Köln.Sport

„Wir brauchen die Unternehmen“

Foto: Detlev Ackermann

„Sport ist mein Medium“, sagt Volker Staufert, künftiger Vorsitzender des „Sportstadt Köln e.V.“

Volker Staufert übernimmt Mitte Mai den Vorsitz des „Sportstadt Köln e.V.“. Im Interview erklärt der frühere Vorsitzende des StadtSportBundes, wie wichtig dieser Baustein bei der Umsetzung der Sport-Agenda 2015 ist.

Herr Staufert, welches Ziel verfolgt das Projekt „Sportstadt Köln“, das für den Entwurf der Sport-Agenda 2015 verantwortlich ist?

Köln hat mehr Sportinstitutionen als jede andere deutsche Stadt. Aber es fehlte eine Klammer, die alles verbindet. Wir haben hier Themen wie Wissenschaft, Bildung, Sport, Gesundheit und soziale Integration sowie gesellschaftliche Bereiche inklusive der Sportvereine. Alle Institutionen leisten gute Arbeit, keine Frage. Aber eben jede für sich. Manchmal fehlt die Verzahnung. Beispiel: Thema soziale Integration. Die fand zunächst ohne den Sport statt. Wir haben dann die hauptamtlichen Sozialarbeiter und die ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiter zusammengebracht. Das hat tolle Erfolge gezeigt. Darüber hinaus wollen wir Themen generieren wie Sportstättenentwicklung, Bewegungsräume im öffentlichen Raum oder strahlende Events.

Was kann der Verein, der Mitte Mai gegründet werden soll, also leisten?

Es bedarf einer Institution, die handlungsfähig ist, auch im juristischen Sinne. Für den Bau einer beleuchteten Laufstrecke stellt sich die Frage: Wer ist eigentlich der Auftraggeber? Wir brauchen eine Institution, die diese Rolle ausfüllt und das soll der „Sportstadt Köln e.V.“ sein.

Warum hat die Gründung länger gedauert als geplant? Sie war für Mitte März angedacht.

Zum einen mussten wir eine Satzung „entwickeln“, die ist mittlerweile fertig. Zum anderen wollen wir von Beginn an die Stadt einbinden. Dafür benötigen wir auch die notwendigen politischen Beschlüsse. Die dazu notwendigen Prozesse haben wir unterschätzt.

Wie können sich dem Sport zugeneigte Unternehmen im Verein engagieren?

Natürlich brauchen wir Geld. Die öffentliche Hand allein wäre hier überfordert, wir brauchen auch Unternehmen. Diesen Firmen müssen wir den aus dem Engagement resultierenden Mehrwert darstellen. Denn da beißt die Maus keinen Faden ab: Wenn es uns nicht gelingt, die Wirtschaft zu mobilisieren, werden wir nicht ins Ziel kommen. Unternehmen würden wir übrigens auch als Mitglieder begrüßen – da wir dann einen ganz anderen Rückenwind bekämen, als wenn nur sieben Privatpersonen den Verein bilden.

Was motiviert Sie, den Vereinsvorsitz zu übernehmen? Sie könnten auch Ihren Ruhestand genießen.

Ich würde es nicht schaffen, nur zu Hause fernzusehen. Das unternehmerische Element liegt mir im Blut. Beim Sport schwingt vieles mit, beispielsweise Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung bis hin zur Stadtgestaltung. Auch habe ich ein gewisses Sendungsbewusstsein, wenn es um die soziale und gesellschaftliche Verantwortung geht. Dabei ist Sport mein Medium.

Sie haben als Vorstandsmitglied der RheinEnergie AG selbst über Sponsorengelder entschieden, künftig sollen Sie welche reinholen. Sind Sie optimistisch, dass das gelingt?

Ich glaube, in vielen Firmen sitzen Führungskräfte, die den Mehrwert eines Engagements in diesem Bereich erkennen. Sei es nun unter Marketinggesichtspunkten oder aus gesellschaft-licher Verantwortung. Eine gemeinsame Veranstaltung mit der IHK, „Wirtschaft trifft Sport“, hat großes Interesse bei Wirtschaft und Handwerk erzeugt.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann Klinkenputzen ein mühsames Geschäft sein.

Ja, mit Sicherheit wird es mindestens ebenso viele Niederlagen wie Siege geben. Aber das gehört zu so einer Aufgabe dazu.

Bislang unterstützen nur wenige Sponsoren das Projekt, woran liegt das?

Das war bei der Initialisierung des Projektes eine ganz pragmatische Sache. DKV, Rhein-Energie, Sparkasse und nicht zu vergessen das NRW-Innenministerium haben uns von Beginn an unterstützt, und wir konnten schnell mit dem Projekt rauskommen. Wir haben anschließend gar nicht weiter nach Geldgebern gesucht.

Fühlen Sie sich bislang von der Stadt Köln bisher ausreichend unterstützt?

Oberbürgermeister Jürgen Roters und die zuständige Dezernentin Dr. Agnes Klein unterstützen uns sehr gut; und wir haben ein enge Zusammenarbeit mit dem Sportamt. Das gilt auch für den Sportausschuss und die sportpolitischen Sprecher der Fraktionen. Aber die Stadt ist bestimmten Regularien unterworfen, bei denen wir sagen: Das könnte doch alles schneller gehen!

Haben Sie bei den 140 Projekten aus der Sport-Agenda Prioritäten gesetzt?

Wir haben drei, vier Projekte, die schnell angegangen werden sollen. Diese werden wir am Vereinsgründungstag präsentieren.

Wie viele Projekte werden bis 2015 überhaupt umsetzbar sein?

Viele der 140 Vorhaben laufen ja schon. Da lag vielleicht bislang unser Manko: Wir haben vieles getan, aber dies nicht ausreichend publik gemacht oder vermarktet. Aber wir müssen sicher auch noch einige Projekte hinzufügen – gerade auch solche mit „Leuchtturm-Charakter“.

Welche Ziele haben Sie persönlich?

Den Sport in Köln nach vorne zu bringen, das ist unser gemeinsames Ziel. Also auch meines.

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