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„Riesenchance für Sportentwicklung“

Gesprächsrunde beim Sportstadt Köln e. V.: Gina Haatz (r.), Volker Staufert (M.) und Köln.Sportler Frank Schwantes. Foto: Benjamin Horn

Gesprächsrunde beim Sportstadt Köln e. V.: Gina Haatz (r.), Volker Staufert (M.) und Köln.Sportler Frank Schwantes.
Foto: Benjamin Horn

Der Verein „Sportstadt Köln e. V.“  wird nun mit öffentlichen Mitteln gefördert – mit einer hauptamtlichen Halbtagsstelle, zunächst auf ein Jahr befristet. Köln.Sport sprach mit der neuen Referentin Gina Haatz und dem Vorstandsvorsitzenden Volker Staufert über Aufgaben und Ziele.

Frau Haatz, wie sind Sie Referentin beim Sportstadt Köln e. V. geworden?

Gina Haatz: Erfahren habe ich davon durch den „Career-Service“ der Sporthochschule Köln. Meiner Bewerbung folgte im Mai eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, noch am selben Tag bekam ich die Zusage. Angefangen habe ich am 1. Juni mit einem soften Einstieg, offiziell läuft der Halbtagsstellenvertrag seit dem 1. August.

Sie arbeiten auch an der Spoho. Was machen Sie dort genau?

Haatz: Ich bin im Institut von Prof. Dr. Ingo Froböse als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt. Dort arbeite ich genauso halbtags wie beim Sportstadt e. V. Beide Stellen lassen sich gut miteinander verbinden, auch weil sie nur 200 Meter voneinander entfernt sind.

Welche Aufgaben haben Sie als Halbtags-Referentin des Sportstadt Köln e. V.?

Haatz: Zunächst müssen wir Versäumnisse der letzten Jahre aufarbeiten, denn im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit kann man sich nicht um alles kümmern. Insofern ist der erste große Baustein die Homepage des Vereins – um zu zeigen, dass beim Sportstadt e. V. wieder etwas passiert. In den nächsten Wochen wird sich die Website optisch verändern und nach und nach mit neuen Inhalten gefüllt. Zudem ist ein neues Corporate Design in Arbeit.

Wie fühlen Sie sich bislang von den Playern im Kölner Sport unterstützt?

Haatz: Bisher bin ich überall auf offene Türen gestoßen. Dem Verein stehen alle positiv gegenüber.

Herr Staufert, wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit von Frau Haatz?

Volker Staufert: Frau Haatz hat unsere Erwartungen erfüllt, ich bin außerordentlich zufrieden mit dem, was sie leistet. Wir treffen uns ein Mal pro Woche zum Jourfixe, zudem tauschen wir uns per Telefon und E-Mail aus. Sie muss aber im Wesentlichen selbstständig und alleine arbeiten. Dazu nutzt sie das Netzwerk des Vereins ebenso wie ihr eigenes. Auch dadurch, dass Frau Haatz hier im Sportamt sitzt, sind Kontakte gewährleistet.

Frau Haatz, auch der Entwicklungsprozess der Sport-Agenda 2015 gehört zu Ihren Aufgaben. Worum geht es dabei?

Haatz: Wir werden einen Controlling-Prozess durchführen, denn 2015 ist nicht mehr weit und die Agenda sollte fortgeschrieben werden.

Herr Staufert, laut Stellenausschreibung gehört die Akquise von Fördergeldern für den e. V. zum Aufgabenprofil Ihrer Referentin. Wie sieht das in der Praxis aus?

Staufert: Die Akquise von Fördergeldern ist zunächst nach wie vor Aufgabe der Vorstandsmitglieder. Frau Haatz wird aber auch in diese Tätigkeit erst noch hineinwachsen.

„Rechtzeitig vor Ablauf des einjährigen Förderzeitraumes ist der Rat über die Höhe der akquirierten Fördergelder und des erzielten Mehrwerts zu informieren …“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.

Staufert: Wir haben öffentliche Gelder erhalten, die sinnvoll eingesetzt werden sollen. Zudem muss am Ende erkennbar sein, dass wir mit Hilfe der neu geschaffenen Halbtagsstelle etwas für die Sportstadt Köln bewegt haben. Dessen sind wir uns bewusst.

Wie beurteilen Sie den Gesamtzustand des Sportstadt Köln e. V.?

Staufert: Generell verfügt er über gute Drähte zum organisierten Sport und den etablierten Sportinstitutionen, er bietet auch eine Plattform für andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Mit dem städtischen Haushalt gibt es wirtschaftliche Rahmenbedingungen, mit denen wir arbeiten müssen und die wir nicht ändern können – die Politik kurzfristig ebenfalls nicht. Umso wichtiger ist es, dass alle Player zusammenarbeiten.

Ziel ist auch die Gründung eines Beirates. Zu welchem Zweck?

Staufert: Der Beirat erfüllt eine beratende Funktion und soll sich aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammensetzen wie z. B. dem Gesundheitswesen, der Schule, der Wissenschaft und der Wirtschaft. Ich habe kürzlich mit Oberbürgermeister Jürgen Roters Gespräche zu diesem Thema geführt. Er hat mir zugesagt, dass er im Beirat den Vorsitz übernimmt. Das ist auch ein positives Signal der Politik an den Sportstadt e. V.

Wie sehr hängt die Zukunft des e. V. von der Fortführung der Referentenstelle ab?

Staufert: Wichtiger als der Verein selbst ist für mich die Sportagenda 2015 bzw. jene, die dann fortgeschrieben wird. Der Sportstadt Köln e.V. ist letztlich eine Plattform, ein Instrument, dessen man sich dabei sowie bei der Erstellung und Umsetzung der Sportagenda bedienen kann. Und nicht umsonst stellen sowohl die Stadt mit der derzeitigen Dezernentin als auch der Stadtsportbund Köln jeweils ein geborenes Mitglied im Vorstand des Vereins. Für das operative Geschäft ist meines Erachtens die Hauptamtlichkeit zwingend erforderlich. Sollte es diese zukünftig nicht mehr geben, kann der Verein seine Aufgaben nicht erfüllen und sollte aufgelöst werden. Ich befürchte, dass dies auch das Aus der Agenda wäre – und wir so eine Riesen-Chance für die Sportentwicklung in Köln vergeben.

Interview: Frank Schwantes

Zur Sache: Sportstadt Köln e. V.

Der Verein wurde 2011 gegründet – mit dem erklärten Ziel, „das Profil von Köln als Sportstadt zu stärken“, wie es auf der Homepage der Initative heißt. Zweck des e. V. soll demnach die Weiterentwicklung der Sportstadt Köln sein, „gemäß der Inhalte und Konzeptionen der Sport-Agenda Köln 2015“.

Die Arbeit des Vereins um den Vorsitzenden Volker Staufert (63) basierte lange auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Der Beschluss zur hauptamtlichen Förderung des Sportstadt e. V. erfolgte im Februar 2014, doch diese gilt bei Teilen der Stadtpolitik als umstritten. Im Sommer wurde die auf zunächst ein Jahr befristetete Halbtagsstelle „Referentin Sportstadt Köln e. V.“ mit der Kölnerin Gina Haatz (26) besetzt.

Mehr über den Verein Sportstadt Köln e. V. erfahren Sie in der neuen Oktober-Ausgabe von Köln.Sport!

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