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Das schlechteste Achtelfinale aller Zeiten

On this day: In Köln fand 2006 das WM-Achtelfinale zwischen der Ukraine und der Schweiz statt – ein Spiel, das nicht nur die Schweizer, sondern auch die neutralen Kölner Zuschauer verdrängt haben dürften…

Der Schweizer Hakan Yakin spielte während der WM 2006 – im Gegensatz zu fünf seiner Kollegen – nicht mehr in der Bundesliga. Foto: imago/Laci Perenyi

26.6.2006, RheinEnergieStadion. Alles ist angerichtet für ein großes WM-Fest. Die Voraussetzungen für das Achtelfinale zwischen der Schweiz und der Ukraine sind ideal: Die Schweiz hat sich nach zwölfjähriger Abstinenz mal wieder für eine WM qualifiziert, der Ukraine ist dies sogar zum ersten Mal in der Geschichte der jungen Nation gelungen.

In der Schweizer Mannschaft spielen fünf Bundesliga-Legionäre von Beginn an. Der 19-jährige Johan Djourou ist für den verletzten Senderos in die Startelf gerückt. Die „Nati“ läuft in einem klassischen 4-4-2 auf, wohingegen Oleg Blochin auf ein 3-5-2 setzt. Auch im ukrainischen Team steht mit Andrej Voronin ein Spieler auf dem Platz, der dem Kölner Publikum bekannt sein dürfte.

Doch leider hält dieses Spiel nicht ansatzweise, was es verspricht. Rückblickend war es für manche das schlechteste WM-Achtelfinale aller Zeiten. Es gab so gut wie keine Highlights. Das lag einerseits daran, dass die ukrainische Mannschaft kaum Bemühungen unternahm, Angriffe einzuleiten, sondern lediglich darauf bedacht war, hinten dicht zu halten. Andererseits schalteten auch die Schweizer, die bereits in der ersten Hälfte nicht viele Chancen hatten, mit Beginn der zweiten Halbzeit einen Gang zurück – womit sie im Leerlauf angekommen waren.

0:0 – Entscheidung im Elfmeterschießen

Die Kölner Zuschauer taten derweil, was sie immer tun, wenn ihnen derartige Leistungen geboten werden: Sie sangen Karnevalslieder und zelebrierten den Kölschen Lebensstil. Einige taten jedoch auch mit Pfiffen ihren Unmut kund. Nach der regulären Spielzeit stand es 0:0, auch in der Verlängerung gelang keiner der beiden Mannschaften ein Tor. Das bis dahin ereignisarme Spiel musste somit durch Elfmeterschießen entschieden werden.

Zwar vergab Stürmer-Star Andriy Shevchenko den ersten Elfmeter auf Seiten der Ukrainer. Doch die Schweizer Mannschaft machte nichts aus dieser komfortablen Ausgangsposition: Ausgerechnet die beiden Ex-Kölner Ricardo Cabanas und Marco Streller sowie der ehemalige Bayer 04-Profi Tranquillo Barnetta verschossen, weshalb bereits der dritte Elfmeter der Ukraine zum Sieg reichte.

Der Mannschaft von Oleg Blochin gelang somit der Einzug ins Viertelfinale, wo sie dann jedoch – angesichts dieser Leistung wenig überraschend – gegen Italien das Nachsehen hatte.

Die Schweizer waren über ihr Ausscheiden und natürlich auch die Art und Weise, wie sie sich in diesem Spiel präsentiert hatten, mehr als enttäuscht. „Wir sind heute angetreten, um zu gewinnen. Aber wenn man noch nicht einmal im Elfmeterschießen ein Tor macht, muss man akzeptieren, dass man nicht weiterkommt“, sagte ein maßlos bedienter Trainer Jakob Kuhn nach dem Spiel.