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Der Traum vom großen Los

der FVM-Pokal

Das Objekt der Begierde: Am Samstag kämpfen Fortuna und Viktoria in Bonn um den FVM-Pokal
Foto: FVM

Am 28. Mai kämpfen die Lokalkonkurrenten Fortuna und Viktoria um den Verbandspokal. Dem Sieger winkt ein attraktiver Gegner im DFB-Pokal. 

Das Finale im Verbandspokal des Fußball-Verbands Mittelrhein (FVM) findet in der Saison 2015/16 in einem neuen Umfeld statt, das dem Wettbewerb mehr Glanz verleihen und für mächtig Aufmerksamkeit sorgen soll.

Nein, die Spielstätte ändert sich nicht! Das Finale wird auch in diesem Jahr im Bonner Sportpark Nord ausgetragen. Das neue Umfeld bezieht sich vielmehr auf die mediale Übertragung der Partie. Denn das Finale am Mittelrhein ist eingebettet in den großen „Finaltag der Amateure“. Erstmals überträgt die ARD die Finalspiele der DFB-Landesverbände in einer rund achtstündigen Live-Sendung. Nach der Konferenzschaltung des WDR im letzten Jahr ist dies ein weiterer Schritt, um die mediale Aufmerksamkeit für die Verbandspokalendspiele zu steigern. „Vor uns liegt ein historischer Tag für den Amateurfußball“, sagt etwa DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. Sein Amtskollege Dr. Rainer Koch betont: „Der DFB, die Landesverbände und die ARD setzen mit dem Finaltag ein besonderes Zeichen für den Amateurfußball.“

100.000 Euro für den Sieger
Dabei ist der Begriff „Amateure“ insbesondere im Mittelrhein-Finale zwischen Drittligist Fortuna Köln und Regionalliga-Vertreter Viktoria Köln sicherlich nicht wirklich angebracht. Dennoch freuen sich beide Trainer über die nochmals gesteigerte mediale Präsenz für das Finale, bei dem es um einen Startplatz für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals sowie eine garantierte Summe von 100.000 Euro geht.

Tor für Viktoria Köln gegen Union Berlin

Erfolgreich im DFB-Pokal: Torschütze Jules Reimerink und die Viktoria feierten in dieser Saison einen 2:1-Erstrundensieg über den Zweitligisten Union Berlin
Foto: imago/Sebastian Wells

„Prinzipiell ist es eine gute Idee, weil es eine enorme Aufwertung des Wettbewerbs bedeutet“, findet Fortuna-Trainer Uwe Koschinat. Dieser Meinung schließt sich auch Viktoria-Coach Tomasz Kaczmarek an. Im letzten Pflichtspiel unter seiner Regie haben die Rechtsrheinischen die Chance, den Titel-Hattrick perfekt zu machen und zum dritten Mal in Folge in den DFB-Pokal einzuziehen. Nachdem die Viktoria in der Saison 2014/15 Bundesligist Hertha BSC beim 2:4 in der ersten Runde einen harten Pokalfight lieferte, gelang den Höhenbergern in dieser Saison die große Überraschung, als die Kaczmarek-Elf Zweitligist Union Berlin mit 2:1 aus dem Wettbewerb kegelte. In der zweiten Runde war Champions-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen dann allerdings eine Nummer zu groß für den ambitionierten Viertligisten.

Über Fortuna in den DFB-Pokal
In der Südstadt sehnt man dagegen eine Revanche für die letzten beiden Lokalduelle im FVM-Pokal herbei. Führte doch der Weg des FC Viktoria in den DFB-Pokal in den vergangenen beiden Jahren jeweils über das Kölner Südstadion, wo die Viktoria die Fortunen im Vorjahr im Halbfinale (2:0) und in der Saison 2013/14 im Viertelfinale (1:0) ausgeschaltet hatte.

DFB-Pokal bei Fortuna Köln

Fortunas letzter Auftritt im DFB-Pokal: Trotz eines Treffers von Thomas Kraus (vorne) unterlag die Koschinat-Elf dem Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 mit 1:2
Foto: imago/Jan Hübner

„Ein Sieg im Pokalfinale gegen die Viktoria wäre für uns der perfekte Abschluss einer guten Saison. Neben dem primären Ziel Klassenerhalt haben wir immer auch den Pokalsieg angestrebt. Dass dort im Finale mit der Viktoria die größte sportliche Herausforderung wartet, ist für uns alle das abschließende Highlight“, sagt Fortuna-Geschäftsführer Michael W. Schwetje, der sich gerne an das letzte DFB-Pokalspiel der Südstädter erinnert, als der damalige Regionalligist dem Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 vor mehr als 6.000 Zuschauern alles abverlangte. Erst in den Schlussminuten sicherte Eric Maxim Choupo-Mouting dem Favoriten mit seinem Treffer zum 2:1 das Weiterkommen.

400 Fans per Schiff nach Bonn
Eine besondere Atmosphäre dürfte aufgrund der Rivalität zwischen den Anhängern von Fortuna und Viktoria am 28. Mai in Bonn garantiert sein. Insbesondere bei den Fortuna-Fans ist die Vorfreude spürbar: Mit zwei Schiffen reisen 400 Anhänger am Final­tag über den Rhein von Köln nach Bonn. Bereits Mitte April waren beide Schiffe ausgebucht.

Und auch bei der Viktoria macht der Anhang für das mit Spannung erwartete Endspiel mobil. Die Hoffnung auf den großen Coup und das große Los eint beide Fanlager.

Stefan Kühlborn