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Fortuna im Spiel der Gegensätze

Julius Biada kommt nicht an den Ball

Unsanft ausgebremst wurden Julius Biada (re.) und Fortuna Köln im Hinspiel von den Würzburger Kickers. Nach überstandener Schulterverletzung kehrt Biada am Freitagabend ins Team zurück
Foto: imago/Eibner

Die einen lassen es in den gegnerischen Strafräumen ordentlich krachen, die anderen verrammeln die Bude als wäre es Fort Knox. Der Blick auf die Torverhältnisse beider Teams nach 30 Spieltagen unterstreicht dies eindrucksvoll. Die Würzburger Kickers kommen auf 29 erzielte und 19 kassierte Tore. Bei der Fortuna sind dies 47 eigene Treffer und 53 Mal klingelte es im eigenen Kasten. Es dürfte spannend sein, zu beobachten, welcher Spielstil sich am Freitagabend (19 Uhr) in der Flyeralarm Arena durchsetzen wird.

 „Würzburg ist keine Truppe, die für Fußball-Spektakel steht. Sie legen Wert auf Dominanz, Sicherheit und eine gute Abstimmung. Sie bereiten ihre Angriffe sehr kontrolliert vor und machen sehr wenige Fehler. Für mich sind Sie eine Art Chelsea light wie damals unter Mourinho. Mal schauen, ob wir uns mit unserem Gegenteils-Fußball da durchsetzen können“, sagt Uwe Koschinat, der sich sehr über die Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart II geärgert hatte. „Ich hätte die Mannschaft gerne in einem Verfolger-Endspiel gecoacht. Nun hat Würzburg als bestes Team im Jahr 2016 eine phantastische Ausgangssituation.“ Würzburg ist als Sechster nur vier Punkte vom Relegationsplatz entfernt.

Dennoch gab es unter der Woche keine heftige Standpauke des Fußballlehrers in der Form, dass sich bei der Ansprache vor und während der Übungseinheiten die Balken bogen. „Das ist nicht meine Art. Ich habe meinen Unmut über das Spiel bekundet, aber man muss auch sagen, wir liegen deutlich über dem Strich. Dennoch gab es zu viele Spiele, in denen wir wenig oder gar keine Leistung auf den Platz gebracht haben. Da sind mir die Ausreißer zu heftig. Aber ich spiele lieber fünf Mal überragend und zwei Mal beschissen, als sieben Mal durchschnittlich“, bringt es Koschinat plakativ auf den Punkt.

Zwar ist der Abstand zu der Abstiegsregion noch komfortabel, dennoch empfindet Koschinat die Situation „als gefährlich, denn die Liga ist sehr eng. Es gibt in dieser Saison eine brutale Umkehrung der Verhältnisse. Teams wie Kiel, Cottbus, Chemnitz oder Wehen-Wiesbaden waren Titelkandidaten und stecken jetzt mitten im Abstiegskampf. Die haben einiges drauf, wenn die mal anfangen kontinuierlich zu punkten…“

Biada kehrt zurück, Rahn und Bösing fehlen lange
Was die Aufstellung und die Zusammensetzung des Kaders für das Würzburg-Spiel angeht, war in dieser Woche bei den Kölnern einiges in Bewegung. Kai David Bösing und Johannes Rahn verletzten sich im Rahmen des letzten Heimspiels schwerer. „Mannschaftsarzt Christoph Bruhns hat bei Johannes nach Anfertigung einer MRT-Aufnahme einen Riss des vorderen Außenbandes im Sprunggelenk diagnostiziert. Kai hat sich einen Einriss im Außenmeniskus des linken Kniegelenks zugezogen. Er muss sich am Donnerstag einen operativen Eingriff bei Mannschaftsarzt Christoph Bruhns unterziehen“, so Christian Osebold, der Leiter der medizinischen Abteilung. Beide werden mehrere Wochen ausfallen.

Ebenfalls nicht bei den Kickers antreten kann Bone Uaferro. Den Innenverteidiger stoppt ein grippaler Infekt. Dafür sind Julius Biada, Oliver Schröder und Florian Hörnig wieder mit von der Partie. „Oli macht einen sehr guten Eindruck. Es ist positiv, dass wir wieder von seiner Erfahrung profitieren können“, so Koschinat. Biada wird den verletzten Bösing ersetzen, Hörnig den kranken Uaferro und Andreas Glockner rückt für den verletzten Rahn im Vergleich zur Vorwoche in die Startelf.

 Autor: Stefan Kleefisch für rheinfussball.de
Rheinfussball.de