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Der erste Schritt ist gemacht

Das Geißbockheim im Kölner Grüngürtel ist die Heimat des 1. FC Köln und wird es wohl auch bleiben

Wann rücken die Bagger an? Der Stadtentwicklungssausschus des Stadtrats gab gestern „grünes Licht“ für den Ausbau des Geißbockheims (Foto: imago/manngold)

Jetzt könnte es Schlag auf Schlag gehen: Gestern entschied der Stadtentwicklungsausschuss für den Ausbau des Geißbockheims. Am Montag kommen Sport- und Umweltausschuss zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen.

Am gestrigen Donnerstagnachmittag beschloss der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP, dass der 1. FC Köln sein Trainingszentrum am Geißbockheim im Äußeren Grüngürtel um drei neue Trainingsplätze, vier Kleinspielfelder sowie ein Jugend-Leistungszentrum erweitern darf. Die Kleinspielfelder werden auch dem Breitensport zur Verfügung stehen. Als Ausgleich werden ein kleinerer Trainingsplatz am Decksteiner Weiher sowie die alte Kampfbahn am Decksteiner Fort renaturiert werden. Grüne und Linke votierten im Ausschuss gegen die Planung und scheiterten beide mit Anträgen zur Prüfung alternativer Standorte.

Mehrheit von CDU, SPD und FDP stimmt für den Ausbau

Dazu Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln, in einer Pressemitteilung der Partei: „Wir haben stets klargemacht, dass der 1. FC Köln an seinem Traditionsstandort Geißbockheim bleiben muss. Die – auch von der Stadtspitze mit verursachte – Hängepartie der letzten Monate hat nicht nur dem Vertrauen in die Politik geschadet, sondern auch den Verbleib des FC in Köln gefährdet. Umso mehr freuen wir uns, dass nach der FDP nun auch die CDU gegen den Widerstand ihres Partners Die Grünen entschieden hat, dass der Verein als eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt eine zukunftsfähige Infrastruktur am Traditionsstandort braucht.“

„Die CDU hat immer gesagt: Der FC braucht drei neue Plätze und die bekommt er auch“, kommentierte Niklas Kienitz, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion das Ergebnis erfreut. „Nach intensiven Verhandlungen ist es uns gelungen, eine Mehrheit für eine gute Lösung zu formen. Gemeinsam mit der FDP haben wir ein gutes Paket für den Grüngürtel und für die Zukunft des FC geschnürt.“

Kölner Vereinssport auf der Seite des FC

Zuvor hatten auch Stadtsportbund und Sportjugend als offizielle Vertreter des Kölner Vereinssports die Politiker ins Gebet genommen. Die undurchsichtige und inkonsistente Haltung der Stadtspitze und von Teilen der Politik hätte zur Konsequenz, dass vielen tausend sportbegeisterten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erhebliche Chancen genommen werden, monierten SSBK und Sportjugend in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Der FC ist ein verlässlicher Partner des Kölner Sports und investiert ohne Beanspruchung öffentlicher Mittel in die Zukunft der Sportstadt Köln und das an einer Stelle, wo der Sport zu Hause ist.“ konstatiert Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Stadtsportbundes. „Es ist besorgniserregend, wie diese großartige Gelegenheit zur Aufwertung des Kölner Sports in ein schlechtes Licht gestellt wird.“

Wie geht es jetzt weiter?

Mit dem Ergebnis vom gestrigen Nachmittag rückt die Entscheidung nun endlich näher. Am Montag müssen nun noch der Sportausschuss und der Ausschuss für Umwelt und Grün in einer gemeinsamen Sondersitzung den Weg für eine Entscheidung in der letzten Ratssitzung des Jahres am 20. Dezember frei machen. Aufgrund des bestehenden Konsens der Befürworter in Reihen von CDU, SPD und FDP sollte die Zustimmung nur Formsache sein.

Bis am Geißbockheim tatsächlich die Bagger anrücken, dürfte es jedoch noch dauern. Die Bürgerinitiative „Grüngürtel für alle“ kündigte bereits weiteren Widerstand gegen die Entscheidung der Politik an. „Der Bürgerwille wird nicht beachtet, das enttäuscht uns, aber wir haben noch einige Pfeile im Köcher“, wird Sprecher Friedmund Skorzenski bei ksta.de zitiert. Es sei noch ein langer Weg in diesem Planungsverfahren, und man werde die Möglichkeiten, wie etwa eine Klage beim Verwaltungsgericht, nutzen.