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Schmadtke: „Es wird zuviel verdient“

Der ehemalige FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke hat sich in einem Interview mit Amazon Music zu seinem aktuellen Verein VfL Wolfsburg, aber auch zu den Themen Gehaltsobergrenze und Fannähe geäußert.
Schmadtke

Jörg Schmadtke war von 2013 bis Herbst 2017 Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln (Foto: Eduard Bopp)

Für Jörg Schmadtke läuft momentan alles wie geschmiert. Mit seinem neuen Club VfL Wolfsburg steht er nach drei Spieltagen noch ungeschlagen auf Platz drei, auch mit seinen Neuverpflichtungen scheint der ehemalige Geschäftsführer Sport auf den ersten Blick voll ins Schwarze getroffen zu haben. Ihn allerdings nur auf die sportlichen Erfolge zu reduzieren wäre zu kurz gedacht, Schmadtke war auch schon in Köln jemand, der nie mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten hat. So spricht er in einem neuen Interview mit dem Portal Amazon Music unter anderem auch über ein mögliches Modell mit Gehaltsobergrenzen im Fußball.

„Kein Topf ohne Boden“

„Die gezahlten Gelder werden ja auch wieder reingeholt. Es ist also kein Topf ohne Boden. Zugegebenermaßen wird aber zu viel verdient, wovon ich selbst natürlich auch ein Profiteur bin. Man kann sich also grundsätzlich Gedanken über eine Obergrenze machen, allerdings muss das dann weltweit funktionieren. Wir sollten uns in der Bundesliga keine Oase mit eigenen Regeln schaffen, denn das wäre für die Liga nicht produktiv“, sagt Schmadtke. Ähnliche Äußerungen hatte der stets als stur geltende Schmadtke auch in Köln gemacht, ebenfalls mit der Anmerkung, dass auch er selbst durchaus davon profitiert.

Auch zu den sich häufenden Stimmen aus der Fanszene, der professionelle Fußball entferne sich mit seinen China-Engagements und ausgeweiteten Anstoßzeiten zu sehr von der Basis, vertritt Schmadtke eine klare Meinung. „Wir dürfen solche Meinungen nicht einfach ignorieren. Denn: Alles, was wir tun, tun wir für die Fans. Wir wollen Menschen für diesen fantastischen Sport begeistern. Unserer Aufgabe werden wir nur gerecht, wenn wir den Fan auch im Blick haben und nicht an ihm vorbei handeln. Es stimmt, dass wir uns gerade auf einem schmalen Grat bewegen und uns die Frage stellen müssen: Wie weit ist die Kommerzialisierung noch tragbar und ertragbar?“

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