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Mutiger FC geht leer aus

70 Minuten bot der 1. FC Köln den favorisierten Gästen aus Dortmund Paroli, dann aber zollte die Beierlorzer-Mannschaft ihrem laufintensiven Fußball Tribut. Am Ende musste sich der Effzeh trotz langer Führung 1:3 geschlagen geben.

Dortmunds Hakimi wuchtet den Ball zum 2:1 aus Sicht des BVB ein (Foto: imago images / Team2)

Die Zutaten für das erste FC-Heimspiel der Saison hätten besser nicht sein können. Flutlichtspiel am Freitagabend, erstes Heimspiel nach der Bundesliga-Rückkehr, Debüt für Achim Beierlorzer und ein neuer Glücksbringer am Spielfeldrand – Hennes der IX. Dazu kam mit Borussia Dortmund ein Gegner, dem dieses Jahr von vielen Experten zugetraut wird, den ganz großen Coup zu landen.

FC-Coach Beierlorzer veränderte sein Team auf drei Positionen: Florian Kainz, Marco Höger und überraschend auch Jorge Meré mussten auf der Bank Platz nehmen. Von Beginn an ran durften dafür die Neuzugänge Sebastiaan Bornauw und Ellyes Skhiri sowie der nach Rot-Sperre wieder einsatzbereite Jhon Cordoba.

Forscher Beginn

Die Kölner hielten ihr Versprechen gegen den amtierenden Vizemeister mutig agieren zu wollen und setzten den BVB in der eigenen Hälfte unter Druck. Nach einigen Annäherungsversuchen durch Jonas Hector (18.) und Cordoba (27.), die allerdings beide daneben gingen, wurde der hohe Aufwand nach einer knappen halben Stunde tatsächlich belohnt. Infolge einer Ecke, die von Ellyes Skhiri mit dem Kopf verlängert wurde, nickte der gebürtige Bonner Dominick Drexler per Kopf am langen Pfosten ein (29.).

Dortmund, das bis dato auf ganzer Linie enttäuschte wirkte in der Folge verunsichert und hatte Glück, zur Pause nicht einem höheren Rückstand hinterherzulaufen. Die zweite Halbzeit begann für den FC schlecht: Jhon Cordoba verließ angeschlagen den Platz, Beierlorzer wechselte mutig und brachte Simon Terodde (55.). Dieser musste mit ansehen, wie die Gäste mit zunehmender Spieldauer das Heft des Handelns an sich rissen. Paco Alcazer scheiterte aus aussichtsreicher Position an Timo Horn (56.) – es war die erste gefährliche Chance für den BVB aus dem Spiel heraus.

Unheil nimmt seinen Lauf

Der Effzeh musste allmählich dem laufintensiven Pressing Tribut zollen. Birger Verstraete konnte in der 63. Minute den Ausgleich noch gerade so verhindern, er klärte einen Reus-Schuss auf der Linie. Anschließend war die Premiere von Geißbock Hennes IX. beendet. Für ihn ging es zurück in den Kölner Zoo – und den FC verließ tatsächlich genau in diesem Moment das Glück. Denn in der 70. Minute zeigte Jadon Sancho infolge eines kurz ausgeführten Eckballs seine Klasse und nagelte die Kugel per Linksschuss unhaltbar ins lange Eck.

Dem hohen Druck von Joker Julian Brandt & Co. konnte ein vom aufopferungsvollen Kampf gezeichnetes FC-Team in der Folge nicht mehr standhalten. Eine Piszczek-Flanke wuchtete der ebenfalls eingewechselte Hakimi zur späten, am Ende aber verdienten 2:1-Führung ein. In der Nachspielzeit schraubte Paco Alcacer mit seinem dritten Saisontor nach einem Konter das Ergebnis auf 3:1.

Der 1. FC Köln erntete im Anschluss dennoch viel Applaus von den Rängen. Obwohl sich das Beierlorzer-Team dafür nichts kaufen kann, dürften die Kölner mit der Heimpremiere nicht gänzlich unzufrieden sein. Es bleibt die Erkenntnis, dass man mit dieser Leistung gegen weniger starke Teams, durchaus bestehen sollte.

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