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Quelle: Horst Fadel

Am 2. Dezember gibt Maurice Weber nach dreijähriger Abstinenz sein Comeback im Ring.

Der Gürtelträger von Box-Champion Felix Sturm hat einen Traum: selbst Weltmeis­ter im Ring zu werden. Dafür gab Maurice Weber sogar seinen Job als Erzieher auf.

Wenn Maurice Weber seine alte Wirkungsstätte, das Jugendzentrum „Seeberger Treff“ im Kölner Norden besucht, wird er freudig begrüßt. Hier ist er für alle einfach nur „Mohammed“ oder „Mo“; nur die wenigsten Kids in diesem sozialen Brennpunkt wissen, dass ihr früherer Erzieher-Azubi bis zum Jahr 2008 eine vielversprechende Profibox-Karriere hingelegt hat.

Nach einer umstrittenen Niederlage und einer schweren Handverletzung beendete der als Mohammed Lassoued geborene Leverkusener seine Sportler-Laufbahn – als bis heute amtierender Deutscher Meister im Superweltergewicht. Jetzt greift der 30-Jährige noch mal an.

„Ich hatte glücklicherweise die Gelegenheit, eine Umschulung zum Erzieher beginnen zu können“, erzählt Maurice Weber, der seit acht Wochen hart für sein geplantes Ring-Comeback am 2. Dezember schuftet. „Ein Schreibtischjob wäre nichts für mich. Ich brauche den Kontakt zu Menschen und will helfen.“

Maurice Webers Comeback – die Bildergalerie

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Hilfe, die auch Not tut, leben doch in Seeberg viele Jugendliche ohne Perspektiven. „Die meisten Kids hier wissen nichts mit sich anzufangen“, sagt Maurice, „geschweige denn, welchen Beruf sie mal ergreifen möchten.“ Trotz dieser „Riesenerfahrung fürs ganze Leben“ entschloss er sich zum Comeback, was sein früherer Boss sehr bedauert.

„Mo war als Erzieher in diesem schwierigen Umfeld eine Idealbesetzung“, erzählt Sozialpädagoge Hüseyn Cansay, der Leiter des Jugendzentrums. „Es ist sehr schade, dass er aufgehört hat.“ Doch Maurice Weber („Es hat einfach noch mal tierisch gejuckt“) zog es unwiderruflich zurück in den Ring.

Eine entscheidende Rolle dabei spielte kein Geringer als Felix Sturm, seines Zeichens WBA-Weltmeister im Mittelgewicht. „Wir sind seit Kindesbeinen an engste Freunde“, verrät der Kämpfer mit tunesischen Wurzeln, „Felix ist wie ein Bruder für mich.“ 

Als Promoter nahm Sturm seinen langjährigen Freund unter seine Fittiche und lässt ihn in seinem Gym in der Kölner Südstadt trainieren. Hat Weber es noch drauf?

Die komplette Maurice-Weber-Story lest Ihr in der aktuellen Köln.Sport-Ausgabe #12/2011.