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Die Hoffnung lebt

Der 1. FC Köln hat ein überraschendes Lebenszeichen im Abstiegskampf gesendet und beim amtierenden Vizemeister RB Leipzig am Sonntagabend mit 2:1 gewonnen. Nach dem zweiten Auswärtssieg der Saison haben die Kölner mit dem Tabellen-Vorletzten HSV gleichgezogen und bei noch zehn ausstehenden Spielen jetzt sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.
Leipzig

Die Erlösung: Der eingewechselte Leonardo Bittencourt (in schwarz) sorgte nach Vorarbeit von Marcel Risse in der 77. Minute für die Kölner Führung bei RB Leipzig (Foto: imago/Picture Point LE)

Nach zuletzt vier sieglosen Partien am Stück hatte Stefan Ruthenbeck sein Team auf zwei Positionen verändert. Salih Özcan und Milos Jojic mussten im Vergleich zu der Punkteteilung gegen Hannover vergangene Woche weichen, Jannes Horn und erstmals in der Rückrunde Neuzugang Vincent Koziello spielten von Anfang an. Personell verändert, blieb auf dem Rasen dennoch erst einmal alles beim alten: Leipzigs Bruma zog auf der linken Seite das Tempo an, seine Hereingabe landete von Lookman am Pfosten und sprang von dort aus vor der Füße von RB-Stürmer Augustin – 1:0, keine fünf Minuten gespielt. Der nächste Sargnagel?

Leipziger Chancenwucher hält den FC am Leben

Danach sah es zunächst aus, sowohl Sabitzer, Bruma und auch Forsberg vergaben jedoch beste Torchancen auf die Vorentscheidung. Der FC, der in Halbzeit eins abgesehen von einem Terodde-Kopfball nach zehn Minuten null Gefahr ausstrahlte, wurde erst vor der Halbzeit erstmals mit Nachdruck vorstellig: Nach einer Ecke kurz vor Pausenpfiff köpfte Meré den Ball gar ins Tor, stand jedoch deutlich im Abseits.

So musste der FC erneut einen Rückstand mit in die Pause nehmen – und zeigte in Halbzeit zwei eine ganz starke Reaktion. Vom Anpfiff weg waren die in schwarz gekleideten Gäste besser im Spiel, dominierten den Europa-League-Achtelfinalisten. In der von Trainer Ruthenbeck gewählten 3-5-2-Formation stach dabei besonders Marcel Risse heraus, der den rechten Flügel beackerte und an allen gefährlichen Aktionen der Kölner beteiligt war. Auch in der 70. Minute, als Leipzigs Kampl seine Flanke nur unzureichend vor die Füße von Neuzugang Vincent Koziello klären konnte. Der kleine Franzose fasste sich aus 20 Metern ein Herz – und traf trocken ins linke Eck.

Bittencourt sorgt für Jubel

Der Dosen-Club wirkte durch den Ausgleich geschockt, die Kölner stürmten wie beflügelt weiter. Auch in der 77. Minute, als Yuya Osako Marcel Risse den Ball in den Lauf servierte. Der gebürtige Kalker ließ zwei Leipziger aussteigen, sah den eingewechselten Leonardo Bittencourt im Rückraum – und Kölns Nummer 21 musste den Ball bei seiner Rückrundenpremiere nur noch ins Tor schieben. Spiel gedreht in sieben Minuten.

Die Leipziger versuchten es nochmal mit wilden Angriffen, wurden aber nicht mehr wirklich gefährlich. So konnte der FC einen wichtigen Sieg landen, nach einer Niederlage wäre es wohl (wie so oft in dieser Saison schon vermutet) wirklich aus gewesen mit der Hoffnung auf Platz 16. Die ist stattdessen jetzt wieder voll da und soll am kommenden Sonntag in Müngersdorf gegen Stuttgart weiter befeuert werden. Oder wie Matchwinner Bittencourt nach der Partie sagte: „Wir wollen jetzt erstmal den HSV einholen – und dann schauen wir mal, was noch möglich ist!“