden kann. Jonas Hector trat vor die 8000 FC-Fans und musste die Mitgereisten um Zurückhaltung bitten. „Wir haben uns dafür letztes Jahr und in den Play-off-Spielen den Arsch aufgerissen. Und wir würden das sehr gerne mit euch machen und deswegen bitte ich euch: behaltet die Nerven, bleibt ruhig, unterstützt uns so gut es geht. Lasst uns in Frieden den Fußball feiern und nicht die Gewalt“, so der FC-Kapitän. Schließlich wurde das Spiel mit 55-minütiger Verzögerung doch noch angepfiffen.

Steffen Tigges bringt FC in Führung – OGC Nizza besser in Halbzeit zwei

In der Anfangsphase war der 1. FC Köln drückend überlegen und hätte schon nach einer Viertelstunde in Führung sein müssen. Jan Thielmann vergab mit Fuß und Kopf in aussichtsreichen Abschlusspositionen. Nach 19 Minuten war es dann so weit: Thielmann war auf der rechten Seite durch und spielte einen perfekten Querpass auf Tigges, der den Ball nur noch über die Linie schieben musste. Die Kölner Führung war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient. Auch danach machten die Geißböcke weiter Druck, schafften es aber nicht nachzulegen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit entwickelte sich wie aus dem Nichts ein vollkommen anderes Spiel. Nizza machte vom Start weg mehr Druck und kombinierte sich ein ums andere Mal durch das FC-Offensivpressing. Nach einer guten Stunde reihten sich dann zwei unglückliche Aktionen der Kölner hintereinander und sorgten im Endeffekt für den Ausgleich. Zuerst lief ein Nizza-Spieler in Hector rein und bekam dafür einen glücklichen Freistoß. In der Folge wehrte Hübers den Freistoß mit der Hand ab und der Unparteiische entschied auf Elfmeter. Delort besorgte dann aus elf Metern den 1:1-Ausgleich, welcher bis zum Ende Bestand hatte.

FC-Präsident Wolf mit Statement nach dem Spiel

In der Nacht nach dem Skandal-Spiel in Nizza meldete sich FC-Präsident Werner Wolf zu Wort: „Wir verurteilen die abscheulichen Geschehnisse, die sich im Vorfeld des gestrigen Spiels in Nizza auf beiden Seiten ereignet haben, auf das Schärfste. Die Vorfälle sind umso bedauerlicher, weil dadurch ein tolles Fanfest von rund 8.000 Kölner Fans an Wirkung und Wert verloren hat. Wir werden deshalb alle unsere Kraft in die Aufklärung dieser Vorfälle setzen und dabei mit aller Konsequenz gegen die Gewalttäter vorgehen. Dazu sind wir unseren vielen Tausend friedlichen Fans und dem Fußball gegenüber verpflichtet.“

Von Robin Josten