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Sturm unterliegt – und hält Zukunft offen

Musste viel einstecken: Ex-Weltmeister Felix Sturm Foto: imago/Jan Hübner

Musste viel einstecken: Ex-Weltmeister Felix Sturm
Foto: imago/Jan Hübner

Viel vorgenommen, wenig gezeigt: Gegen den Russen Fedor Chudinov zieht Felix Sturm deutlich den Kürzeren. Die Zukunft des Ex-Weltmeisters steht noch in den Sternen.

8.500 Zuschauer waren am Samstag in die Frankfurter Festhalle gekommen, um Felix Sturm gegen Fedor Chudinov zu sehen. Auf dem Spiel stand die reguläre WBA-WM im Supermittelgewicht. Mit einem Sieg hätte der Kölner seinen fünften Weltmeister-Gürtel holen können – als erster deutscher Boxer überhaupt. Doch am Ende jubelte die russische Fraktion.

Dass Fedor Chudinov kein leichter Gegner sein würde, war bereits von vornherein klar. Zwar hatte der Russe bis zum Duell mit Sturm erst zwölf Profi-Kämpfe bestritten, diese aber allesamt gewonnen; zehn davon sogar vorzeitig. Allerdings: Nur ein Fight war bis zur zehnten Runde gegangen, alle anderen davor entschieden. Und genau darauf hatte Sturm gebaut . „Ich dachte, dass er nach der Hälfte einbricht“, gab er nach dem Duell zu Protokoll. Doch es kam anders: Nach einer ziemlich ausgeglichenen Anfangsphase übernahm Chudinov im WM-Duell zunehmend das Kommando. Sturm wirkte oftmals zu verhalten und setzte zu wenige Treffer. Dafür kam der Russe immer wieder durch die Deckung des Kölners und konnte sich so Runde um Runde sichern.

In der neunten Runde schien Chudinov sogar kurz vor dem K.o. zu stehen; erst ganz am Ende merkte man ihm an, dass er sich ausgepowert hatte. Auf den Punktzetteln zweier Punktrichter lag er zu diesem Zeitpunkt aber bereits uneinholbar vorne, sodass er kein Risiko gehen musste. Sturm blieb stets bemüht und wurde von den Fans lautstark nach vorne getrieben. Letztendlich gab es am Punktsieg seines 27-jährigen Gegners aber nur wenig zu rütteln (112:116, 110:118, ein Punktrichter sah Sturm mit 116:112 vorne).

„Wir haben einen spannenden Fight gesehen, Felix hat alles gegeben“, sagte Startrainer Uli Wegner anschließend im Gespräch mit dem BoxSport-Magazin. Der Boxer selbst gestand sich schonungslos die Niederlage ein: „Ich wollte überzeugen und habe es nicht geschafft. Wenn man zu viel will, geht es eben daneben.“ Wie es für ihn nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Bei einem Sieg wäre es im Herbst zweifellos zu einem Duell mit WBO-Supermittelgewichts-Champion Arthur Abraham gekommen. Abraham, der in Frankfurt live vor Ort war, ist nach wie vor an einem Fight gegen Sturm interessiert. Doch der wollte sich vorerst noch nicht über seine Zukunft äußern und erstmal überlegen, was das Beste für sich und seine Familie sei.

Zunächst aber wird sich Sturm einen Traum außerhalb des Box-Rings erfüllen: „Im September plane ich eine Pilgerreise nach Mekka. Bis dahin nehme ich eine Auszeit. Es ist ein Wunsch, den ich mir zusammen mit meinem Freund erfüllen will“, sagte Sturm der Bild-Zeitung. Was er nach seiner Reise machen wird, ließ er weiter offen.

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