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FC verliert Offensiv-Spektakel

Yannick Gerhardt verliert den Zweikampf gegen Geis und Sané

Yannick Gerhardt und der 1. FC Köln verlieren eine turbulente Partie gegen Schalke 04
Foto: imago/mika

Der 1. FC Köln verliert eine hochgradig turbulente Partie gegen Schalke 04 mit 1:3 (1:2). Die Geißböcke präsentieren sich hinten anfällig und sind vorne nicht effektiv genug.

Die wichtigste Frage vor dem Anpfiff lautete, ob Anthony Modeste würde mitwirken können. Der Stürmer, immerhin für elf der insgesamt 25 Saisontore des 1. FC Köln, verantwortlich, hatte sich in Ingolstadt nach einem Tritt gegen den Kopf eine schmerzhafte Prellung zugezogen. Bis zuletzt stand ein Einsatz des Franzosen auf der Kippe, doch letztlich tauchte sein Name auf dem Spielberichtsbogen auf. Ebenso wie der von Jonas Hector. Der angeschlagene Nationalspieler war beim Remis in Ingolstadt geschont worden, stand gegen die Königsblauen aber wieder zur Verfügung und verteidigte auf der linken Abwehrseite.

Die Partie in der Müngersdorfer Arena verzichtete auf jegliche Anlaufphase. Nach dem Ehrenapplaus für den Anfang der Woche verstorbenen Hannes Löhr ging es auf dem Rasen sofort hoch her. Die Partie war genau 53 Sekunden alt, da zeigte Schiedsrichter Wolfgang Stark auf den Elfmeterpunkt. Dominic Maroh hatte Schalkes Höjbjerg am Fünfmeterraum zu Fall gebracht und sah dafür seine fünfte Gelbe Karte. Huntelaar trat an und brachte die Gäste mit dem ersten Torschuss in Führung (3.).

45-minütiges Offensivspektakel
Ein früher Rückschlag für den FC und der Auftakt für ein Spektakel, wie man es so in der Bundesliga lange nicht gesehen hat. Ohne jegliche defensive Kontrolle stürmten beide Mannschaften munter drauf los. Früh in der Hauptrolle: Anthony Modeste. Nach Flanke von Marcel Risse kam Modeste am zweiten Pfosten völlig frei zum Kopfball, doch vergab die Chance auf den schnellen Ausgleich recht kläglich (9.). Ob die Angst vor weiteren Schmerzen am lädierten Schädel beim Abschluss eine Rolle spielte, bleibt Spekulation. Fakt ist, den darf ein Stürmer schon mal machen. Genauso wie jenen Ball in der 18. Spielminute: Zunächst bediente Modeste Leonardo Bittencourt, der sich mit einem starken Querpass vors Tor revanchierte, doch statt das Spielgerät ins Tor zu schieben, stoppte Modeste die Kugel und vergab so die nächste 100-prozentige Chance (15). Weil die Schalker hinten aber vogelwild agierten, kam Modeste drei Minuten später wieder frei zum Abschluss, doch mit dem schwachen Schuss hatte Schalke-Keeper Fährmann keine Probleme (18.). Sekunden später schaffte es Bittencourt nicht, einen katastrophalen Rückpass von Geis zu bestrafen, er scheiterte am langen Bein von Fährmann (18.).

Auf der Gegenseite hatte FC-Torwart Timo Horn zuvor sein ganzes Können aufbieten müssen, um das 0:2 zu verhindern. Mit einer Weltklasse-Parade drehte er den Schuss von Höjbjerg noch um den Pfosten (12.). Elf Minuten später war aber auch Horn machtlos: Eine Ecke klärte die FC-Defensive nur unzureichend, über die schwache linke Kölner Defensivseite kam der Ball zurück in den Strafraum, wo Höjbjerg von der Grundlinie auf Max Meyer zurücklegte. Der ließ eine kurze Körpertäuschung folgen und schloss dann überlegt ab – 0:2 (23.). Fast hätte Roman Neustädter nach Geis-Freistoß sogar noch das dritte Tor folgen lassen, verzog aber knapp (29.).

