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FC-Fluch geht weiter

Euphorie auf den Rängen, Ernüchterung auf dem Rasen: Trotz einer starken zweiten Hälfte verliert der 1. FC Köln beim Euro League-Comeback im heimischen Stadion gegen Belgrad mit 0:1.
FC-Fluch geht weiter

Matthias Lehmann (r.) und Co. drängten in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich, blieben aber am Ende glücklos (Foto: imago/Jan Huebner)

Es war ein Abend, auf den die Kölner lange hatten warten müssen – an den sie sich aber vermutlich nicht allzu gerne zurückerinnern werden. Denn am Ende der Partie stand die Erkenntnis, dass man trotz einer über weite Strecken couragierten Leistung erneut mit leeren Händen dasteht. Aber der Reihe nach:

Erste Aufregung gab es bereits kurz vor Anpfiff, als die FC-Fans die für die Europa League bestuhlte Südtribüne in ein Bengalo-Feuerwerk verwandelte. Das Engagement der Fans konnten die Spieler auf dem Rasen allerdings zunächst nicht in positive Energie umwandeln. Die von Peter Stöger im Vergleich zur Bundesliga ordentlich umgekrempelte Mannschaft (Olkowski, Meré, Jojic und Guirassy für Klünter, Maroh, Osako und Bittencourt) fand überhaupt keinen Zugriff auf selbstbewusst auftretende Belgrader. Die Gäste hingegen machten von Beginn an ordentlich Druck.

In der 6. Minute tauchte der auffällige Guelor Kanga plötzlich frei vor Timo Horn auf, verfehlte aber, nachdem er den Kölner Schlussmann umdribbelt hatte, das leere Tor deutlich. Eine Minute später hatten die „Geißböcke“ erneut Glück, als Dominique Heintz eine Hereingabe von Nemanja Radonjics klären konnte. Weitere Chancen durch Kanga (21., 27.) ließen die Gäste ungenutzt, ehe es in der 30. Minute dann doch im FC-Tor einschlug. Jorge Meré ließ Richmond Boakye am 16er gewähren, der fasste sich ein Herz und drosch die Kugel aus 20 Metern in den linken Torwinkel.

Verbesserte Kölner im Pech

Auch nach der verdienten Gästeführung blieb die von Stöger im 5-3-2 aufgestellte Heimelf über weite Strecken ideen- und konzeptlos. Erste Möglichkeiten gab es dann aber doch noch vor der Pause: Jojic köpfte nach einem Rausch-Freistoß und mangelhafter Torwart-Abwehr aus 16 Metern über das Tor, Cordoba und erneut Jojic aus der Distanz (41., 44.) deuteten ebenfalls Torgefahr an. Die zaghaften Angriffsbemühungen in den letzten Minuten der ersten Halbzeit täuschten allerdings nicht darüber hinweg, dass der 0:1-Pausenrückstand absolut verdient war.

Mit Leo Bittencourt und Yuya Osako (für Guirassy und Meré) brachte Peter Stöger zu Beginn der zweiten Halbzeit zwei frische Kräfte, es schien aber, als hätte er eine komplett neue Elf aufs Feld geschickt. Mit ganz anderer Körpersprache zeigten plötzlich mutige Kölner ein völlig anderes Gesicht und sorgten gleich mehrfach für Gefahr. Ein Kopfball von Leo Bittencourt (51.) ging knapp am Tor vorbei, Milos Jojic scheiterte innerhalb von acht Minuten gleich zwei Mal am Außenpfosten (58., 66.).

Spätestens nach dem dritten Aluminiumtreffer durch Leo Bittencourt infolge einer Rausch-Hereingabe (74.) wurde man das Gefühl nicht los, dass das Glück den 1. FC Köln derzeit verlassen hat. Im einsetzenden Regen versuchten die Hausherren in den verbleibenden 15 Minuten noch einmal alles, blieben am Ende für ihre Mühen aber unbelohnt. „Wir haben gesehen, dass die Jungs alles unternehmen, sich nicht hängen lassen und versuchen, die Dinge zu reparieren“ zog Peter Stöger nach der Partie das Positive aus der Partie. Und in der Tat, die zweite Halbzeit, vielleicht die beste in der bisherigen Saison, gibt Anlass zur Hoffnung, dass der FC seinen Torfluch gegen Leipzig beenden und in der Bundesliga die nächsten Punkte einfahren kann.