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Emotionales Schaulaufen

Fortuna-Geschäftsführer Michael W. Schwetje (l.) verabschiedet Publikumsliebling Ercan Aydogmus (r.) und Torschütze Sascha Marquet. Fotos: Ben Horn

Fortuna-Geschäftsführer Michael W. Schwetje (l.) verabschiedet Publikumsliebling Ercan Aydogmus (r.) und Torschütze Sascha Marquet.
Fotos: Ben Horn

Im letzten Heimspiel schlägt Drittligist Fortuna Köln den SV Wehen Wiesbaden mit 2:1 (0:0) und bereitet seinen scheidenden Spielern einen gelungenen Abschied. 

Am Ende fehlte nur ein Tor. Und Chancen, sein vorerst letztes Spiel im Südstadion mit einem eigenen Treffer zu krönen, hatte Fortunas scheidender Routinier Ercan Aydogmus reichlich. Bereits in der achten Spielminute tauchte der 35-Jährige frei vor Wiesbadens Schlussmann Markus Kolke auf, lupfte den Ball aber nicht nur am Keeper, sondern auch am rechten Torpfosten vorbei. In der Schlussphase stand Aydogmus schließlich im Minutentakt im Fokus: Zunächst narrte der Fortuna-Hüne zwei Gegenspieler, verzog aber ebenso knapp (83.), wie zwei Minuten später (85.), als er den Ball nach guter Vorarbeit des eingewechselten Marco Ban nicht im Tor unterbringen konnte. In der 88. Spielminute war es schließlich Torwart Kolke, der das persönliche Abschiedsgeschenk des Publikumslieblings verhinderte.

Doch auch ohne eigenen Treffer hatte sich Aydogmus den Applaus und die Sprechchöre der Fortuna-Fans redlich verdient. Ein letztes Mal hatte sich der kampfstarke Angreifer vor eigenem Publikum in jedem Zweikampf aufgerieben, war weite Wege gegangen und hatte viel investiert. Mit dieser Spielweise und vielen wichtigen Regionalliga-Toren hatte sich Aydogmus, den Trainer Uwe Koschinat vor zwei Jahren als Ersatzspieler von Lokalkonkurrent Viktoria Köln holte, schnell in die Herzen der Südstadt gespielt. Und so zeigte sich der Stürmer auch sichtlich gerührt, als der Fanblock ihn noch lange nach Abpfiff hochleben ließ.

Mit Tränen in den Augen bedankte sich Ercan Aydogmus bei den Fortuna-Fans

Mit Tränen in den Augen bedankte sich Ercan Aydogmus bei den Fortuna-Fans

Neben Aydogmus hatte Koschinat im sportlich bedeutungslosen Duell gegen den SVW mit Dino Bisanovic, Jan-André Sievers, Thomas Kraus und Sascha Marquet vier weitere Spieler aufgeboten, die die Fortuna am Saisonende verlassen werden. „Es war uns wichtig, den Jungs nicht nur einen Blumenstrauß in die Hand zu drücken“, sagte der Trainer.

Marquet und Oliveira Souza treffen

Nachdem Kraus, den es dem Vernehmen nach zur Reserve von Borussia Mönchengladbach ziehen wird, im ersten Durchgang die bis dato größte Chance vergeben hatte (30.), war es Marquet, dem per Direktabnahme ein schönes Tor zur Führung gelang (57.). Nur vier Minuten später nutzte Cauly Oliveira Souza einen katastrophalen Fehler von Wiesbadens Verteidiger Jonas Acquistapace und erhöhte locker auf 2:0 (61.).

Zwar musste Fortunas insgesamt starker Ersatztorwart Alexander Monath noch einen Kopfball von Wiesbadens David Blacha passieren lassen (74.). Dies blieb beim insgesamt achten Heimsieg der Saison aber ebenso eine Randnotiz wie die Gelb-Rote Karte gegen den erst kurz zuvor eingewechselten Julius Biada (90.).

Begleitet von Sprechchören der Fortuna-Fans kehrt Ozan Yilmaz in der 58. Spielminute auf den Rasen im Südstadion zurück

Begleitet von Sprechchören der Fortuna-Fans kehrt Ozan Yilmaz in der 58. Spielminute auf den Rasen im Südstadion zurück

Für viel Aufmerksamkeit und Jubel sorgte dagegen der Wechsel, den Koschinat in der 58. Spielminute vornahm. Gut eineinhalb Jahre nach seinem schweren Autounfall feierte Ozan Yilmaz sein Comeback im Fortuna-Dress und durfte sich gleichzeitig über sein Drittliga-Debüt freuen. „Es ist schön, dass er wieder einer von uns ist“, sagte sein Trainer, der trotz der schwierigen Personalentscheidungen („es tut weh, weil Jungs wie Jan-André Sievers, Thomas Kraus oder Ercan Fortuna gelebt haben“) vom Weg überzeugt ist: „Bei unseren überschaubaren Möglichkeiten brauchen wir den Mut zu Veränderungen.“