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FC: Fünf Erkenntnisse vom 6. Spieltag

Mit einem 2:0-Auswärtssieg beim SV Sandhausen am Freitag hat der 1. FC Köln die Tabellenspitze zurückerobert. Unsere Erkenntnisse vom 6. Spieltag.
Guirassy

Serhou Guirassy wusste gegen Sandhausen auch und vor allem durch Defensivarbeit zu gefallen. (Foto: imago/Jan Huebner)

1 Das System lässt Anpassungen zu…

Die oberste Prämisse der Partie in Sandhausen wurde bereits direkt nach Spielbeginn deutlich: Nach zuletzt fünf Ohrfeigen im Heimspiel gegen Paderborn erstmal sicher stehen, die Null halten. Das funktionierte auch deshalb besser, weil sich einer der beiden „Achter“ (Schaub oder Drexler) immer wieder bei gegnerischem Ballbesitz fallen ließ, um den erneut eher unglücklich agierenden Marco Höger zu unterstützen. Das war gegen Paderborn noch kaum zu beobachten gewesen, in Sandhausen blieben die Szenen, in denen Innenverteidiger über 50 Meter mit Ball am Fuß Geleitschutz bekamen, diesmal glücklicherweise aus.

2 …auch wenn der FC noch nicht multi-tasking-fähig ist.

Dennoch zeigte sich auch: Das verstärkte Augenmerk auf die Defensive kostete an Kraft für die Offensive. Dabei schaffte es das Innenverteidiger-Duo Sobiech/Czichos in einer teilweise erschreckenden ersten Halbzeit selten bis gar nicht, den Ball ruhig und konsequent hinten herauszuspielen, vielleicht auch mal herauszuschlagen, wenn es sein muss. Die beiden FC-Türsteher sind resolute, kompromisslose Verteidiger, in der Luft ist gegen sie kein Kraut gewachsen. Aktuell ist der Übergang von Defensive zu Offensive aber noch nicht so flüssig, wie der neue Trainer das mit Sicherheit gerne hätte. Denn defensive Stabilität und offensive Wirbelei müssen sich nicht ausschließen – dass beides gleichzeitig möglich ist, daran müssen die „Geißböcke“ noch arbeiten.

3 Serhou Guirassy hat verstanden.

Im System von Markus Anfang kommen den Mittelfeldspielern über Außen größere Defensiv-Aufgaben zu. Weil er diese von Beginn an nicht anständig zu erfüllen im Stande war, saß der zum Mittelfeldmann umfunktionierte Serhou Guirassy nach dem Auftaktspiel in Bochum auch einige Male draußen. Mittlerweile hat er seine Aufgabe jedoch verstanden, rieb sich in Sandhausen pausenlos in der Defensive auf und leitete manchen Gegenangriff mit ein. Daraus ergeben sich gute Dinge, bei seiner Vorlage zum 1:0 war er auf dem linken Flügel plötzlich so frei, dass er eine scharfe Flanke in den Strafraum schlagen konnte. In dieser Form ist der Franzose eine Verstärkung für Offensive – und Defensive.

4 Den „Favoriten“ kann es jederzeit erwischen.

Ein Großteil der FC-Fans dürfte gestern gegen 15 Uhr ein hämisches Grinsen auf dem Gesicht gehabt haben. Denn der Hamburger SV, vermeintlicher Hauptkonkurrent um den Aufstieg zurück in die erste Bundesliga, ging im eigenen Stadion gegen Jahn Regensburg mit 0:5 unter. Fünf Tore im eigenen Stadion kassieren, dazu noch gegen eine eher als schwach einzuordnende Mannschaft aus der anderen Tabellenhälfte – da müsste etwas klingeln, oder? Das Spiel des HSV gegen den Jahn war der endgültige Beweis, dass die zweite Liga wirklich eng ist wie eh und je und jeder jeden schlagen kann. Besonders die „Großen“ aus Köln und Hamburg sollten deshalb mehr denn je auf der Hut sein, die Konkurrenten haben keine Angst.

5 Bei den „kleinen“ Clubs gibt es keine Auswärtsspiele.

Zugegeben, ein Loblied auf die FC-Fans könnte hier eigentlich fast im Wochentakt stehen. Zu sehen, wie sich fast 5000 Fans über verstopfte Autobahnen und in überfüllte Sonderzüge quälten, um in dem „Provinzort“ der Zweiten Liga schlechthin ihren FC anzufeuern, der in der Vorwoche noch fünf Gegentore geschluckt hatte, ist mehr als erstligareif. Fand auch Sky-Kommentator Hansi Küpper, der dies auch alle fünf Minuten erwähnte. Recht hat er. Und vom „Come-On-Effzeh“-Wechselgesang wackeln die Wände im Hardtwaldstadion heute noch, so heißt es.