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Eine große Lücke im Zentrum

Selcuk Alibaz

Selcuk Alibaz (r.) soll die Lücke im Mittelfeld schließen, die durch den Ausfall von Kristoffer Andersen entsteht.
Foto: imago/Herbert Bucco

Fortuna Köln muss auch zu Hause gegen den VfR Aalen ohne die Inspiration von Kristoffer Andersen auskommen.

Rheinfussball

Nach der 0:6-Abfuhr beim FSV Frankfurt am vergangenen Sonntag ist die Fortuna auf Wiedergutmachung aus. Doch ausgerechnet im Heimspiel gegen den VfR Aalen müssen die Südstädter ohne ihr Herzstück auskommen. Neben dem Langzeitverletzten Maik Kegel muss Uwe Koschinat am Samstag (14 Uhr) erneut auf den angeschlagenen Kristoffer Andersen verzichten. Das trifft den Trainer ins Mark.

„Dass ausgerechnet diese beiden wichtigen Box-to-Box-Spieler fehlen, ist sehr ärgerlich. Beide stehen für defensive Stabilität und offensive Lösungen“, betont der Kölner Fußballlehrer, der nun einen neuen Plan entwerfen muss, wer für die Fortuna die Räume zwischen den Strafräumen beackern soll. Einer davon wird Selcuk Alibaz sein. Den während der Saison verpflichteten Mittelfeldspieler nimmt Koschinat verstärkt in die Pflicht. „Er ist jetzt sieben Wochen hier, es wird Zeit, dass er den Beweis antritt, dass er uns langfristig helfen kann. Man sieht das schon in einigen Situationen. Ihm fehlt aber noch ein wenig das Wettkampf-Tempo.“

In vorderster Reihe wird erneut Johannes Rahn antreten. Marc Brasnic ist trotz jüngster Beschwerden spielfähig, Serhat Koruk fällt aufgrund einer Grippe aus. „Er war am Anfang in Frankfurt sehr präsent. Später war es kein Spiel, wo auch nur irgendjemand einen Anspruch darauf haben konnte, gut bewertet zu werden“, so Koschinat, der ebenso noch ein Spiel ohne den gesperrten Innenverteidiger Bone Uaferro auskommen muss. Dessen zu Beginn der Saison kongenialen Konterpart hat der Trainer indes dieser Tage „angezählt“. „Gegen Köln oder Magdeburg hatte man das Gefühl, da steht eine Wand auf dem Platz. Aber er hat seine Präsenz verloren, er geht nicht mehr mit derselben Hingabe zu Werke“, kritisiert Koschinat Abwehrspieler Cedric Mimbala.

Gerade Leidenschaft dürfte gegen den VfR Aalen vom Kollektiv gefordert sein. Kapitän Daniel Flottmann empfand die Niederlage in Frankfurt „als einen Schlag in die Fresse“. Koschinat geht noch einen Schritt weiter: „Ein Schlag ins Gesicht tut kurzzeitig weh. Das war vielleicht in den Spielen in Erfurt und gegen Rostock der Fall. In dem Spiel hat man danach auch noch auf uns eingetreten.“ Gerade Spieler für die er die Hand ins Feuer legen würde, hätten in Frankfurt undiszipliniert agiert und sich nicht an die Vorgaben gehalten.

Dennoch ist Koschinat fern davon, sein Team zu verteufeln. „Wir liegen weit über dem Soll. Und nach Rückschlägen haben wir es bisher brutal gut geschafft, die passende Antwort zu geben.“ Das dürfte gegen das Team von der Ostalb kein leichtes Unterfangen werden. Bei der Mannschaft des ehemaligen Fortuna-Trainers Peter Vollmann ist es fast egal, ob sie auswärts oder in der Scholz-Arena auflaufen. „Da kann man eine Schablone drauf legen“, unterstreicht Koschinat und fügt hinzu: „Die spielen immer mit denselben 13, 14 Leuten, andere haben die nicht. Da sind alle Abläufe eingespielt, defensiv setzen sie viel auf Ballbesitz und vorne gehen die drei Stürmer immer wieder ins Tempo-Dribbling und legen quer.“ Die nackten Zahlen untermauern dies. Aalen holte zu Hause in sechs Spielen zehn Punkte und verzeichnete 7:5-Tore. In der Fremde waren es bei fünf Partien acht Punkte und 7:5-Treffer. Zudem sind sie die Remiskönige der Liga, in Rückstand gerieten sie in dieser Spielzeit erst zweimal.

Autor: Stefan Kleefisch für RHEINFUSSBALL