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FC: Derbysieg mit Nebengeräuschen

Derbyheld aufseiten des 1. FC Köln: Angreifer Anthony Modeste (m.) Foto: imago/Eibner

Derbyheld aufseiten des 1. FC Köln: Angreifer Anthony Modeste (m.)
Foto: imago/Eibner

Kaum zu glauben, aber wahr: Nach zehn Jahren gewinnt der 1. FC Köln endlich wieder ein Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach. Anthony Modeste köpft die „Geißböcke“ ins Derbyglück.

Fünf Minuten war der Abpfiff im RheinEnergieStadion verhallt, als endlich so etwas wie Derbystimmung aufkam. „Derbysieger FC“ skandierte das ganze Stadion, das zuvor erschreckend ruhig gewesen war, nach dem 1:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach. Anthony Modeste köpfte in einer ereignisarmen Partie die „Geißböcke“ zum ersten Heimsieg gegen den Erzrivalen seit zehn Jahren.

Von Glücksgefühlen war allerdings nur auf dem Platz etwas zu spüren. Glücklich fielen sich die Kölner Spieler in die Arme, als der hart erkämpfte Erfolg unter Dach und Fach war. „Ein Derbysieg fühlt sich einfach geil an“, verriet Leonardo Bittencourt, der den Siegtreffer mit seiner Flanke vorbereitet hatte, nach der Partie dem „kicker“. „Weil wir die Punkte auch gebraucht haben. Weil wir letzte Woche in Frankfurt schön auf den Arsch bekommen haben. Aber die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. Großes Kompliment“, so der Offensivwirbler.

Die Verunsicherung war spürbar zu greifen: Der FC wollte für die kriselnden Gladbacher unter keinen Umständen den Aufbaugegner spielen, von den Gästen war nach fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge kein Offensivfeuerwerk zu erwarten. So sahen die knapp 48.000 Zuschauer im RheinEnergieStadion einen blutleeren Auftritt beider Teams, was sie mit einem Pfeifkonzert quittierten. Ähnlich zum Ärger der FC-Verantwortlichen wie die fehlende Stimmung seitens der aktiven Fanszene.

„Sowohl das Schweigen der Ultras und anderer Fangruppen der Südkurve als auch die Pfiffe im Verlauf und am Ende der ersten Hälfte enttäuschen uns“, teilte der Verein via Stellungnahme mit. „Unser Team hat sich jede Unterstützung verdient. Wenn bei Teilen der Fans Erwartungen entstanden sein sollten, die dazu führen, unsere Mannschaft im zweiten Jahr nach dem Aufstieg bei sieben Punkten und dem Stand von 0:0 gegen einen Champions-League-Teilnehmer wegen eines Rückpasses auszupfeifen, dann sagen wir klipp und klar: Diese Erwartungen sind überzogen und unangemessen“, so der Klub weiter.

Die atmosphärische Störungen zwischen Anhängern und Verein, die sich am Wochenende auch im Protest gegen die „Bild“-Aktion niederschlugen, bleiben also bestehen. Sportlich ist derweil alles im Lot: Durch den Derbysieg hat der FC nach fünf Spieltagen bereits zehn Punkte auf dem Konto und verbucht den besten Saisonstart seit 1989. Damals stand am Ende der Spielzeit der Vizemeistertitel. Ein Ergebnis, das sicherlich auch die schärfsten Kritiker der „Geißböcke“ besänftigen dürfte.