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Celia schießt Bayer ab

Quelle: Guido Kölzer

Entfesselter Jubel nach der Führung: Dreifachtorschützin Celia Okoyino da Mbabi und Sarah Gregorius

Dreierpack von Celia Okoyino da Mbabi krönt den erfolgreichen Auswärtsauftritt des SC Bad Neuenahr bei den Leverkusener „Werkselfen“. Mit einem, auch in der Höhe verdienten 3:0 (1:0) bei Bayer 04 Leverkusen hat der SC 07 Bad Neuenahr die Hinrunde der Frauenfußballbundesliga erfolgreich abgeschlossen. Vor 260 Zuschauern im Leverkusener Ulrich-Haberland Stadion, davon die Hälfte aus der Kurstadt, gelangen hierbei Celia Okoyino da Mbabi alle drei Treffer für ihre Mannschaft. Mit 14 Punkten hat das Team von Trainer Colin Bell nun den Anschluss an die obere Tabellenhälfte hergestellt und sich ein gutes Polster auf die Abstiegsränge verschafft. Bayer Leverkusen indes hat mit einer schwachen Leistung den letzten Platz im Ranking der Frauenfußballbundesliga zementiert und geht schweren Zeiten entgegen.

„Das war der wichtigste Sieg dieser Saison“, meinte ein erleichterter Colin Bell in Anschluss an die Partie. „Wir habe heute gefühlt mit 12 Mann(Frau) gespielt, denn die Unterstützung von unseren Fans war grandios. Ich möchte mich dafür bei unseren Anhängern, auch im Namen der Mannschaft herzlich bedanken, denn die Anfeuerung hat noch ein paar Prozent mehr aus den Mädels herausgeholt. So etwas tut unheimlich gut.“ Warum es der wichtigste Sieg der Saison war, begründete der Engländer auch: „Jetzt haben wir erst einmal einen schönen Abstand zum Tabellenkeller und können in Ruhe weiterarbeiten.“

Nachdem Celia Okoyino da Mbabi nach der Aufwärmphase ihr Okay zu ihrem Einsatz gab, konnte Bell seine, im Augenblick beste Elf ins Geschehen schicken. Bereits hier war das Stadion fest in Neuenahrer Hand, wurde doch jede Einzelne des Kaders mit Sprechchören begrüßt. Kurz nach Anpfiff war allen klar, dass der SC 07 das Spiel im Griff haben würde. Leverkusen gab sich alle Mühe Kontur ins Spiel zu bringen, biss sich aber spätestens an der beeindruckenden Neuenahrer Defensive die Zähne aus. „Die Mädels haben taktisch sehr diszipliniert gespielt und somit dem Gegner den Schneid abgekauft“, analysierte Bell später.

Die Abwehr der Gastgeber erwies sich besonders bei Kontern als äußerst anfällig. Zehn Minuten vor dem Seitenwechsel bediente dann Katie Hoyle, Celia Okoyino da Mbabi mit einem Steilpass und die Nationalspielerin überwand die herausstürzende Pepa Jäschke im Bayer-04-Gehäuse mit einem Heber von der Strafraumgrenze. Mit dieser überfälligen Führung ging es in die Kabinen, wo der SC 07 wohl die Euphorie des Führungstreffers konservierte.

Denn zwei Minuten nach Wiederanpfiff setzten sich Leonie Maier energisch auf der rechten Angriffsseite durch, flankte präzise auf den Kopf von Celia Okoyino da Mbabi, die keine Mühe hatte, aus sechs Metern auf 2:0 zu erhöhen. Spätestens hier war jedem im Stadion klar, wer als Sieger den Platz verlassen würde. Bayer 04 verstärkte zwar noch einmal den Druck auf das Tor von Almuth Schult, konnte aber zu keiner Phase den Beweis erbringen, mit aller Macht die drohende Niederlage zu verhindern.

Es kam die Zeit der Wechsel, wobei einer zur endgültigen Entscheidung beitrug. Nicole Rolser war gerade einmal eine Minute auf dem Platz, als sie sich auf der linken Seite durchsetzte und das Leder genau auf den Fuß von Celia Okoyino da Mbabi flankte. Der Volleyschuss Celias schlug dann mit brachialer Gewalt ins Leverkusener Tornetz ein. Zehn Minuten vor Schluss bedeutete dieses Tor den endgültigen K.o. für Leverkusen.

Erfreulich, dass es dann noch zu einem Comeback von Bianca Rech kam, die nach ihrer Verletzung noch vier Minuten Hinrundenluft schnuppern konnte. Die strahlende Okoyino da Mbabi hatte für die Unterstützung von den Rängen die richtigen Worte: „Klasse, ein weiteres Heimspiel heute. Danke an die Fans.“ Zum Abschluss des Kalenderjahres reist der SC 07 am kommenden Wochenende nach Freiburg, wo dann die Rückrunde eingeleitet wird. Nach dem 2:2 im Hinspiel darf man gespannt sein, was dort mit der wiedergewonnenen Lockerheit zu holen ist.