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Drei Fragen an OB-Kandidaten

Nachdem klar wurde, dass es zu einer OB-Stichwahl zwischen Frau Henriette Reker und Herrn Andreas Kossiski kommt, hat die Allianz Kölner Sport beide nochmals angeschrieben mit der Bitte drei dringende Fragen zu beantworten. Dies ist geschehen. Im Folgenden findet ihr Fragen und Antworten.

Am Sonntag, den 27. September, kommt es in Köln zur Stichwahl zwischen Henriette Reker und Andreas Kossiski. (Foto: imago images / Eibner)

Wertschätzung und Beteiligung des Sports in den städtischen Gremien: Werden Sie den begründeten Anspruch des Kölner Sports und seiner Vereine auf Vertretung in den von uns benannten Gremien und Einrichtungen der Stadt nachkommen, ihn unterstützen und sich dafür einsetzen, dass er in der nun beginnenden Legislaturperiode realisiert wird? Ja, Nein oder eher nur vielleicht?

Andreas Kossiski: Ja! Ich verstehe den Sport als Querschnittssektor mit Überschneidungen in viele andere gesellschaftliche Bereiche. Bisher wird der Sport in unserer Stadt nicht entsprechend vertreten und in städtische Entscheidungsprozesse integriert. Ich werde mich daher für eine Vertretung in den Ratsgremien und im Aufsichtsrat der Kölner Sportstätten GmbH einsetzen. Ein möglicher Weg dahin ist die Gründung einer Stadtarbeitsgemeinschaft Sport, die im Sinne von § 23ff der Hauptsatzung im Stadtrecht verankert wird. Hierfür bedarf es allerdings eines Ratsbeschlusses und einer politischen Mehrheit, für die ich mich stark machen werde. Neben Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung wären darin vor allem die Sportvereine aus Profi- und Breitensport sowie der Stadtsportbund und die Sportjugend vertreten. Ihre Aufgabe würde sein, durch Beschlüsse Empfehlungen auszusprechen, insbesondere an Rat, Ausschüsse, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die StadtAG Sport erstattet den Ausschüssen auf dem Beschlusswege Bericht und nimmt zu Entscheidungen, Themen und Ereignissen Stellung. Eine StadtAG Sport hat die Möglichkeit, Mitglieder der Allianz des Kölner Sports in Fach-Ausschüsse zu entsenden wie z.B. Gesundheitsausschuss, Stadtentwicklungsausschuss, Ausschuss für Soziales und Senioren, Sportausschuss, Jugendhilfeausschuss und Ausschuss Schule und Weiterbildung. Dieser und andere Lösungsansätze sind mit Vertreter*innen der Stadt und des Sports gemeinsam zu besprechen. Wichtig ist dass wir am Ende zu einer Lösung kommen, die alle Beteiligten zufrieden stellt.

Henriette Reker: Über die Besetzung von Gremien entscheidet nicht die Oberbürgermeisterin. Gleichwohl halte ich eine Beteiligung für sinnvoll wenn möglich.

Finanzielle Mittel für den Kölner Sport: Werden Sie der begründeten Forderung der Allianz Kölner Sport nach einer Verdoppelung des Sportetats, damit die vielfältigen Aufgaben und die damit verbundenen Konsequenzen für alle Tätigkeitsfelder des Sports inkl. der Sportstätten hinlänglich unterfüttert werden können, nachkommen und sich dafür einsetzen, dass dies in der nun beginnenden Legislaturperiode realisiert wird? Ja, Nein oder eher nur vielleicht?

Kossiski: Vielleicht! Zum jetzigen Zeitpunkt konkrete Zahlen zu nennen wäre unseriös. Ich werde aber eine prozentuale Erhöhung des Sportetats für die kommende Legislaturperiode einfordern, um eine ernstzunehmende Sportentwicklungsplanung voran zu bringen Wir.Bewegen.Köln. 2/2 und die Fördermittel für den Sport zu erhöhen, insbesondere die Jugend- und die Behindertenbeihilfe.

Reker: In meiner Amtszeit wurde der Sportetat bereits erhöht. Ich werde mich darüber hinaus für eine weitere Erhöhung der Mittel für den Sport einsetzen. Der städtische Haushalt befindet sich durch die Belastungen der Corona-Krise in einer durchaus angespannten Lage. Ich verspreche nur das, was ich halten kann. Mehr Geld für den Sport: Ja! Eine Verdopplung? Vielleicht.

Der Sportentwicklungsplan und seine Folgerungen: Der vom Rat beschlossene Sportentwicklungsplan kann für die nun anstehende Legislaturperiode einer der entscheidenden Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Sportstadt werden, wenn nach den Pilotprojekten dessen essentiell wichtigen Grundsatzprojekte, die Sportstättenbedarfe und -verwaltung beherzt in Angriff genommen werden. Dies wäre eine große Chance für diese, unsere Stadt. Werden Sie diese Chance wahrnehmen, unterstützen und sich dafür einsetzen? Ja, Nein oder eher nur vielleicht?

Kossiski: Ja! Ich werde eine/n Sportbeauftragten ernennen, die/der sich dem Sport unserer Stadt hauptamtlich annimmt und die Umsetzung des Sportentwicklungsplans ganzheitlich vorantreibt. Nur so kann die Kooperation und der Austausch mit und für den Sport gestärkt werden und der Sport als wichtige gesellschaftliche Querschnittserscheinung in andere gesellschaftliche Bereiche und deren entsprechende Verwaltungsorgane getragen werden. Klare Verantwortlichkeit und die relative Erhöhung des Etats bilden die Grundlage für eine seriöse Entwicklung des Sports in unserer Stadt. Neben der schnellen Umsetzung der Modellprojekte des SEP lege ich zu Beginn meiner Amtszeit besonderen Wert auf den Bau einer Sporthalle mit einer Kapazität von 1.500 Zuschauern, die Neuauflage des Kunstrasenprogramms für die kommenden Jahr ab 2021 und die Beschleunigung der Fertigstellung und Umsetzung der angestoßenen Projekte aus dem vorherigen Programm, den Start einer strategischen Kooperation zwischen Grundschulen und Sportvereinen sowie sozialen Einrichtungen, um Plätze im Offenen Ganztag zu schaffen und mehr Kinder für unseren Vereinssport zu begeistern.

Reker: Ja! Der Sportentwicklungsplan war eines meiner Herzensprojekte. Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Plan entsprechen umgesetzt wird.