fbpx

Drohen Fortuna die Top-Stars?

Könnte gegen Fortuna für die Bayern-Reserve auflaufen: Linksverteidiger Diego Contento

Könnte gegen Fortuna für die Bayern-Reserve auflaufen: Linksverteidiger Diego Contento
Foto: Imago

In der Relegation zur 3. Liga trifft Fortuna Köln auf den FC Bayern München II. Die große Frage: Steht den Südstädtern dann wirklich eine Regionalliga-Mannschaft gegenüber?

Franck Ribery dribbelt mit hoher Geschwindigkeit über den linken Flügel, hebt dann kurz den Kopf und spielt einen präzisen Pass an die Strafraumgrenze. Dort wartet Mario Götze bereits auf das Spielgerät. Der Nationalspieler verarbeitet den Pass perfekt. Mit einem schnellen Fußwechsel leitet der Edeltechniker die Kugel auf Thomas Müller weiter. Der WM-Torschützenkönig von 2010 zieht humorlos aus 14 Metern ab. Wenig später zappelt der Ball im Netz von Fortuna-Keeper Andre Poggenborg.

Diese fiktive Spielszene wird Fortuna Köln in der Relegation zum Aufstieg in die 3. Liga erspart bleiben. Genauer gesagt: das prominente Personal! Denn: Obwohl sich der FC Bayern am 28. Mai im Südstadion (und 1. Juni in München) zum Duell um den Aufstieg stellt, werden die ganz großen Namen aus dem Profi-Kader fehlen. Schließlich handelt es sich „nur“ um die zweite Mannschaft des Rekordmeisters. Und spielberechtigt sind in der Relegation nur jene Profis aus dem Lizenzspieler-Kader, die nach dem fünften Bundesligaspieltag in Liga und DFB-Pokal weniger als 50 Prozent der Pflichtspiele bestritten haben.

Um Schweinsteiger kommt die Fortuna nicht herum

Somit scheiden Ribery, Götze, Müller, Schweinsteiger und Co. laut DFB-Statuten aus. Abgesehen davon weilen die prominenten Herren zum Zeitpunkt der K.-o-Spiele längst bei ihren Nationalmannschaften. Aus dem selben Grund werden auch Stars wie Daniel van Buyten (Belgien) oder Claudio Pizarro (Peru) definitiv nicht im Kader des FC Bayern München II stehen – obwohl sie tatsächlich sogar spielberechtigt wären.

Der Name Schweinsteiger wird trotzdem im Spielbericht auftauchen. Allerdings handelt es sich nicht um den 101-fachen Nationalspieler Bastian, sondern dessen älteren Bruder Tobias. Mit 14 Toren in der Regionalliga Bayern ist der Mittelfeldakteur integraler Bestandteil der zweiten Mannschaft. Der 32-jährige Münchner bringt bereits Playoff- Erfahrung mit: „Ich habe schon heiße Relegationsspiele mit Jahn Regensburg erlebt. Damals konnten wir mit Trainer Markus Weinzierl den Aufstieg in die zweite Liga gegen den Karlsruher SC perfekt machen.“

Dennoch zeigt Schweinsteiger Respekt vor der Aufgabe. „In Relegationsspielen ist wirklich alles möglich. Es wird auch auf die Tagesform ankommen. Da geht’s um Nuancen.“ Die Zielsetzung ist trotzdem klar: „Natürlich wäre es super, wenn wir jetzt den Sprung in die dritte Liga packen würden.“

„Das muss der Höhepunkt der Saison sein!“

Aber genau das wollen auch die Südstädter! Als das Los auf den vermeintlich stärksten Gegner gefallen war, äußerte sich Fortunas Coach Uwe Koschinat (42) wenig beeindruckt. „Das ist genau das, was ich wollte. Wenn wir schon eine Relegation spielen müssen, dann gegen den FC Bayern“, sagt der Übungsleiter der Südstädter über den vermeintlich stärksten aller möglichen Aufstiegs-Gegner. „Es ist zwar nur die zweite Mannschaft, aber es ist halt trotzdem der FC Bayern München“, so Koschinat.

Der Trainer fiebert der Aufgabe entgegen. „Das muss der Höhepunkt der Saison sein!“ Entsprechend motiviert wird sein Personal im Heimspiel – Mittwoch, 28. Mai (19 Uhr im Südstadion) – zu Werke gehen. Wer dann im Trikot des FC Bayern II stecken wird, ist Fortunas Mittelfeld-Antreiber Hamdi Dahmani (26) ziemlich egal. „Über die Spieler machen wir uns keine Gedanken. Dafür sind die Trainer zuständig.“ Und die müssen mit allen Eventualitäten rechnen.

Tatsächlich wären Stars wie Diego Contento oder der wiedergenesene Nationalspieler Holger Badstuber – laut DFB-Spielordnung – im Duell mit dem Regionallligisten aus Köln einsatzberechtigt. Talentierte Youngster aus dem Profikader wie Mitchell Weiser oder Patrick Weihrauch werden vermutlich auch so im Kader stehen.

Keine Angst, aber Respekt vor den kleinen Bayern

„Wir sind in jedem Fall stark und selbstbewusst genug, um die Relegation für uns zu entscheiden. Unser Ziel ist es zu beweisen, dass wir als Team besser sind“, gibt Dahmani mutig die Richtung für seine Kollegen vor. „Auch wenn der Gegner FC Bayern heißt: Angst haben wir keine, Respekt schon“, sagt Dahmani. „Immerhin treffen wir auf einen Meister der Regionalliga.“

Dann sagt der Südstädter den Satz, den alle Fortuna-Fans hören wollen. „Wir sind Fortuna, uns wollte in der Relegation auch niemand zugelost bekommen.“

Jan Brockhausen