Köln.Sport

Sanden: „Der Einsatz ist beispielhaft“

Dieter Sanden, Leiter des Sportamts

Sieht eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen seinem Amt und den Vereinen: Sportamts-Leiter Dieter Sanden
Foto: Jennifer Schattling

Immer mehr Hallen werden dem Kölner Sport entrissen, die Vereine ächzen unter der Belastung. Köln.Sport sprach mit Sportamts-Leiter Dieter Sanden über die Problematik.

Köln.Sport: Herr Sanden, als Leiter des Kölner Sportamts stehen Sie in regelmäßigem Kontakt mit Vertretern von Stadt und Vereinen. Wie geht der Kölner Sport mit dem ­Problem der Hallenbelegung um?

Dieter Sanden: Die Belegung der ersten vier großen Sporthallen konnten wir dank guter Kommunikation zwischen allen Beteiligten auffangen. Wir haben die Aufrechterhaltung des Spiel- und Trainingsbetriebs insgesamt gut hinbekommen. Mittlerweile muss festgehalten werden, dass wir dies nicht mehr durchgängig bieten können. Sollten weitere Hallen belegt werden, ist es irgendwann undenkbar, dass wir genügend Ausweichhallen für den Spielbetrieb finden.

Köln.Sport: Wie reagieren die Ver­eine auf die derzeitige Situation?

Sanden: Unsere Sportvereine sind sehr verständnisvoll. Alle Gespräche sind konstruktiv. Unmut ist nicht zu erkennen, allerdings hat sich ein Stück weit Resignation breitgemacht. Es gibt vermehrt Vereinsaustritte, was in Zukunft zu finanziellen Problemen führen kann.

Köln.Sport: Besteht die Gefahr, dass dem Sport in der Flüchtlingsthematik zu viel aufgeladen wird?

Sanden: Der Einsatz unserer Vereine ist beispielhaft. Gemeinsame ­Bewegung verbindet Menschen und baut Brücken. Dieses Potenzial hat der Sport, und er nutzt es. Man muss nur auf­passen, dass man ihn nicht überfordert. Ich würde mir wünschen, dass andere Gesellschaftsbereiche sich den Sport zum Vorbild nehmen und ein ähnliches Engagement an den Tag legen.

Interview: Stefan Kühlborn

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