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Der Kölner Sport hat die Wahl!

MEHRSPORT_Umfrage130514Wie steht die Kölner Politik zum Wirken der Kölner Sportstätten GmbH? Dies ist die 4. Frage, die Köln.Sport den Parteien im Vorfeld der Kommunalwahl am 25. Mai stellte. Die Antworten folgen hier …

Auch der kölsche Sport hat bei der Kommunalwahl am 25. Mai eine Stimme mit Gewicht. Deshalb wollte Köln.Sport wissen: Was wollen die Parteien für den Sport in der Domstadt tun? Und wie stehen die verschiedenen politischen Lager zu den wichtigen Themen des Stadt-Sports? Insgesamt 6 Fragen wurden von den Parteien beantwortet. Hier die Antworten zu unserer vierten Frage …

4. Kölner Sportstätten GmbH: Die Kölner Sportstätten GmbH (KSS) führt als städtisches Tochterunternehmen seit Jahren ­Verluste ein, die immer wieder über den Haushalt der Stadt Köln ausgeglichen werden müssen. Gibt es eine Lösung, dies zu ändern?

Peter Kron, SPD:
Sportinfrastruktur ist nicht zum Nulltarif zu haben. Weder wenn die Stadt diese Aufgabe selbst ­wahrnimmt, noch wenn dies durch eine städtische Gesellschaft erledigt wird. Gleichwohl prüfen wir in regelmäßigen Abständen, ob die Leistungen und ­Angebote optimaler und effizienter erledigt werden können. Dabei verfolgen wir immer das Ziel, den ­vereinsgebundenen und vereinsungebundenen ­Breiten- und Amateursport in Köln zu stärken und die vorhandenen begrenzten Ressourcen optimal einzusetzen.

Henk van Benthem, CDU:
Die Kölner Sportstätten GmbH (KSS) erfüllt als Dienstleister auch städtische Pflichtaufgaben, die nicht mit einem jährlichen positiven Finanzergebnis abzuschließen sind. Positiv anzumerken ist dabei, dass die KSS das Defizit jedes Jahr reduziert.

Elisabeth Thelen, Bündnis 90/Die Grünen:
Die Kölner Sportstätten GmbH betreibt und vermarktet unsere großen Sportstätten professionell. Dennoch wird das nicht ohne öffentliche Zuschüsse gelingen. Ein Verkauf des Stadions an den 1. FC Köln wäre denkbar, aber wegen der Finanzsituation des Vereins unrealistisch. Denn ein Verkauf unter Buchwert kommt nicht in Frage.

Ulrich Breite, FDP:
Bei der Frage ist Vorsicht angesagt! Die Kölner Sportstätten GmbH betreibt öffentliche Sportanlagen wie das Südstadion, die Baseballanlage oder das Radstadion, die niemals Gewinne abwerfen werden. Die Sportstätten GmbH wirtschaftet äußerst erfolgreich und hat in den letzten Jahren den städtischen Zuschuss immer weiter gesenkt. Für die Bereitstellung von städtischen Anlagen muss die Stadt auch einen Preis zahlen, was den städtischen Zuschuss nun mal ausmacht, denn sonst müsste die Stadt selbst die Anlagen betreiben. Ob das preisgünstiger wäre, darf nach den Erfahrungen mit der Stadt Köln wohl jede oder jeder bezweifeln. Wir sollten darum die Sportstätten GmbH nicht schlechtreden, denn der neue Vertrag mit dem 1. FC Köln zeigt, dass die Gesellschaft zugunsten der Stadt gut verhandeln kann.

Jörg Detjen, Die Linke:
Im städtischen Haushalt sind 10,33 Mio. Euro für 2013 und 8,16 Mio. für 2014 für die Verlustabdeckung der KSS veranschlagt, trotz Aufstieg des FC. Versteckte Subventionen wie die Millionen-Beträge der städtischen Rheinenergie für die Stadion-Namensrechte kommen dazu. Das ist zu viel. Hier muss zunächst mit klaren Regeln mehr Transparenz geschaffen werden. Breitensport und Profi-Bereich müssen getrennt werden. Die KSS muss nach den Vorschlägen eines von der Kämmerei der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens auf das Kerngeschäft der Vermarktung des Rheinenergie-Stadions beschränkt werden und als quasi Event-Veranstalter ganz aus dem Sportbereich ausgegliedert werden. Die vorwiegend vom Breitensport genutzten ­Anlagen gehören in die Verantwortung des Sportamtes. Wir freuen uns, dass der FC den Aufstieg geschafft hat. Trotz der damit verbundenen höheren Mieteinnahmen bleiben Kosten und Nutzen des Stadions unverhältnismäßig verteilt. Das lässt sich anhand der Geldflüsse in den letzten zehn Jahren veranschaulichen. Die Stadt hat hier für Stadion und Namensrechte insgesamt ca. 120 Mio. ausgegeben. Eingenommen hat sie durch die Verpachtung an den FC ca. 40 Mio. Das macht 80 Mio. Euro Verlust.

Hier geht’s zur 1. Frage: Sport im Offenen Ganztag …

Hier geht’s zur 2. Frage: Nutzungsgebühren für Sportstätten …

Hier geht’s zur 3. Frage: Erhöhung der Jugendbeihilfe im Sport …