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NBA-Star Pleiß: „Mein Traum wird wahr“

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Spielt ab Herbst für die Utah Jazz in der NBA: Basketball-Nationalspieler Tibor Pleiß Foto: imago/Eibner

Spielt ab Herbst für die Utah Jazz in der NBA: Basketball-Nationalspieler Tibor Pleiß
Foto: imago/Eibner

Ein Kölner macht jetzt Jazz: Tibor Pleiß wechselt zum Herbst in die NBA. Köln.Sport traf den 2,18-Meter-Hünen zum Exklusiv-Interview.

Er wird der erste Kölner in der NBA sein: Tibor Pleiß misst sich demnächst in der besten Basketball-Liga der Welt mit Superstars wie Dirk Nowitzki oder LeBron James. Der 25-Jährige unterschrieb vor kurzem einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Utah Jazz, der ihm insgesamt rund zehn Millionen Dollar einbringen wird. Vor der anstehenden Europameisterschaft im eigenen Land traf Köln.Sport den gebürtigen Bergisch Gladbacher, der zuletzt für den spanischen Renommierklub FC Barcelona auf Korbjagd ging, zum Exklusiv-Interview und sprach mit ihm über seinen NBA-Traum, Dirk Nowitzki, die Chancen der DBB-Auswahl und seinen Kontakt zu den RheinStars.

Herr Pleiß, wie fühlt man sich als frischgebackener NBA-Spieler?

Ich fühle mich gut. Es ist ein herausragendes Gefühl, weil es immer schon mein Traum gewesen ist, es in die Liga zu schaffen. Jetzt wird dieser Traum wahr, und ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Schritt nun gehen und die Herausforderung annehmen werde.

Ist Ihnen die gestiegene Aufmerksamkeit der Medien unangenehm?

Unangenehm überhaupt nicht. Das gehört ja zum Profisport dazu, dass man viele Interviews hat. Je höher das Level, desto größer die Aufmerksamkeit. Damit habe ich eigentlich kein Problem. Das hilft nicht zuletzt ja auch dem deutschen Basketball, und daher mache ich das gerne.

In einem Workout bei den Jazz sollen Sie 66 von 90 Dreiern getroffen haben …

Wer sagt das? Es waren 66 von 100! (lacht)

Trotzdem beeindruckend!

Das hat alle positiv überrascht, weil ich zuletzt nicht mehr so viele Dreier genommen hatte.

Wie liefen denn die Tage in Salt Lake City so ab?

Ich bin direkt nach dem Saisonende nach Utah geflogen und habe die Coaches kennengelernt. Dann standen der Medizincheck und ein kleiner Athletiktest an. Das machen die NBA-Teams immer, um zu sehen, wie man drauf ist und ob man gesund ist. Dann war ich mit dem Headcoach und Co-Trainer sowie Manager mehrmals essen, um sich näher kennenlernen zu können. Vorher hatte ich keinen Kontakt zu den Verantwortlichen, weil die Rechte an mir während der Saison von den Oklahoma City Thunder zu den Jazz gewechselt waren. Im Nachhinein war das auch gut so, weil ich mich dadurch auf die Saison mit Barcelona konzentrieren konnte. In den Workouts habe ich vor allem viel geworfen.

Sie sagten, dass Sie sich in der NBA besonders auf die Duelle mit Dirk Nowitzki freuen. Auf was noch?

Ehrlich gesagt freue ich mich auf jedes Duell und jedes einzelne Spiel. Das ist die beste Liga der Welt, in der die besten Basketballer des Planeten spielen, und dadurch werden unzählige Herausforderungen auf mich zukommen. Ich wollte mich immer mit den Besten messen können und bin bereit, diese Herausforderung anzutreten.

In Ihrer ersten Saison in Spanien hatten Sie Pfeiffersches Drüsenfieber. Hat Sie das härter gemacht?

Jeder muss mit Rückschlägen umgehen. Bei den einen ist es eine Verletzung, bei mir war es diese Krankheit. Danach habe ich mich zurückkämpfen müssen und das hat mich gewissermaßen geprägt. Danach habe ich immer alles versucht, um nach einer Spielzeit besser zu sein als zuvor. Das ist mir bisher immer gelungen, und ich werde versuchen, das auch weiter zu schaffen.

Woran müssen Sie denn noch intensiv arbeiten?

Auf mich wartet ein neuer Basketball. Als ich 2012 von Bamberg nach Spanien wechselte, gab es bereits einige Unterschiede zur deutschen Liga, aber jetzt wird das noch mal anders. Das Spiel in der NBA ist unheimlich schnell und athletisch. Außerdem warten einige neue Regeln auf mich, dass man beispielsweise in der Defense nicht länger als drei Sekunden in der Zone stehen darf. Das sind alles Dinge, an die ich mich gewöhnen muss. Insgesamt will ich aber an allem arbeiten, denn man hat nie ausgelernt und kann sich immer noch weiter verbessern – das gilt auch für Dinge abseits des Courts.

Haben Sie sich schon eine Wohnung oder Ähnliches gesucht?

Ich habe zwar eine Ahnung, wo in etwa es hingehen wird, weil ich guten Kontakt zu Igor Kokoskov (Co-Trainer der Utah Jazz, Anm. d. Red.) habe und vielleicht in die gleiche Umgebung wie er ziehen werde, aber das werden wir dann sehen.

Welche Nummer hätten Sie gerne?

Ich würde gerne die 21 nehmen, weil sie mir viel bedeutet. Ich trage sie mittlerweile seit vielen Jahren auf dem Rücken und die Ziffer an sich hat viele positive Bedeutungen.

Was können Sie mit den Utah Jazz 2015/16 erreichen?

Mein erstes Ziel wird es sein, mich gesellschaftlich zu integrieren in einer für mich neuen Kultur und einem Land, in dem ich noch nie gelebt habe. Ein ganz wichtiger Schritt wird zudem sein, ein Teil der Mannschaft zu werden, jeden Tag hart zu arbeiten und mein Bestes zu geben. Erfolg kann man nicht zeitlich eingrenzen oder genau voraussagen, ich habe gelernt, dass sich harte Arbeit auf lange Sicht immer auszahlt. Aber jetzt steht auch sowieso erst mal das Nationalteam im Vordergrund.

Was Tibor Pleiß über die anstehende EM, Dirk Nowitzki und seinen Kontakt zu den RheinStars sagt, lest Ihr auf der nächsten Seite.

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