Köln.Sport

Stimmen zum Pezzoni-Eklat

Quelle: IMAGO

Kevin Pezzoni ist nun auf der Suche nach einem neuen Verein. In Köln hat er es nicht mehr ausgehalten.

Dem ehemaligen Spieler des 1. FC Köln lauerten skrupellose „Fans” auf und bedrohten ihn mehrfach. Der Vertrag mit dem 23-Jährigen wurde inzwischen aufgelöst. Köln.Sport hat Stimmen zum Eklat gesammelt.

Fußball – der Deutschen liebste Sportart wird wieder einmal von einem Skandal überschattet. Der 23-jährige Kevin Pezzoni, der noch bis vor wenigen Tagen beim 1. FC Köln unter Vertrag stand, ist nun vereinslos. Zu groß ist die Angst, zum wiederholten Male Opfer der Gewalt sogenannter „Fans” zu werden. Der Vorfall erschüttert die Welt des Fußballs und zeigt, wie grausam Fußball sein kann. Die Meinungen verschiedener Fußballprofis und Funktionäre zu diesem Eklat hat Köln.Sport zusammengetragen.

 

Bruno Labbadia, Cheftrainer des VfB Stuttgart
„Wir müssen aufpassen, dass wir den Bogen nicht überspannen. Es ist auffallend, wie schnell wir Spieler oder Mannschaften zu Helden machen – und drei Wochen später wieder zu Deppen. Jeder, der darüber schreibt oder spricht, sollte sich vorstellen, dass sein Kind in der Schule von jedem darauf angesprochen wird, dass sein Vater als Depp tituliert wird. Wir müssen uns alle ein Stück weit Gedanken machen, ein bisschen klarer damit umzugehen.”

Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln
„Vorfälle, wie wir sie jetzt leider im Umfeld des Fußballs diskutieren, sind das Werk einiger weniger Störer und Chaoten, die mit ihrem Verhalten den gesamten Verein und seine Fans in Verruf bringen. Das werden wird nicht dulden und derartige Täter – wie schon in der Vergangenheit – konsequent aussperren. Sie erhalten Stadionverbote, werden aus dem Verein ausgeschlossen – sofern sie Mitglieder sind – und der FC wird eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um auch strafrechtlich gegen sie vorzugehen.”

Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV
„Wir verfolgen den Fall Pezzoni mit Schrecken. Wenn das so weitergeht, haben wir bald Verhältnisse wie in Mexiko, wo Spieler schon zu Tode gejagt wurden. Auch in Südafrika gab es solche Fälle.”

Joachim Löw, Bundesrainer
„Es ist inakzeptabel, dass so etwas passieren kann. Da muss man sich ernsthafte Gedanken machen, wie man so etwas in Zukunft vermeidet.”

Jürgen Klopp, Cheftrainer von Borussia Dortmund:
„Das hat definitiv alle Grenzen gesprengt. Wenn wir Fußball nicht mehr als Spiel verstehen, müssen wir es lassen. Wenn man das Spiel nur liebt, wenn man gewinnt, muss man zu Hause bleiben. Die, die Kevin bedroht haben, sind keine FC-Fans, sondern Vollidioten. Ich glaube nicht, dass Kevin den Vertrag auflösen wollte. Ich denke, der Verein war daran interessiert, dass das Ganze beendet wird.”

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