Bittencourt per Kopf zum Anschluss
Doch genauso anfällig wie der FC, zeigten sich auch die Gäste. Nach gelungener Kombination über den spielstarken Yannick Gerhardt, Bittencourt und Modeste kam Bittencourt zum Abschluss. Seinen noch abgefälschten Schuss konnte Fährmann mit der Brust zur Seite abwehren, doch der mitgelaufene Filip Mladenovic brachte den Ball zurück in den Strafraum, wo der keinesfalls als Kopfballspezialist ausgewiesene Leo Bittencourt unbedrängt einköpfen konnte (33.).

Sicherheit gab der verdiente Anschlusstreffer aber keineswegs. Nur Sekunden nach dem 1:2 hätte Schalke wieder davonziehen können. Wieder ging es über die linke Seite der Kölner. Belhanda hatte im FC-Strafraum alle Zeit der Welt, doch sein Dropkick landete an der Latte (34.).

Bevor dieses herausragend turbulente Spiel in die Pause ging, konnten die Geißböcke noch zwei weitere Strafraumszenen verbuchen: Nach Flanke von Risse kam Matthias Lehmann im Zentrum in der Schalker Zange zu Fall, doch die Pfeife von Stark blieb diesmal stumm. Über einen Strafstoß hätten sich die Gäste in dieser Szene sicher nicht beschweren dürfen (43.). Hätte Mladenovic wenig später das lange Bein seines Gegners angenommen, dann hätte es auf jeden Fall einen Elfmeter gegeben. Doch der Linksfuß lief weiter und scheiterte am herausstürzenden Fährmann (44.).

Dem halsbrecherischen Tempo der ersten Spielhälfte tat die 15-minütige Pause keinen Abbruch. Auch nach dem Seitenwechsel attackierten beide Teams weiter mit offenem Visier, was sich zunächst aber lediglich in einigen Halbchancen auf beiden Seiten entlud. Bei einem direkten Freistoß von Risse musste Schalkes Fährmann dann erstmals eingreifen (60.). In dieser Phase brachten die Gäste mit dem jungen Leroy Sané einen Spieler, der mit seinen Qualitäten wie gemacht schien, für diesen Schlagabtausch: schnell, trickreich und mit viel Qualität im Torabschluss ausgestattet. Drei Minuten nach seiner Einwechslung verbuchte Sané seinen ersten gefährlichen Abschluss, nachdem er sich im Kopfballduell gegen einen weit weg von seiner Bestform agierenden Jonas Hector durchgesetzt hatte (64.).

Joker-Hosiner scheitert, Joker di Santo trifft
FC-Trainer Peter Stöger antwortete mit der Einwechslung von Philipp Hosiner, der für Mladenovic ins Spiel kam und sich als zweite Spitze neben Modeste orientierte. Dieser hatte daraufhin mehr Platz, welchen er nur Sekunden nach Hosiners Einwechslung zum Ausgleich hätte nutzen können. Doch wieder blieb dem bulligen Angreifer das Pech im Abschluss treu (71.). Wenige Augenblicke später hätte Hosiner dann fast zugeschlagen. Seinen herrlichen Schlenzer konnte Fährmann mit den Fingerspitzen aber noch über das Tor lenken (72.).

Während der Kölner Joker Pech im Abschluss hatte, stach Schalkes neuer Stürmer gleich mit seinem ersten Versuch: Nach Flanke von rechts war der eingewechselte Franco di Santo per Kopf zu Stelle und sorgte für die Vorentscheidung (76.). Der FC wehrte sich nach Kräften – Risse zwang Fährmann erneut per Weitschuss zur Parade (80.) – doch nach 90 Minuten stand die zweite Heimniederlage in Folge zu Buche.