Köln.Sport

Risse: „Wir sind auf einem guten Weg“

Marcel Risse, 1. FC Köln, auf der Jagd nach dem Ball

Ball, Gegner und Klassenerhalt im Fokus: FC-Star Marcel Risse
Foto: imago/T-F-Foto

Nicht ganz nach Wunsch läuft die Rückrunde für den 1. FC Köln. Im exklusiven Köln.Sport-Interview spricht FC-Star Marcel Risse über die sportlichen Entwicklung bei den „Geißböcken“.

Die gesamte Geschichte über den kölschen Helden beim FC gibt’s in der aktuellen Köln.Sport!

Marcel, für den FC geht es in den Saison-Endspurt. Was sind die Ziele für die restlichen Spiele?

Wir wollen nun noch möglichst viele Punkte sammeln. Unser Ziel war es vor der Saison, 40 Punkte plus x zu holen – und da sind wir aus meiner Sicht auf einem guten Weg. Das heißt, dass wir noch sechs, sieben Zähler holen müssten. Bei den Spielen, die wir noch vor der Brust haben, ist das durchaus realistisch.

Wie sehr schaut ihr überhaupt noch nach unten? Oder konzentriert ihr Euch ganz darauf, dass ihr die nötigen Punkte fürs Saisonziel sammelt?

Es ist immer die bessere Variante, sich auf die eigenen Aufgaben zu konzentrieren und nicht zu sehr nach unten zu schauen. Wir wissen, dass wir ein gewisses Polster haben und dass wir in den letzten Saisonspielen noch die nötigen Punkte holen werden, wenn wir so weiterarbeiten wie in den vergangenen Wochen.

Rein punktetechnisch ist die Rückrunde noch nicht so erfolgreich wie die Hinrunde. Wo siehst du da die Gründe?

Das ist nicht ganz einfach zu sagen. Von der Leistung haben wir uns sogar verbessert, was das Spielerische betrifft. Wir hatten nun eine Phase, wo wir nicht die Siege eingefahren haben, die wir vielleicht hätten holen können. So spiegelt die Punkteausbeute die Entwicklung nicht ganz wieder. Das ist der nächste Schritt für uns, den spielerischen Fortschritt auch in der Tabelle zu zeigen.

Diese Entwicklung ist auf dem Platz durchaus zu erkennen. Wie schwierig ist der Spagat zwischen der Defensivstärke aus dem vergangenen Jahr auf der einen und einem aktiveren Auftreten auf der anderen Seite?

Wenn die Gegner zu uns nach Köln kommen, ist es nicht mehr das Spiel aus dem Vorjahr. Wir können uns nicht mehr hinten reinstellen und abwarten, wir übernehmen mittlerweile immer mehr die Initiative und haben mehr vom Spiel. Das gefällt uns als Mannschaft auch ganz gut. Wir müssen aber noch unsere Torchancen konsequenter nutzen, damit wir zu mehr Erfolgen kommen.

Ist diese mangelnde Abgezocktheit im letzten Drittel des Platzes etwas, dass der Mannschaft zum letzten Schritt Richtung Überraschungsteam noch fehlt?

Das würde ich sagen, ja. Das sah man ganz gut in Hoffenheim, dass uns das manchmal noch abgeht. Da hatten wir beispielsweise vor dem Ausgleich genug Möglichkeiten, den Angriff zu unterbinden oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Das ist der nächste Schritt, den wir gehen müssen.

Die Mannschaft agiert taktisch sehr flexibel, auch du hast mehrere Positionen bereits bekleidet. Ist das eine große Herausforderung für dich?

Mir macht es Spaß, egal ob ich hinten in der Viererkette beginne oder offensiv agieren kann. Ich spiele beides gleich gern. Wenn ich hinten spiele, nehme ich mehr am Spiel teil, habe aber auch mehr Defensivaufgaben. Es ist wichtig, dass wir auch in der kommenden Saison so flexibel agieren. Das macht es für den Gegner schwerer gegen uns. Wenn wir dann noch die Torchancen, die wir uns erarbeiten, nutzen, spiegelt sich das auch in der Tabelle wieder.

Du bist in der Mannschaft einer der Erfahrenen. Versuchst du auf dem Platz, Führungspieler zu sein?

Natürlich. Ich versuche in erster Linie mein Spiel positiv zu gestalten, was sich dann auch fürs Team positiv auswirkt. Wo es geht, versuche ich aber auch meinen Mitspielern zu helfen. Wir haben ein paar junge Spieler in unseren Reihen, die noch Unterstützung brauchen. Die versuche ich ihnen zu geben, aber diese Einstellung zieht sich eh durch unsere ganze Mannschaft.

Der FC rangiert derzeit gefühlt im Mittelfeld der Tabelle. Wie ist da so die Rückmeldung, die du von den Fans erfährst? Ist dieses „Niemandsland“ in Köln vielleicht sogar recht willkommen?

Das ist in Köln sicherlich immer etwas spezieller. Ich kann zur Rückmeldung auch wenig sagen, weil ich weder viel bei Facebook lese noch mich zu sehr in die Medien vertiefe, weil es immer viele sehr ausgeprägte Meinungen gibt. Ich glaube aber, dass es für die Menschen in erster Linie wichtig ist, dass wir auch in der kommenden Saison in der 1. Liga spielen. Dennoch träumt der ein oder andere von mehr, aber da sollte man uns noch ein bisschen Zeit geben.

Das Interview führte Thomas Reinscheid.

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