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Haie scheitern an schwachem Überzahlspiel

Ein Hai zwischen zwei Eisbären

Auch mit Ryan Jones (Mitte) gelingt es den Kölner Haien nicht, aus zahlreichen Überzahlsituationen Kapital zu schlagen
Foto: imago/mika

In Spiel zwei der Viertelfinalserie gegen die Eisbären Berlin verlieren die Kölner Haie vor eigenem Publikum nach Verlängerung mit 0:1. Damit gleichen die Gäste die Serie aus. Spiel drei steigt am Sonntag in der Hauptstadt. 

Bittere Pille für die Kölner Haie: In einem umkämpften zweiten Viertelfinalduell unterliegen die Kölner den Eisbären in Berlin in der heimischen Arena mit 0:1. Das entscheidende Tor erzielen die Gäste durch Laurin Braun in der dritten Minute der Verlängerung. Im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen beider Teams, das die Haie in Berlin mit 3:0 für sich entschieden hatten, zeigten sich beide Teams deutlich körperbetonter und gingen hart und engagiert zur Sache. Bei aller körperlichen Robustheit ließen beide Mannschaften jedoch die notwendige Präzision im Passspiel wie im Abschluss vermissen.

Zwar hatte Philipp Gogulla schon nach wenigen Sekunden die erste gute Chance für die Haie, bei denen Ryan Jones erstmals nach seiner Verletzung wieder zum Aufgebot zählte. Danach gelang es den beiden äußerst konzentriert zu Werke gehenden Abwehrreihen aber, zahlreiche Schüsse erfolgreich zu blocken. Auch im Mitteldrittel setzten beide Teams ihre gute Defensivarbeit fort. Zuerst hatten die Gäste mehr vom Spiel, doch immer wieder war Haie-Goalie Gustaf Wesslau Endstation für die Offensivbemühungen der Hauptstädter.

Begünstigt durch gleich drei Überzahlspiele kamen die Gastgeber besser in die Partie, allerdings offenbarten die Haie in Überzahl erneut altbekannte Schwächen. Erst im dritten Powerplay des Drittels kam der KEC zu einer hochkarätigen Chance, als die Eisbären einen Versuch von Boucher gerade noch von der Torlinie kratzen konnten. Dass der Puck die Linie nicht überschritten hatte, ließen sich die Referees sogar noch durch den Videobeweis bestätigen, auch wenn die Szene eigentlich offensichtlich war (35.).

Im Schlussdrittel stand dann immer wieder Wesslau im Mittelpunkt, der sich teilweise massivem Dauerbeschuss ausgeliefert sah. Doch die Haie verteidigten verbissen, kämpften um jeden Zentimeter Eisfläche und konnten sich immer wieder befreien. Im Angriffsdrittel hatten die Haie nicht die erforderliche Durchschlagskraft, auch weil die Gäste ebenso beherzt verteidigten.

Und so ging dieses körperlich geprägte Duell in die Overtime, wo die Kölner den besseren Start erwischten und schon nach wenigen Sekunden die Chance zur Entscheidung auf der Kelle hatten. Per Aslund traf nach einem Scheibengewinn allerdings nur die Latte, was wohl alle 12.576 Zuschauer in der Arena gesehen haben. Die Unparteiischen forderten allerdings abermals den Videobeweis an. Das Tor gab es, wie zu erwarten war, nicht, dafür hatten die Haie nach einer Strafe gegen Laurin Braun abermals eine zweiminütige Überzahl, um den entscheidenden Treffer zu erzielen. Doch auch das siebte Powerplay des Abends konnte der KEC nicht nutzen. Und so kam eben jener Braun, der im ersten Duell noch nicht dabei gewesen war, gerade von der Strafbank, nahm den Puck in der neutralen Zone auf, fuhr von links in Richtung Kölner Tor und schloss seinen Lauf mit dem Siegtreffer für die Eisbären ab (63.).

So gelang es den Haien zwar, die Eisbären insgesamt 120 Minuten von einem Torerfolg abzuhalten, dennoch siegten am Ende einer intensiven Partie die Gäste durchaus glücklich. Wer so viele Chancen in Überzahl vergibt, ist jedoch selbst für sein Schicksal verantwortlich. In Spiel drei der Serie, das am Sonntag wieder in Berlin stattfindet, haben die Haie erneut auswärts die Chance, die Führung in der Serie erneut zu übernehmen.