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Schulterschmerzen

Eine der häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen ist das Impingement-Syndrom. Was sich dahinter verbirgt, welche Gefahren daraus resultieren und wie die beste Behandlung aussieht, darüber informieren die Experten der KLINIK am RING – KÖLN

Beim Tennis wird die Schulter stark belastet (Foto: GettyImages)

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers und ermöglicht Arm und Hand einen extrem großen Aktionsradius. Zu dumm nur, wenn plötzlich Schmerzen in der Schulter auftreten und einst wie selbstverständlich ausgeführte Bewegungen zur Qual werden. Häufig ist das sogenannte „Impingement-Syndrom“ für die Schulterschmerzen verantwortlich. „Bezeichnet werden damit Schmerzen, die infolge einer Enge zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach entstehen. Durch die Verengung werden Sehnen (sogenannte Rotatorenmanschette), die unter dem Schulterdach verlaufen und am Oberarmkopf ansetzten, und ein Schleimbeutel, gequetscht und gereizt. Eine chronische Sehnenreizung kann zu einem Sehnenverschleiß, bis hin zum Sehnenriss führen“, erklärt Dr. Stefan Preis, Leitender Arzt der Praxis und Abteilung für Orthopädie und Sporttraumatologie an der KLINIK am RING – KÖLN.

Die Folge einer solchen chronischen Sehnenquetschung ist zunächst ein belastungsabhängiger Schmerz. Wird die Schulter nicht adäquat behandelt, kommt es häufig auch zu Ruhe- oder nächtlichen Schmerzen, manchmal sogar zu einer Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes. Im schlimmsten Fall werden im Rahmen des Impingement-Syndroms die Strukturen so lange strapaziert, bis es zu einem Riss der Sehnen kommt der sogenannten Rotatorenmanschettenruptur. Deswegen ist es unbedingt ratsam, rechtzeitig einen Schulterspezialisten aufzusuchen.

Ursachen und Diagnose

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leidet unter einem Schulter-Impingement. In Sportarten, die die Schultern stark belasten ist der Prozentsatz deutlich höher. „Besonders häufig betroffen sind daher Sportler, die mit ihren Armen Überkopfbewegungen ausführen, wie etwa Hand- und Volleyballer, Schwimmer oder Tennisspieler, und natürlich Handwerker, deren Schultergelenke berufsbedingt ähnlichen Belastungen ausgesetzt sind“, weiß Dr. Stefan Preis.

Neben den sportartspezifischen Bewegungen führen eine angeborene ungünstige Formgebung des Schulterdachs und ggf. ein Verschleiß des Schultereckgelenkes zum Impingement-Syndrom. Durch eine eingehende Untersuchung und speziellen Tests der betroffenen Schulter können Fachärzte das Impingement-Syndrom diagnostizieren. Um den Zustand des Schleimbeutels, der geschädigten Sehnen und der umliegenden Strukturen im Gelenk insgesamt genauer zu bestimmen, werden anschließend routinemäßig eine Ultraschall- sowie eine Röntgen- und/oder eine Kernspin-Untersuchung durchgeführt.

Behandlungsmethoden

Je früher das Impingement Syndrom behandelt wird, desto höher ist die Aussicht, es erfolgreich zu therapieren. In der Frühphase der Erkrankung sollte zunächst konservativ behandelt werden. Diese nicht-operative Behandlung beinhaltet Kühlung und Salbenbehandlung, sowie in Abhängigkeit der Stärke der Beschwerden entzündungshemmende Medikamente oder Spritzen. Durch eine gezielte Krankengymnastik sollten zusätzlich bestimmte Muskelgruppen aktiviert werden, um den Hochstand des Oberarmkopfes und die Enge unterhalb des Schulterdachs zu reduzieren. Begleitend muss in dieser Phase die Sportbelastung der Schulter reduziert werden und durch Eisabreibungen und Elektrotherapie die Regeneration des Sehnengewebes gefördert werden.

Tritt nach drei bis vier Monaten keine ausreichende Verbesserung ein, sollte operativ behandelt werden, um gezielt die Ursache der Beschwerden zu therapieren. In einem arthroskopischen Eingriff wird durch einen kleinen Schnitt eine Minikamera in das Schultergelenk eingebracht, mit der alle wichtigen Strukturen (Sehnen, Bänder, Schleimbeutel, Knorpel etc.) exakt beurteilt werden können. Über einen zweiten Mini-Zugang werden mit feinsten Instrumenten der entzündete Schleimbeutel entfernt, ein Band im vorderen Schulterdachbereich abgelöst und knöcherne Vorsprünge abgetragen. Durch diese Maßnahmen wird der verengte Raum unter dem Schulterdach wieder erweitert.

Nachbehandlung

Um einen schnellen Genesungsprozess zu gewährleisten, ist es wichtig, die Schulter nach der Operation zu schonen und entzündungshemmende Medikamente einzunehmen. Zeitnah sollten mithilfe eines Physiotherapeuten anschließend die Reha-Maßnahmen eingeleitet werden. Den Patienten wird empfohlen, die dort erlernten Bewegungsübungen auch selbstständig fortzuführen. „In aller Regel kann man zwei bis drei Tage nach dem Eingriff wieder leichte Alltagstätigkeiten erledigen und auch wieder Auto fahren“, erklärt Dr. Stefan Preis.

Für die optimale Behandlung des Impingement-Syndroms sind die Schulterexperten der KLINIK am RING besonders qualifiziert: Das Achtköpfige Spezialisten-Team behandelt jährlich weit mehr als 10.000 Schulterpatienten und führt mehr als 1.500 Schulteroperationen pro Jahr durch. Für eine optimale Patientenversorgung gründeten die leitenden Ärzte Dr. Stefan Preis und Dr. Jörg Schroeder 2004 das WESTDEUTSCHE KNIE & SCHULTER ZENTRUM.

Herr Dr. Preis, es heißt häufig die Schulter ist ein kompliziertes Gelenk und Schulter-Operationen sind risikoreich. Was sagen sie als Schulterspezialist dazu?

Sicherlich haben alle unsere Gelenke eine komplexe Struktur, das gilt auch für die Schulter. Entscheidend ist jedoch, dass sich in den letzten 10-15 Jahren gerade am Schultergelenk die Behandlungsmöglichkeiten außerordentlich verbessert haben. Das gilt für den nicht-operativen Bereich, ganz besonders aber für Operationen. In der Hand von Spezialisten gelten Schulteroperationen heutzutage als risikoarm und zeigen in aller Regel hervorragende Ergebnisse.

Was bedeutet bessere Behandlungsmöglichkeiten konkret?

Letztendlich ist es insbesondere die Arthroskopie, die der Schulterchirurgie so einen immensen Fortschritt gebracht hat. Dank technischer Weiterentwicklung von Instrumenten und Implantaten sind heutzutage auch komplexe Reparaturen am Schultergelenk minimal-invasiv möglich. Die Zeiten in denen man nur die Symptome behandeln konnte sind vorbei, denn Reparatur bedeutet Heilung.

Wann sollte eine schmerzhafte Schulter operiert werden?

Wenn das Schulterproblem durch eine konservative Therapie nicht geheilt werden kann, sollte überprüft werden, ob durch eine Operation der Schaden am Gelenk repariert und somit die Schulter dauerhaft geheilt werden kann.

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