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Top 10: Die besten Ausreden für Golfer

Misslungene Schläge können Golfer zur Weißglut bringen. Es sei denn, sie können gar nichts dafür. Schuld ist ja schließlich der schlecht gemähte Platz, die Auswahl des falschen Eisens oder die dreiste Fliege, die genau im falschen Moment auftaucht. Bei Golfern gilt: Je schlechter das Spiel, desto besser die Ausreden.
Ausreden

„Die Länge hätte gestimmt“, gehört zu den beliebtesten Ausreden, wenn der Ball mal wieder im Busch gelandet ist (Foto: Getty Images)

Golfer haben es schwer! Kaum ein anderer Sport ist so erbarmungslos ehrlich zur eigenen Leistung wie der Golfsport. Kein Gegner, den man in den Himmel loben kann, kein Schiedsrichter, der es auf einen abgesehen hat, nicht mal Mitspieler, die es vergeigt haben, obwohl die eigene Leistung selbstverständlich überdurchschnittlich war. Stattdessen eine Scorecard, die keinen Patzer verzeiht und einen gegenüber Freunden, Kollegen und nicht zuletzt sich selbst in Erklärungsnot bringt. Eines aber kann man ihm, dem trotz allem so geliebten Golfsport, nicht vorwerfen: Dass er keinen Anlass für Ausreden liefern würde. Wir haben die lustigsten und auf Deutschlands Plätzen wohl meistgehörten zusammengetragen: Die Top 10 der besten Golf-Ausreden.

10) Das Material

An Loch eins ist die Motivation des geneigten Hobbyspielers noch grenzenlos. Geht dann allerdings der erste Abschlag ins Nirwana, ist die Vorfreude dahin. Es sei denn, das Material war Schuld. Nach einem „Ach, wenn ich mein altes Siebener noch hätte, das war ein Schläger!“ ist die Welt schon wieder in Ordnung.

9) Die Lage

Die Ausgangslage für den nächsten Schlag wird dadurch allerdings nicht besser. Nach langem Suchen findet der Ball sich zumeist doch noch – direkt zwischen zwei Sträuchern. Zeit, sich vor der dem Schlag schon mal abzusichern: „Na toll, aus der Lage bekommt selbst der Tiger keinen ordentlichen Schlag hin!“ Nach dieser Feststellung schlägt es sich gleich wesentlich leichter. Großer Vorteil dieser ebenso schwachsinnigen wie universellen Ausrede: Sie kann nach dem nächsten verpatzten Schlag gleich noch einmal wiederholt werden.

8) Die Fliege

Immerhin, das Grün ist nun in Sichtweite. Jetzt wird natürlich alles zum Selbstläufer. Zwei Schläge maximal, dann kreist der kleine weiße Freund, das ist völlig klar, in dem Loch dort drüben. Herrgott, wenn da nur nicht diese übergroße Fliege wäre. „Hast du das gesehen? Genau beim Durchschwung ist ’ne Fliege auf meinem Ball gelandet.“ Hat natürlich niemand gesehen, aber das macht nichts. Denn diese Begründung wird unter Hobbyspielern nicht angezweifelt. Schließlich weiß jeder: Die Fliege ist der Erzfeind eines jeden Amateurgolfers! Gegen sie ist nichts zu machen.

7) Das Wetter

Schlimmer als die Fliege ist eigentlich nur noch das Wetter. Regen? „Die Feuchtigkeit, das ist ja gar nichts für mich. Du weißt ja, ich hab Rücken!“ Sonne? „Blendet dich das auch so heute? So tief steht die Sonne doch sonst nicht um diese Uhrzeit.“ Das perfekte Wetter gibt es für den Golfer der Kategorie „Stets bemüht“ nicht, es sei denn, er steht gerade nicht auf dem Golfplatz. Visiert er aber nach bereits sieben Schlägen die Fahne von Loch eins an, ist der Amateur unter Vollspannung. „Muss ausgerechnet in dem Moment die Wolke vorbeiziehen, wenn ich putte?“ Muss sie natürlich! Jedes Mal!

6) Der Greenkeeper

Na gut, an Loch eins läuft’s selten gut. Das weiß im Prinzip jeder Golfer. Es braucht ein paar Schläge, bis das volle Potenzial abgerufen werden kann. Zu dumm nur, wenn ausgerechnet der Greenkeeper  etwas dagegen hat. „Was ist das eigentlich für Gras hier? Sieht viel zu kurz aus!“ Diese rhetorische Frage bezüglich der Graslänge ist ein Evergreen und lässt sich problemlos variieren. Denn ob zu kurz oder zu lang spielt keine Rolle, am Ende zählt die Erkenntnis: Der Platz ist schlecht gemäht!

5) Die Windböe

Ist das erste Loch geschafft, fangen die Probleme für talentfreie Hobbygolfer erst an. Denn die Begründung eigener Fehlschläge wird nicht leichter. Zeit, auf Klassiker zurückzugreifen! „Wo kam denn plötzlich diese Windböe her?“ geht immer. Skeptische Blicke können ohne Probleme pariert werden: Einfach den Zeigefinger in den „Wind“ halten und selbst auf ratlos machen.

4) Der Probeschwung

So viel Pech und das auf den ersten beiden Löchern – der gewöhnliche Spieler würde angesichts dieser Pechsträhne das Golfbag auf die Schulter packen und für heute Schluss machen. Nicht aber der (aus)redegewandte Nichtskönner. Er redet auch den nächsten missratenen Ball mühelos weg: „Komisch, der Probeschwung war perfekt.“

3) Der Trainer

Der Bunker ist selbst für ambitionierte Spieler eine Herausforderung, mit Handicap 54 allerdings ein heilloses Unterfangen. Eine gute Ausgangssituation für den Dilettanten, denn hier hat er nichts zu verlieren. Nicht selten lässt er sich zu Aussagen wie „Der Bunker ist mein Spezialgebiet“ hinreißen – um den Ball anschließend zehn Meter neben das Grün zu setzen. Bitter, schließlich hat der Schüler nur das gemacht, was ihm erst kürzlich gezeigt wurde. Das Entsetzen ist ihm anzusehen.„Das hat mir mein Trainer aber so beigebracht!“ Nein, wohl eher nicht …

2) Der Spieler am Nebenloch

In aller Seelenruhe stapft der mittlerweile doch leicht genervte Hobbygolfer zu seinem Ball. Zeit, sich zu konzentrieren. Ausatmen, einatmen. In Gedanken noch einmal alles durchgehen. Den Ball fixieren – „Mensch, hast du das gehört? Muss der Typ da auf dem Nebenloch so laut niesen? Nein? Zum Glück bist du nicht so geräuschempfindlich wie ich.“

1) Die Wuchsrichtung

Erreicht der Hobbygolfer die Nähe der Fahne, steigt sein Puls. Ein gefühlvoller Putt kann so manchen misslungenen Schlag im Vorfeld vergessen machen. Geht der Ball jedoch daneben, liegen die Gründe auf der Hand: „Ich hab die Wuchsrichtung des Grases nicht beachtet“ ist die wohl am häufigsten verwendete Ausrede auf dem Grün. Ihr Vorteil: In ihr steckt sogar ein bisschen Selbstkritik, wenngleich dem Grün die Hauptschuld gilt. Perfekt!

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