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Köln.Sport

„Notlösung dauert eine Ewigkeit“

Belegte Sporthalle

Viele Turnhallen in Köln sind aktuell für Sportvereine nicht nutzbar
Foto: pa/Stefan Sauer

Stadtsportbund Köln und Sportjugend Köln kritisieren Kölner Verwaltung und erwarten endlich Lösungen bei der Unterbringungen von Flüchtlingen. 

Der Stadtsportbund Köln (SSBK) und die Kölner Sportjugend wenden sich mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit. Der SSBK-Vorsitzende Klaus Hoffmann und sein Pendant auf Seiten der Sportjugend, Peter Pfeifer, zieht eine erschütternde Bilanz nach nunmehr anderthalb Jahren, in denen der Sport die Hauptlast der Unterbringung der Flüchtlinge tragen muss.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Für die Kölner Sportvereine dauert die „kurze Dauer“ eine Ewigkeit!
Politik ratlos. Verwaltung kompromisslos. Kölner Vereine perspektivlos.

Seit nunmehr 1 1/2 Jahren trägt der Sport die Hauptlast der Unterbringung der Flüchtlinge. Bis zu 30% aller Flüchtlinge sind in Sporthallen untergebracht, unter teilweise unwürdigen Verhältnissen.

„Das ist nur eine Notlösung“, „Das ist auf keinen Fall etwas auf Dauer“, so die alten und neuen Kommentare der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Wie lange geht in Köln eine „kurze Dauer“? Selbst in Zeiten, in denen andere Städte verwundert auf Köln schauen, weil hier immer noch massivst Hallen gesperrt sind, tut sich in Köln …nichts. Vage Hoffnungen auf allerkleinste Fortschritte werden mit dem Stempel „falls nicht doch wieder mehr Flüchtlinge kommen“ zertreten. Hoffnungslos. Perspektivlos.

Leichtbauhallen nur im 4-Monatstakt zu bauen ist nicht zielführend, gebetsmühlenartige Hinweise auf fehlende Flächen und notwendige Prüfungen fast lächerlich. Leerstehende Erstaufnahmeeinrichtungen werden nicht genutzt, weil das zu kurz und zu teuer wäre. Angesichts des Bonotel-Desasters und des äußerst schnellen Auszugs aus dem Staatenhaus klingt das wie Hohn in den Ohren der Ehrenamtler in den Vereinen. Der Sport wird achselzuckend und „bedauernd“ alleine gelassen, zumal er den bequemsten Weg darstellt, wie man unverblümt zugibt.

Wir haben alles erlebt in den letzten 1 1/2 Jahren. Vom Lob für die bis heute im Sport gelebte Willkommenskultur und ihre wertvolle Integrationsarbeit über Versprechungen, Ausreden und Hinhaltetaktiken bis hin zu Diffamierungen. Das einzige was wir noch nicht erlebt haben: Lösungen!

Nun will man uns auch noch für dumm verkaufen und uns scheinbar auf eine lange Zeit der Hallensperrungen vorbereiten. Wir werden das nicht hinnehmen, weder für die Flüchtlinge noch für die Sportvereine und ihre Arbeit. Mittlerweile 260.000 Mitglieder in den Kölner Sportvereinen erwarten endlich Taten in dieser „weltoffenen Sportstadt“ Köln.

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