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FC: Fünf Erkenntnisse zum 10. Spieltag

Durch einen unnötigen Fehler kurz vor Schluss hat der 1. FC Köln einen sicher geglaubten Sieg in Kiel noch aus der Hand gegeben. Unsere fünf Erkenntnisse zur Partie.
Drexler

Dominick Drexler wurde an alter Wirkungsstätte eigentlich 90 Minuten ausgepfiffen – und holte in der Zwischenzeit einen Elfmeter raus. (Foto: Facebook)

1 Nach hinten ging es (lange) gut,…

Der 1. FC Köln wollte nach der überraschenden Niederlage gegen den damals noch Tabellenletzten aus Duisburg vor der Länderspielpause etwas gut machen und in Kiel zurück in die Erfolgsspur finden. Das sollte zunächst einmal durch eine geordnete Defensive geschehen, und die Herren Meré und Czichos innen sowie Benno Schmitz und Jannes Horn außen machten ihre Sache bei gegnerischem Ballbesitz gut. Kiel kam trotz durchaus potenter Offensive eigentlich kein einziges Mal gefährlich vor den Kölner Strafraum, bis zum kapitalen Missverständnis von Timo Horn und Meré kurz vor Schluss. So wie mit Sicherheit einige Zuschauer vor den Fernsehgeräten befanden sich die beiden in der 88. Minute im Tiefschlaf und mussten machtlos zusehen, wie der Ball über die Linie kullerte.

2 …nach vorne ging nicht viel.

FC-Trainer Markus Anfang sprach nach dem Spiel davon, dass man die Chancen, die sich der Mannschaft geboten hätten, nicht konsequent genug genutzt hätte. Doch bis auf die Chance Jhon Córdobas kurz vor Schluss bleibt dem neutralen Zuschauer eigentlich aus den gesamten 90. Minuten keine Chance in Erinnerung, die die Bezeichnung „hochkarätig“ verdient hätte. Zudem schoss der KSV Holstein überhaupt einmal mehr auf das Tor der Kölner als andersherum. Dass sich zuerst auf die Defensive konzentriert wurde ging wieder ganz eindeutig zu Lasten der Offensive, die Balance zwischen den beiden Mannschaftsteilen muss Markus Anfang erst noch finden – oder wieder heraufbeschwören.

3 Das Comeback der „Alten Recken“

Ungewohntes Bild an der Förde: Simon Zoller, Matthias Lehmann und Frederik Sörensen, seit Saisonbeginn nur durch Bilder von der Haupttribüne überhaupt noch im Gedächtnis der FC-Fans verankert, standen alle drei wieder im Kader, Lehmann und Zoller kamen sogar zum Einsatz. Besonders dem Stürmer sah man an, dass er seine Chance, an die er wahrscheinlich selbst nicht mehr geglaubt hatte, unbedingt nutzen wollte – aber auch, dass ihm ganz klar Spielpraxis fehlt. Sollten Schaub und Horn, die am Samstag verletzt raus mussten, länger ausfallen, dürfte Zoller erneute Chancen auf Einsatzzeit bekommen. Will er sich wirklich noch einmal beim FC durchbeißen, sollte er diese nutzen.

4 Benno Schmitz spielt wie angekündigt.

Unaufgeregt, offensiv ohne große Impulse und defensiv weitgehend fehlerlos – wo Benno Schmitz draufsteht, ist auch Benno Schmitz drin. Bei seinem Zweitliga-Debüt für die Kölner agierte der Rechtsverteidiger unaufgeregt, hielt seine Seite größtenteils dicht und fiel nicht durch große Experimente auf. Bei der Spieleröffnung und in der Offensive gibt es durchaus noch Verbesserungsbedarf, dennoch weiß der FC-Fan nun nach seinem ersten Einsatz, was er am Ex-Leipziger hat. Und Stabilität ist nach den vielen wackligen Vorstellungen hinten rechts bislang vielleicht nicht das Schlechteste, auch wenn die Offensivpower darunter ein wenig leidet.

5 Die Liga erlaubt Fehler.

Ein Punkt aus den vergangenen zwei Spielen, dazu insgesamt drei Gegentore gegen Mannschaften, die in der Tabelle deutlich hinter den Kölnern stehen – und immer noch ist der FC Tabellenführer. Weil die Konkurrenz aus Hamburg, Union Berlin und Co. mit Ausnahme von Greuther Fürth den Patzer des FC nicht für sich nutzen konnte. Noch ist von der „besten 2. Liga aller Zeiten“, wie sie vor dem Saisonstart von vielen Seiten deklariert wurde, noch nicht viel zu sehen. Bislang ist es eher ein Rennen, wo es darum geht, wer am Unbeschadetsten durchs Ziel kommt. So bleibt der FC auch nach zehn Spieltagen mit zumindest einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze – auch wenn damit nach den Leistungen der vergangenen beiden Spieltage nicht unbedingt zu rechnen war.