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Köln.Sport

„Birdiesüchtig“ – es hat „Klick“ gemacht

Andreas Rotte ist "birdiesüchtig"

Spielen und bloggen: Für Andreas Rotte ist dies eine perfekte Kombination
Foto: privat

Mit „Birdiesüchtig“ betreibt Andreas Rotte einen der beliebtesten deutschen Golf-Blogs. Köln.Sport traf den leidenschaftlichen Hobbygolfer und -schreiber. 

Andreas Rotte ist „birdiesüchtig“. Will heißen: Der 34-jährige Kölner spielt selbst passioniert Golf. Doch nicht nur das: Er ist aktiver Blogger auf seiner gleichnamigen Homepage „birdiesuechtig.de“ und auf Facebook. „Ich wollte mich auch im Winter, wo die Golfplätze nicht genutzt werden können, mit dem interessanten Sport auseinandersetzen und dachte darüber nach, wie dies möglich ist. Ich beschloss ganz einfach zu bloggen“, erklärt Rotte. „Ich möchte mit ‚birdiesuechtig.de‘ fernab von kommerzieller Berichterstattung, Zwängen oder rigider Richtlinien wie in meinem Job, über Golf schreiben. Sozusagen als Normalo ganz entspannt und mit flotter Feder“, sagt der angehende Familienvater, der seit November 2011 im Netz unterwegs ist.

Zum Golfen kam Rotte 2011 nach einem Ausflug mit Arbeitskollegen an den Rhein zum Grillen. Ein Kollege hatte einen Golfschläger mitgebracht, und die Gruppe spielte Crossgolf. ­Andreas Rotte war sofort fasziniert von dieser extremeren Variante des Golfens in freiem Gelände, stieg aber um und schwingt seitdem regelmäßig den Golfschläger auf den gepflegten Fairways und sauberen Grüns beim Kölner Golfclub in Widdersdorf. „Ich war direkt voll süchtig, ein Golfjunkie eben“, gesteht er. Seinen Blog schreibt er nicht als Mannschafts- und Wettkampfspieler, sondern als Freizeit- und Spaßgolfer, wie er betont. Trotzdem hat er es mittlerweile auf Handicap 11 gebracht.

Golfen im Rheinland

Blogger Andreas Rotte ist regelmäßig auf den schönsten Golfplätzen im Rheinland unterwegs
Foto: privat

Viel früher als für den Golfsport war der studierte Medienwissenschaftler und Journalist für das Schreiben entflammt. „Ich habe Spaß an Wort und Schrift, beim Bloggen kann ich mich so richtig austoben“, erklärt der Müngersdorfer. Bis zu sieben Stunden wöchentlich schreibt Rotte an seinen Texten, ganz so, wie ihm spannende Themen in den Kopf kommen. „Das können reizvolle technische Feinheiten im Golfsport sein, Trends oder auch Stimmungsberichte wie über ein eigenes Formtief“, erzählt er. Außerdem möchte er vermitteln, dass Golf gar nicht so elitär ist wie sein Ruf, die Leute sehr freundlich sind und nicht alle mit dem Ferrari oder Maserati vorfahren.

Rotte schreibt aber auch mit einem amüsierten Lächeln über die eine oder andere verbissene Spezies von Spielern, die vor Ehrgeiz brennen, aber dabei wenig Spaß auf dem Grün entwickeln. „Furchtbare Akteure“, wie er diese Spieler nennt, gebe es eben in jedem Sport. „Die offenbaren natürlich ein besonderes Stimmungsbild“, erklärt der bloggende Golfer. Allerdings möchte er auch die Jugend durch sein Schreiben auf den Golfplatz holen und für den Sport begeistern, durch lebendige Blogs ganz auf den Geschmack bringen, damit sie es selbst einmal auf dem Grün mit dem kleinen Loch und einem gekonnten Putt probiert. Einen weiteren Focus setzt der Blogger beim Tippen auf dem Laptop auf Tipps für Training, Fitness und Equipment. Oder er geht den Fragen nach: Wie weit komme ich im Golfsport mit welchem Einsatz? Was wäre möglich, wenn ich mich voll auf Golf konzentrieren könnte?

Andreas Rotte ist "birdiesüchtig"

Golf, Training, Tipps und mehr findet sich auf der Plattform von Andreas Rotte

Aprilscherz mit Wirkung
Einige Resonanz erhielt der Kölner auf eine Story, die seinen 24-stündigen Benefiz-Golf-Marathon beschrieb. Mit Leuchtbällen ging es für einen guten Zweck über den Kurs. „Es war nass, kalt und beschwerlich. Nach einigen Stunden setzte der Tiefpunkt ein. Ich hatte dann in der Nacht nur noch wenig Spaß“, schildert der Golf-Blogger seine Gefühle und Eindrücke. „Der Sonnenaufgang war schließlich der Durchbruch, es war geschafft“, so Rotte. Schmunzeln verursachte auch sein Blogeintrag zum 1. April, an dem er verkündete, er habe  sich nun doch entschlossen, Golfprofi­ zu werden. Einer seiner verblüfften Arbeitskollegen war richtig sauer auf ihn und meinte, er könne die Belegschaft seiner Firma doch nicht im Stich lassen. Rotte nahm es gelassen, das Szenario war natürlich rein fiktiv.

Informationen und Ideen­ für seine Texte, die er in der Regel in einer Stunde erstellt, kommen ihm häufig im Alltag, er hört Geschichten von Vereinskollegen beim KGC oder von Mitspielern, oder sie stammen aus Golfmagazinen, die er regelmäßig liest oder durchstöbert. Nicht selten trifft der leidenschaftliche Blogger auch Fachleute, lässt sich über aktuelle Entwicklungen unterrichten und bringt sie dann ausgereift, überarbeitet und leicht verständlich ins Netz.

Golf-Junkie Rotte hat nicht nur den Filigran-Sport für sich entdeckt, sondern verfolgt mit „birdiesuechtig.de“ fleißig und hartnäckig sein Ziel, einer breiten, neugierigen Masse seine Erlebnisse und Ideen auf dem Court mithilfe seines Laptops nahezubringen. Vielleicht werden ja auch ein paar seiner Leser direkt „birdiesüchtig“!

Andrej Retiet

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