Köln.Sport

Viel zu tun

Ein erster Schritt ist gemacht, doch bis sich beim 1. FC Köln wieder nur auf Fußball konzentriert werden kann, ist noch viel zu tun. Der Köln.Sport-Kommentar zur Mitgliederversammlung 2018.
Mitgliederversammlung

Sportlich sowie finanziell läuft es gut für den 1. FC Köln. Von Friede, Freude, Eierkuchen ist der Verein allerdings weit entfernt. (Foto: imago/Eduard Bopp)

Das war sie also, die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln im Jahr 2018. Emotionale Reden und Erklärungsansätze, übertriebene, unterhalstame und durchaus interessante Äußerungen der Mitgliederratskandidaten – und natürlich „Hoodie, Hoodie“-Rufe. Es war einiges geboten bei der siebenstündigen Sitzung, die an manchen Stellen natürlich etwas langatmig wurde, insgesamt aber doch ziemlich kurzweilig anmutete.

Und auch wenn der Saal in vielen Belangen doch deutlich gespalten war, einig waren sich in einem Punkt alle: Die Kommunikation zwischen Vorstand und Mitgliederrat muss verbessert werden, Interna dürfen um keinen Preis mehr so in die Öffentlichkeit geraten, wie das in den vergangenen Wochen und Monaten der Fall war. Der Rat selbst ist als Kontrollgremium unerlässlich und Gewalt muss in jeder Form verfolgt und bestraft werden. Einige Parteien merkten auch durchaus an, dass es zumindest ein wenig auch um Fußball gehen sollte, andere schenkten dem Thema weniger Beachtung.

Der neugewählte Mitgliederrat, der aus Mangel an Kandidaten mit 50% Ja-Stimmenanteil nun aus zwölf statt der vorgesehenen 15 besteht, hat also in den nächsten Monaten einiges auf der Agenda. Er muss außerdem bis zum 31. August den Vorstand empfehlen, wie es in dieser Angelegenheit weitergeht, blieb am Mittwoch weitestgehend offen.

Man möchte hoffen, dass dieses Thema nun als erstes mit den von beiden Seiten ausgesprochenen Einigkeitspunkten behandelt wird. Ein Vorstand, der sich kontrollieren lässt, und ein Mitgliederrat, der sich nicht weiter in die Belange des Vereins einmischt, als es seinem Wohlergehen dient. Denn auch wenn beide Seiten beteuern, diese Absicht ohnehin die ganze Zeit gehabt zu haben, wirklich überzeugend erweckt wurde dieser Eindruck in der letzten Zeit nicht. Das wurde auch ganz klar in der Arena deutlich, beinahe kein Beitrag blieb ohne Pfiffe einer der beiden „Fan-Lager“.

Im Idealfall bleiben ab sofort alle Prozesse intern, und würden nicht auch in der Öffentlichkeit diskutiert. Damit man sich wieder auf den Fußall konzentrieren kann. Und nicht auf Querelen auf höherer Vereinsebene. Oder Hoodies.

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