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Range-Revolution

In den USA und in Großbritannien sind Toptracer-Ranges schon seit Langem wichtiger Teil der Golflandschaft. Nun wurde auch die erste Range in Deutschland mit dem System ausgestattet – bei GolfCity in Pulheim. Ein Erfahrungsbericht.

Polit-Prominenz in Pulheim: Wolfgang ­Bosbach testet die Range (Foto: PR)

Nach rund zehn Schlägen mache ich eine kurze Pause und frage mich, wie denn jetzt mein erster Eindruck von der neuen Toptracer-Range in GolfCity Pulheim ist. Mir fällt nur ein Wort ein, mit dessen Nennung ich gleichzeitig auch mein Fazit des Besuches vorwegnehme: Wow! Für mich steht fest: Die Range in Pulheim hat das Zeug, das Golftraining im Rheinland zu revolutionieren.

Zehn überdachte und an das Toptracer-System angebundene Abschlagplätze stehen bei GolfCity zur Verfügung, rechts daneben bietet ein weiterer extrem langer Abschlagkorridor ausreichend Platz für alle, die ohne Toptracer trainieren wollen.

Weiter links, in Richtung des ersten Abschlags des 9-Loch-Platzes, sind weitere Abschlagplätze vorhanden für alle, die sich auf die anstehende Runde vorbereiten wollen. Somit findet jeder, der sein übliches Programm ohne Toptracer durchziehen möchte, weiterhin ausreichend Platz. Schließlich ist der Übungsbereich in Pulheim einer der größten im Rheinland überhaupt.

Lösung für den Winter

Für den Sommer ist man in Pulheim in Sachen Toptracer-Range, deren offizielle Eröffnung am letzten März-Wochenende stattfand, schon optimal gerüstet, für den Winter arbeitet man aktuell an einer Lösung, um die Wärme in diesem Teil der Range halten zu können.

Das Problem: Eigentlich ist das Dach ein wenig zu hoch, um wirklich effizient Wärme speichern zu können, doch bis die Temperaturen wieder fallen, wird den Verantwortlichen in Pulheim sicher die richtige Lösung eingefallen sein.

Neue Zielgruppe

Ich selbst bezeichne mich als Golf-Nerd. Ich liebe es, mich mit Ballflugdaten auseinanderzusetzen, will nicht nur wissen, wie weit der Schlag geht (das natürlich auch), sondern auch, wie weit er nach rechts oder links abweicht, wie viel Kurve im Spiel ist, wie es um Abflug- und Landewinkel bestellt ist und wie hoch die Ballgeschwindigkeit ist.

Und ich liebe es zu sehen, wie sich Veränderungen in der Schwungbewegung auf den Schlag auswirken und wie das auf dem Bildschirm dann veranschaulicht und mit Daten unterfüttert wird. Alle Daten, die mich interessieren, liefert das Toptracer-System, dessen farbige Kurven man übrigens von nahezu jeder Golfübertragung im TV kennt. Kurzum: Ich fühle mich wie im Schlaraffenland.

Nicht-Golfer als Zielgruppe

Interessant ist, dass ich mit meiner Neugierde in Sachen gehobener Schwunganalyse gar nicht zur Kernzielgruppe gehöre, die man bei GolfCity Pulheim mit der Installation des Systems im Visier hat. Dort hat man sich nämlich – grundsätzlich und mit Installation des Toptracer-Systems noch mehr – auf die Fahne geschrieben, besonders Menschen anzusprechen, die noch gar keine Golfer sind – sondern es erst noch werden wollen.

Und wenn man sich anschaut, wie das Ganze auf der Range logistisch angelegt ist, dann leuchtet einem tatsächlich auch ziemlich schnell ein, warum das so ist. Die Idee, die hinter der Range in Pulheim und auch hinter ähnlichen Ranges in den USA und Großbritannien steht, ist die, den Besuch auf der Golfrange als Alternative zu einem Kinobesuch oder einem Bowlingabend zu etablieren.

Das spiegelt sich nicht nur in den verschiedenen Spielformen, die man auf dem Monitor einstellen kann (später dazu mehr) wider, sondern auch im Preis. Man kann jede Matte, ähnlich wie eine Bowlingbahn, für eine bestimmt Zeit mieten. Auf der Anlage angekommen, lädt eine hinter jeder Matte platzierte Tischgruppe zum Verweilen ein.

Currywurst Pommes

Während die Kollegen einen Ball nach dem anderen schlagen, kann man sich von der direkt nebenan gelegenen Gastronomie am Tisch versorgen lassen, die Currywurst mit Pommes kostet weniger als zehn Euro.

Um eine Abschlagmatte 60 Minuten lang zu mieten, werden zehn Euro fällig – nicht pro Person, sondern pro Matte. Aktuell kann man die Matten maximal drei Stunden am Stück mieten, was aber auch völlig ausreicht. Bälle müssen zusätzlich gezahlt werden.

Unterschiedliche Spielmodi

Die Besucher können aus sechs verschiedenen Spielmodi wählen, vier davon können von bis zu vier Spielern gespielt werden. Man kann sich im Modus „Longest Drive“ miteinander messen oder in den Modi „Points Game“ und „Closest to the Pin“ Zielschießen betreiben.

Ein besonderes Schmankerl bietet der Modus „Virtual Game“, in dem man einige handverlesene Kurse – darunter den weltberühmten Platz in Pebble Beach – von der Abschlagmatte aus nachspielen kann. Die anderen beiden Modi sind vor allem fürs Einzeltraining geeignet und können beispielsweise für einen bei Profis zum Standard gehörenden Gap-Test genutzt werden – ein Test, mit dem sich feststellen lässt, wie weit die Bälle mit jedem Schläger im Bag fliegen und wie groß die unterschiede zwischen den Schlägern sind.

Der sogenannte Launch Monitor ist auch ein beliebtes Mittel bei Schlägerfittings. Hermann Bögle, GolfCity-Geschäftsführer in Pulheim, ist verständlicherweise begeistert von der neuesten Anschaffung seines Clubs. „Mit Toptracer bieten wir unseren Mitgliedern und Kunden ein ganz neues Golf-Erlebnis, das mit dem Training auf herkömmlichen Driving Ranges nichts mehr zu tun hat“, erklärt er. Viel ist dem nicht hinzuzufügen. Außer, dass neben der Kernzielgruppe der potenziellen Neu-Golfer auch Golf-Nerds eine Menge Spaß haben können.

Von Daniel Becker

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