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Das Loch

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Das Loch

Köln.Sport-Autor Mick Oberbusch umrahmt von einem der beiden Tore im „Loch“, das seine besten Zeiten wohl hinter sich hat (Foto: Thomas Berger)

Stadionatmosphäre

Genau das jedoch macht den Charme dieses fast vergessenen Schmuckstücks aus. Das sieht auch Martin Öchsner so, der hier fast täglich verschiedene Kindergruppen von „Vorwärts Blücherpark“ trainiert. Über 15 Jahre macht er das nun schon, nach Voranmeldung durch die Eltern kann jedes Kind mittrainieren, ob Mädchen oder Junge ist egal. „Vorwärts Blücherpark“ spielt nicht im normalen Ligabetrieb, dafür wäre „Das Loch“ auch überhaupt nicht geeignet. „Der Platz ist an der einen Seite etwa zehn Meter kürzer als eigentlich vorgesehen“, sagt Öchsner. Das ist jedoch – genau wie die Hubbel, kleine Löcher und unebene Stellen im Boden – völlig egal. „Unser Platz ist schon was Besonderes, einer der schönsten, die ich überhaupt kenne.“

Das sehen auch die unzähligen Kids so, mit denen der Coach dort regelmäßig Basics wie Ballhochhalten, Passen, Dribbeln und Schießen übt. Sogar an Turnieren nimmt Martin Öchsner mit seinen Schützlingen teil. Beim Nachwuchs ist der Platz sehr beliebt. „Da fühlt man sich schon wie in einem kleinen Stadion“, sagt der Trainer, der zudem noch witzige Anekdoten über „Das Loch“ erzählen kann. Etwa, dass es eine Zeit lang als Symbolfoto für die Einleitung des Wetterberichts in den „Tagesthemen“ gedient hat.

Oder, dass der Kölner Kultmusiker Gerd Köster dort als Jugendlicher mit seinem Heimatverein aus Nippes gekickt und sogar Meisterschaftsspiele absolviert hat. Auf einer Lesung vor einigen Jahren hat er den Bolzplatz in Bilderstöckchen gar als „Schönstes Stadion der Welt“ beschrieben, die Atmosphäre des Aschenplatzes besonders hervorgehoben und verraten, dass das mystische Terrain geholfen hat, auch fußballerisch stärkere Gegner immer wieder zu besiegen.

Und auch wenn die Meisterschaftsspiele dort schon ewig lange her sind, die Stadionatmosphäre ist im „Loch“ noch immer greifbar. Vielleicht nicht mehr von Gerd Köster, mit Sicherheit aber von Martin Öchsner und seinen Kids. Vielleicht sind es ja auch ihre Fußabdrücke, die noch frisch zu sehen sind – an ­diesem kalten Februarmorgen in Bilderstöckchen.

Die nächste Folge unserer Serie „Die kultigsten Plätze der Stadt“ gibt es in der neuen Ausgabe der Köln.Sport (04/18), die am nächsten Donnerstag (15. März) erscheint. Zuschlagen lohnt sich!

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