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Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

Geballte Familienpower für den Afrika FC: Vater Jakob Mferi und Sohn Cédric (v.l.) Foto: Köln.Sport/Kühlborn

Geballte Familienpower für den Afrika FC: Vater Jakob Mferi und Sohn Cédric (v.l.)
Foto: Köln.Sport/Kühlborn

Mit der Neugründung des Afrika FC haben sich Cédric Mferi und seine Mitstreiter einen Traum erfüllt. Der Verein bereichert seit dieser Saison die Kölner Kreisliga. 

Für kurze Zeit war Anthony Ujah wieder „’ne kölsche Jung“. Der ehemalige Stürmer des 1. FC Köln, der mittlerweile in China aktiv ist, nutzte Mitte August fünf freie Tage für eine Rückkehr in die Domstadt. Allerdings schaute der 25-Jährige nicht etwa bei den ehemaligen Kollegen am Geißbockheim vorbei. Nein, sein Ziel war die Bezirkssportanlage Bocklemünd am nordwestlichen Stadtrand.

Während nebenan die Footballer der Cologne Crocodiles trainieren, steuert Ujah zielsicher auf einen jungen Mann im schwarzen Poloshirt zu und umarmt ihn freudig. „Tony und ich sind sehr gut befreundet, haben in seiner Zeit beim FC viel zusammen unternommen“, sagt Cédric Ayibiga Mferi, der junge Mann im schwarzen Polo. Der 26-Jährige hält seinem Kumpel ein grünes Trikot hin, die Fußballschuhe hat Ujah selbst mitgebracht. Er ist an diesem Abend als Letzter zum Training des Afrika FC erschienen, muss beim Fünf-gegen-zwei darum natürlich in die Mitte. Starbonus gibt es nicht bei den Hobbykickern, die sichtlich Spaß an der gemeinsamen Trainingseinheit mit dem Profi haben. 25 Spieler umfasst der Kader des Afrika Fußball Club Köln, dem neuesten Mitglied des Fußballkreises Köln.

Bei der gemeinsamen Trainingseinheit haben Anthony Ujah (hinten) und Cédric Mferi viel Spaß Foto: Köln.Sport/Kühlborn

Bei der gemeinsamen Trainingseinheit haben Anthony Ujah (hinten) und Cédric Mferi viel Spaß
Foto: Köln.Sport/Kühlborn

Knapp zwei Jahre hat es gedauert, bis aus der immer konkreter werdenden Idee schließlich eine erfolgreiche Vereinsgründung wurde. Gerade noch rechtzeitig, um in dieser Saison am Spielbetrieb in der Kreisliga D teilzunehmen. „Dieser Verein ist nicht nur für mich eine Herzensangelegenheit“, betont Mferi. Für ihn und viele seiner Mitspieler geht mit der Gründung des Afrika FC ein Kindheitstraum in Erfüllung.  „Wir waren früher immer mit unseren Vätern am Platz und wollten später unbedingt alle zusammen für den Afrika Sportclub spielen“, erinnert sich Mferi junior.

Auch der Afrika Sportclub spielte vor 15 Jahren auf der Bezirkssportanlage Bocklemünd. Gegründet wurde der Verein damals unter anderem von Jakob Mferi, der vor 36 Jahren aus Gabun nach Köln kam. In einem Jahr schaffte der erste afrikanische Fußballverein Kölns sogar den Aufstieg in die Kreisliga B, dann fiel die Mannschaft mangels gefestigter Struktur jedoch auseinander und der Verein wurde aufgelöst. „Ich wünsche mir, dass unsere Kinder erfolgreicher sind als wir es damals waren. Das Potenzial ist auf jeden Fall da“, sagt Mferi senior, der im Vorstand des neuen Vereins sitzt und am ersten Spieltag sogar den Trainerposten übernahm, weil Aris Guizani, der eigentlich für die Mannschaft verantwortlich ist, im Urlaub weilte.

Das Team des Afrika FC erhält prominente Unterstützung: Cedric Mimbala (1.v.l.) und Anthony Ujah (2. Reihe, 3.v.r.) sind mit Herzblut bei der Sache Foto: privat

Das Team des Afrika FC erhält prominente Unterstützung: Cedric Mimbala (1.v.l.) und Anthony Ujah (2. Reihe, 3.v.r.) sind mit Herzblut bei der Sache
Foto: privat

Der Aufstieg ist das Ziel
Der Zuspruch für den neuen Verein ist jedenfalls groß. „Wir haben im ersten Training mit zehn Jungs begonnen. Mittlerweile erhalten wir auf und neben dem Platz aber immer mehr Unterstützung“, erklärt Cédric Mferi, der als Geschäftsführer und Mannschaftskapitän viel Verantwortung trägt und aus Fehlern, die in der Vergangenheit beim Afrika Sportclub gemacht wurden, die richtigen Lehren ziehen will: „Früher wurde viel geredet, aber wenig gemacht. Jetzt müssen hier alle anpacken.“

Anpacken will auch Anthony Ujah, der das Projekt seines Kumpels gerne unterstützt. Unter anderem hat er die grünen Auswärtstrikots besorgt. „Ich habe Cédric im Vorfeld gewarnt, dass es nicht leicht ist, einen Verein aufzubauen, gerade weil es bei uns Jungs aus Afrika auch mal chaotischer zugehen kann. Aber klasse, dass er es geschafft hat“, lobt der Profi, der beim gemeinsamen Trainingskick mit viel Spaß bei der Sache ist.

Ob es das Training mit Ujah war, das die Hobbykicker besonders beflügelt, ist nicht abschließend geklärt. Fest steht aber, dass dem Afrika FC mit vier Siegen am Stück ein toller Start in die Saison geglückt ist. Das erste Tor in der Geschichte des neuen Vereins war sogar ein besonders sehenswertes: Aus knapp dreißig Metern nahm Gloria Kiakiau im Eröffnungsspiel gegen Zollstock II Maß und setzte den Ball perfekt in den Winkel. „Ich habe einfach abgezogen, ein Traumtor“, sagt der Schütze in der Hoffnung, dass noch viele Saisontore folgen. Denn im Sommer, da sind sich alle Beteiligten einig, soll der direkte Aufstieg in die Kreisliga C geschafft sein.

Stefan Kühlborn

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