Köln.Sport

Win-Win-Chance

Foto: imago images / Herbert Bucco

Seit Donnerstag ist es amtlich: Armin Veh verlässt den FC zum Saisonende, der Traditionsclub aus der Domstadt muss sich einen neuen Sportgeschäftsführer suchen. Dafür hat er bis Juni 2020 Zeit, so lange wird – Stand jetzt – Veh nämlich noch im Amt bleiben und damit seinen Vertrag erfüllen (hier geht es zur Meldung).

Veh hat in seiner Zeit als sportlich Verantwortlicher maßgeblich zum Wiederaufstieg beigetragen, der Dankbarkeit dafür kann er sich in Köln gewiss sein. Dass der 58-Jährige nicht dafür bekannt ist, halbe Sachen zu machen, ist zum einen der Grund für seine persönliche Entscheidung, den Verein zu verlassen. Zum anderen bringt es dem FC die Sicherheit, in Ruhe einen Nachfolger suchen zu können. Leicht wird das nicht. Der Verein verliert mit Veh eine starke Persönlichkeit, einen Mann, der kein Blatt vor den Mund genommen hat und auch mal unbequem wurde. Der FC tut gut daran, sich in dieser Hinsicht nach einem Mann ähnlicher Bauart umzusehen. Einen Ja-Sager braucht es nicht, will man sich langfristig in der 1. Liga etablieren. Kuschelkurs ist keine Option.

Aufpassen müssen die Verantwortlichen jetzt nur, dass rund um die Mannschaft keine Unruhe entsteht. Wahrscheinlich aber hätte ein langes Hin und Her mehr Schaden anrichten können.

In Vehs Abgang liegt aber auch eine Chance. Das hängt vor allem mit einigen Personalentscheidungen des Noch-Chefs zusammen, die in der Retrospektive mindestens als unglücklich angesehen werden müssen. Auf Interimscoach Stefan Ruthenbeck folgte mit Beginn der letzten Spielzeit Markus Anfang, der seinen Herzensverein nach dem Abstieg zurück in die Erstklassigkeit führen sollte. Wenn auch der spielerische Glanz fast während der kompletten Amtszeit Anfangs fehlte, so stimmten lange Zeit zumindest die Ergebnisse. Mit der Rückholaktion von Anthony Modeste an den Rhein stellte Veh seinem Übungsleiter dann aber ohne Not eine Aufgabe, die dieser nicht lösen konnte – nämlich, mit Modeste, Jhon Cordoba und Simon Terodde drei Stürmer mit Stammplatz-Ansprüchen dauerhaft glücklich zu machen.

Auch für die Kaderzusammenstellung zur neuen Saison war Veh verantwortlich. Zunächst von vielen Seiten gelobt, steht die Bundesliga-Tauglichkeit der Truppe von Anfang-Erbe Beierlorzer mehr denn je zur Debatte – schweres Auftaktprogramm hin oder her.

Wenn Vehs Nachfolger – wer immer es auch wird – in Personalentscheidungen ein glücklicheres Händchen hat, dann wird der Schritt des gebürtigen Augsburgers im Rückblick von allen Seiten als Win-Win-Situation bewertet werden.

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